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Forum Alpbach befasst sich heuer mit "Freiheit und Sicherheit"

12. August 2019 - 9:41

Das Generalthema "Freiheit und Sicherheit" steht im Mittelpunkt des diesjährigen Europäischen Forums Alpbach, das von 14. bis 30. August in Tirol über die Bühne geht. Insgesamt werden rund 5.200 Teilnehmer erwartet, darunter auch heuer wieder prominente Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Feierlich eröffnet wird der Kongress, der bereits seit 1945 stattfindet, am 18. August.

Luftaufnahme der Tiroler Gemeinde Alpbach
Luftaufnahme der Tiroler Gemeinde Alpbach

"Das Thema ist an sich schon spannend - dieses Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit, das ja ständig weiter wächst", hielt Forumspräsident und Ex-EU-Kommissar Franz Fischler im Vorfeld gegenüber der APA fest. "Es ist tatsächlich so, dass die Menschheit sich schon immer schwergetan hat, mit Freiheit umzugehen."

Aus der Überzeugung heraus, dass man den Dingen wieder mehr auf den Grund gehen müsse und nicht nur an der Oberfläche bleiben könne, gibt es in diesem Jahr unter anderem neue Formate, die beispielsweise spezifisch für politische Entscheidungsträger oder CEOs gestaltet sind und wo auch in einem kleineren Kreis vertieft diskutiert werden kann. "Natürlich haben wir weiterhin viele Plenarveranstaltungen", sagte Fischler dazu - "insgesamt rund 120 Veranstaltungen, aber neu dazugekommen ist, dass wir an bestimmten Punkten stärker in die Tiefe gehen wollen". Diese Punkte beträfen vor allem die Themenfelder Nachhaltigkeit, Demokratie und "natürlich Europa - man könnte das auf die Frage zuspitzen, was wollen wir noch miteinander in Europa?"

Teilnehmer aus der Politik

In Alpbach erwartet werden im Laufe der zweieinhalb Forumswochen unter anderen EU-Kommissar Günther Oettinger, der Generalsekretär der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Thomas Greminger, der Direktor der EU-Grundrechteagentur (FRA), Michael O'Flaherty, die Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Maria Fernanda Espinosa Garces, der ehemalige UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und der frühere Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Pascal Lamy.

Von österreichischer politischer Seite nehmen Bundespräsident Alexander Van der Bellen und zahlreiche Mitglieder der Bundesregierung an den Veranstaltungen teil. Angekündigt sind etwa Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, Vizekanzler und Justizminister Clemens Jabloner, Außenminister Alexander Schallenberg und Verteidigungsminister Thomas Starlinger.

Wenig internationale Gesichter

Im Vergleich zu manchen vergangenen Jahren finden sich heuer weniger internationale Regierungspolitiker auf der Teilnehmerliste. Das liegt laut Fischler an der derzeitigen "innerösterreichischen Situation" und sei "den Umständen geschuldet". In den vergangenen Jahren habe er immer gesagt, "die österreichischen Minister sind herzlich eingeladen, sie sollen aber in Begleitung eines ausländischen Kollegen kommen. Diese Möglichkeit ist heuer eingeschränkt", so der Forumspräsident unter Verweis auf die aktuelle Beamtenregierung.

Traditionell beginnt die Konferenz mit der Seminarwoche, die eine Kombination aus wissenschaftlichen, künstlerischen und handlungsorientierten Seminaren bietet und das "wissenschaftliche Herzstück" des Forums bildet. Dann folgen mehrtägige Symposien zu den Themen Gesundheit, Technologie, Politik und Recht, Wirtschaft und Finanzmarkt.

Feierlich eröffnet wird das Forum im Rahmen der Tiroltage am 18. August. Als Festrednerin war ursprünglich die ungarische Philosophin Agnes Heller vorgesehen, die jedoch im Juli überraschend verstarb. Ihre Rede wird nun der Philosoph Josef Mitterer vortragen.

Die Gespräche im Überblick

Das Europäische Forum Alpbach beginnt traditionellerweise mit der Seminarwoche, die in diesem Jahr von 14. bis 21. August dauert. An den Vormittagen finden wissenschaftliche Seminare statt, nachmittags künstlerische und handlungsorientierte Seminare. Das Zusammenspiel der Seminartypen soll laut den Organisatoren "auf neue Art Wissen und persönliches Mitwirken verbinden".

Die Tiroltage (17./18.8.) stehen anlässlich des 350. Jubiläums der Universität Innsbruck im Zeichen der Forschung in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Unter anderem soll es um eine bessere Vernetzung und Kooperation der Forschungseinrichtungen in der Region gehen. Ab dem späten Sonntagvormittag findet vor und im Congress Centrum Alpbach die Eröffnung des Europäischen Forums Alpbach 2019 mit unter anderen Forumspräsident Franz Fischler und dem Philosophen Josef Mitterer statt, der die von Agnes Heller kurz vor ihrem plötzlichen Tod verfasste Eröffnungsrede vortragen wird.

Gesundheit und Geld

Das diesjährige Forum Alpbach hat sich das Generalthema "Freiheit und Sicherheit" gegeben. In Sachen Gesundheit geht es - gegenüber den Patienten oft bestritten, politisch aber ständig diskutiert - immer mehr ums Geld. Das Programm der Gesundheitsgespräche (18. bis 20. 8.) wirft darauf Schlagschatten. Zur Eröffnung gibt es eine Keynote von Joseph Stiglitz.

Der Co-Wirtschaftsnobelpreisträger des Jahres 2001, pointierter Kommentator und Buchautor ("Die Schatten der Globalisierung", "Im freien Fall" etc.) dürfte jedenfalls gleich am Beginn der Veranstaltung für kontroversielle Statements "gut" sein. Für die Eröffnung hat sich auch Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl angesagt.

"Wie können wir unsere solidarischen Gesundheitssysteme angesichts teurer Untersuchungen und Medikamente erhalten? Welche ethischen Fragen müssen wir uns stellen, wenn ein Algorithmus entscheidet, ob Patienten operiert werden oder nicht? Wie bereiten wir uns auf immer häufiger werdende Wetterextreme und ihre gesundheitlichen Folgen vor? Welche Innovationen im Bereich der Inklusion und Unterstützung psychisch Kranker gibt es?", heißt es zu den Alpbacher Gesundheitsgesprächen vonseiten der Organisatoren.

KI in der Medizin

Vorträge zu Themen wie Finanzierbarkeit neuer Therapien und Künstlicher Intelligenz in der Medizin werden wohl Highlights sein, auch zur Frage, ob die Gesundheitssysteme auf die Klimakrise vorbereitet sind. Damit finden sich viele aktuelle Themenschlagworte im Programm. Eine Break-Out-Session des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger am Montag (20.8.) könnte argumentative Sprengkraft in Anlehnung an Stiglitz haben: "Liberte, Egalite, Sante" in Sachen Gesundheit lautet der Titel. Diskutieren sollen dort unter anderen Barbara Kolm (Österreichische Nationalbank) und Martin Schenk, Vizedirektor der Diakonie und Co-Gründer der Armutskonferenz.

Den am 21. August stattfindenden "Tag der Begegnungen" gestaltet heuer die Regisseurin Ruth Beckermann. Sie lädt laut den Alpbach-Organisatoren Menschen ein, mit denen sie immer schon reden und denken wollte und die sie inspirieren. "Wir möchten an diesem Tag Menschen begegnen, die sich in ihrem Leben und in ihrer Arbeit für Freiheit, für Lust, für Rebellion entschieden und Türen für neue Zusammenhänge aufgestoßen haben" - so zum Beispiel der Fotografin Elfie Semotan, dem Komponisten Georg Friedrich Haas, dem Filmschaffenden Avi Mograbi und dem Autor Max Czollek.

Nachdem im Vorjahr die Hochschulgespräche im Rahmen des Europäischen Forums pausiert haben, gibt es heuer ein halbtägiges "Hochschulforum". Die Universitätenkonferenz und die Fachhochschulkonferenz veranstalten dabei am 21. August jeweils eine Diskussion zum Thema "Journalismus im Spannungsfeld von Pressefreiheit und freiwilliger Selbstkontrolle" und zur Frage "Kann Wissenschaft Freiheit sichern?"

Technologiegespräche zu künstlicher Intelligenz

Im Mittelpunkt der Technologiegespräche (22. bis 24.8.) steht heuer fast monothematisch die Künstliche Intelligenz (KI) in ihren vielen Facetten und Auswirkungen. Dabei wird die ursprünglich für Alpbach 2019 versprochene österreichische KI-Strategie samt damit zusammenhängenden staatlichen Fördermaßnahmen gar nicht präsentiert - das bleibt wohl der nächsten Regierung vorbehalten. Von Politikerseite hat sich einzig Infrastrukturminister Andreas Reichhardt angekündigt. Dem diesjährigen Forumsthema "Freiheit und Sicherheit" entsprechend widmet sich das Jahrbuch der Technologiegespräche der "Cybersecurity".

Balance zwischen Freiheit und Sicherheit

Parallel finden im Anschluss die Politischen und Rechtsgespräche (24. bzw. 25. bis 27.8.) statt. Freiheit und Sicherheit seien "wesentliche Bestandteile der Demokratie", heißt es von den Organisatoren zum inhaltlichen Schwerpunkt. "Wo genau die richtige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit liegt, muss die Politik auf Basis der Grund- und Menschenrechte entscheiden und dann für die rechtliche Durchsetzung sorgen. Diese Balance zu finden und immer wieder neu auszutarieren, ist eine ständig wiederkehrende Herausforderung für die liberale Demokratie." Im Fokus der Politischen und Rechtsgespräche stehen vier Themengebiete: die Stärkung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, der Schutz von Grund- und Menschenrechten, die Zusammenarbeit mit der EU und ihren Partnern sowie die Ermöglichung von "Transformationen zu mehr Nachhaltigkeit".

Eröffnet werden die Politischen Gespräche unter anderem mit Reden von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein, der Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Maria Fernanda Espinosa Garces, und Forumspräsident Franz Fischler. Im Laufe der vier Tage sind Veranstaltungen zu einer breiten Themenpalette geplant - etwa zum Klimawandel, der militärischen Zusammenarbeit in der EU, zu Extremismus und Desinformation, aber auch zum Emissionshandel und zum Brexit. Zur Eröffnung der Rechtsgespräche am 25. August soll Vizekanzler und Justizminister Clemens Jabloner eine Rede halten.

"Die neue Welthandels(un)ordnung"

Die Wirtschafts- und Finanzmarktgespräche (27. bis 29.8. bzw. 29./30.8.) starten mit dem Thema "Die neue Welthandels(un)ordnung". Davon kann Ex-Voest-Chef Wolfgang Eder, nunmehr Aufsichtsratsmitglied, beim entsprechenden Panel wohl ein Lied singen. Wie jedes Jahr gibt es zahlreiche Einzelveranstaltungen, an denen viele hohe österreichische und noch mehr internationale, aber weniger bekannte Manager teilnehmen. Einige Veranstaltungen muten recht politisch an. Aber auch Professoren und Autoren sind unter den Gästen.

International und auch in Österreich bekannt sind etwa der frühere deutsche CSU-Spitzenpolitiker und nunmehrige Unternehmensberater Karl-Theodor zu Guttenberg, der ehemalige Tupperware-Chef Rick Goings, Kaspersky-CEO Eugene Kaspersky, US-Botschafter Trevor Traina sowie Club-of-Rome-Ehrenpräsident Ernst Ulrich von Weizsäcker. Aus Österreich werden unter anderen Finanzminister Eduard Müller, der scheidende Erste-Group-Chef Andreas Treichl, Bank-Austria-CEO Robert Zadrazil, ÖBB-Manager Andreas Matthä, Magenta-CEO Andreas Bierwirth, Caritas-Chef Michael Landau, Casinos-Chefin Bettina Glatz-Kremsner, Telekom-Austria-Vorstandschef Thomas Arnoldner und Wienerberger-Chef Heimo Scheuch erwartet.

(APA/red, Foto: APA/APA (EXPA/JOHANN GRODER))


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