Studieren im Ausland

Wir könnten dir jetzt erzählen, welch grandiose Erfahrung ein Auslandsstudium ist, wie es dich persönlich reifen lässt und weiter bringt, und davon, dass du wahrscheinlich dein ganzes Leben an diese Zeit zurückdenken wirst. Das haben dir vielleicht auch schon andere erzählt, die das Erlebnis „Auslandsstudiumgenießen durften. Deshalb möchten wir dir hier besser gleich ein paar Fakten präsentieren.

Eine EU-Studie aus dem Jahr 2014 bzgl. hat ergeben, dass das Risiko, nach Studienabschluss über einen längeren Zeitraum arbeitslos zu sein, durch ein Erasmus Auslandsstudium um die Hälfte gesenkt werden kann. Befragt wurden hier knapp 80.000 Studierende und Unternehmen. Selbst fünf Jahre nach Studienabschluss sei die Arbeitslosenquote einstiger Auslands-Studierender um knapp ein Viertel niedriger als bei denen, die diese Erfahrung nicht gemacht hatten. Auch die Wahrscheinlichkeit, eine Position im Management zu erreichen, sei bei ehemaligen Erasmus-Studierenden um ganze 44% höher. Hielten ein Auslandsstudium im Jahr 2006 noch 37% der Arbeitgeber für einen wichtigen Faktor, so waren es nur wenige Jahre später bereits 64%. Auch auf die Selbständigkeit soll ein Auslandsstudium Einfluss haben: Ein Zehntel einstiger Auslandsstudis ist selbständig und knapp 75% könnten sich zumindest vorstellen, selbst eine Firma aufzumachen.

Vielleicht naheliegender, aber auch erwähnenswert, ist, dass diejenigen, die bereits eine Zeit im Ausland verbracht haben, sich noch deutlicher vorstellen könnten, zukünftig in einem anderen Land zu leben (sage und schreibe 93% gegenüber 73% der Studierenden, die nicht im Ausland waren). Fast 40% aller Befragten mit Auslandserfahrung hatten nach Studienabschluss darüber hinaus bereits mindestens einmal ihr Wohn- oder Beschäftigungsland gewechseltdoppelt so viele wie Absolventen ohne Auslandserfahrung.

Das könnte natürlich auch mit der Liebe zusammenhängen: Denn ein Drittel der Erasmus-TeilnehmerInnern (versus 13%) hat einen Partner mit anderer Staatsangehörigkeit – ein gutes Viertel hat den Partner darüber hinaus gleich beim Erasmus-Studium kennengelernt.

Per Juni 2014 waren bereits 80.00 österreichische Studierende mit dem Erasmus-Programm (gibt es seit 1992) im Ausland. Dabei wird nicht nur studiert gut 20% absolviert auch ein Auslandspraktikum, Tendenz steigend.  

Das beliebteste Zielland bei unseren Studierenden ist – veröffentlichten Zahlen der EU-Kommission zu folge - übrigens weniger exotisch: Im Studienjahr 2012/2013 studierten gleich 935 unserer 5.714 Erasmus-Studenten bei unserem Nachbarn in Deutschland. Erst danach folg(t)en Spanien und Frankreich.
 

In Österreich gibt es verschiedene Möglichkeiten, ein Auslandsstudium zu absolvieren bzw. Auslandserfahrung zu sammeln: Entweder man macht ein geregeltes Auslandssemester über ein Austauschabkommen mit einer fremden Uni, man organisiert sich seinen Auslandsaufenthalt als Freemover oder man besucht eine Sommeruni. Alternativ lässt sich auch deine Abschlussarbeit im Ausland schreiben.

Auslandserfahrung kann man auch über ein Auslandspraktikum oder ein freiwilliges Soziales Jahr sammeln.

In Listenform sieht das wie folgt aus:

 

Je nach Art und Ausbildungsstätt musst du dich früh genug (bis zu 3 Semester vorher) um dein Auslandssemester kümmern - die Bürokratie ist je nach Hochschule unterschiedlich. Jedoch kann im Großen und Ganzen die Organisation eines Auslandssemesters in folgende Schritte unterteilt werden:

  • Informationen einholen, welche Partnerunis es überhaupt gibt bzw. wie der Ablauf einer Bewerbung aussieht. Infos dazu bekommst du auf der Homepage des International Office deiner Hochschule. Viele Hochschulen veranstalten auch Informationsveranstaltungen, Erfahrungsberichte zum Durchstöbern liegen oft in den International Offices auf.
  • Notwendige Formulare mit großer Sorgfalt und Gewissen ausfüllen und rechtzeitig abgeben
  • Eventuell bei den Kooperationsbeauftragten vorsprechen, wenn sich zu viele Leute für eine bestimmte Uni interessieren (üblich z.B. auf der WU)
  • Stipendien checken (z.B. Erasmus, Joint Study etc.)
  • Nach Erhalt des Nominierungsbriefes Infos über das Gastland und die Gastuni sammeln
  • Nach einer Unterkunft umschauen oder erkundigen (viele Unis bieten Heimplätze an bzw. vermitteln Zimmer)
  • Auf die Infos und Mails des International Office Koordinators der Gastuni reagieren
  •  Reisevorbereitungen treffen: Pass erneuern, Flugticket buchen, Wohnung weitervermieten,  Auslandskrankenversicherung checken, sich mit Kolleg/inn/en treffen, die zur gleichen Zeit auf die gleiche Uni fahren etc.
  • Eine riesen Abschiedsparty feiern und die Eltern trösten
  • Ins Flugzeug steigen und die geilste Zeit des Lebens haben ;-)

Wir wollen hier nichts verschönern: ein Auslandssemester ist teuer. Das Finanzierungsproblem ist der Hauptgrund, warum sich manche gegen ein Austauschsemester entscheiden.  Es gibt aber mehrere finanzielle Hilfen, die die Situation etwas erleichtern:

  • Bezieher von Studienbeihilfe können eine extra Auslandsbeihilfe, die zusätzlich zur normalen Studienbeihilfe bezogen wird, bei der Stipendienstelle beantragen
  • Viele Austauschprogramme bieten Stipendien an: z.B. Erasmus. Um welches Programm es sich bei dir handelt und welche Stipendien es gibt erfährst du beim International Office an deiner Hochschule.
  • Der Österreichische Austausch Dienst bietet eine Datenbank von Stipendien, die nach Auswahl verschiedener Kriterien für dich in Frage kommen würden: www.grants.at
  • Manche Bundesländer bieten Auslandsstipendien
  • Viele Studierende arbeiten auch im Gastland, um sich etwas dazuzuverdienen – je nach Kenntnis der Landesprache und die arbeitsrechtlichen Bestimmungen kannst du von Pizzalieferant und Tellerwischer bis zur Büroassistenz relativ viel machen

Kaum jemand kann es sich leisten, seine Wohnung bzw. Zimmer für mehrere Monate leer zu lassen und die Miete trotzdem zu bezahlen. Deshalb vermieten die meisten ihre Unterkunft für den Zeitraum des Auslandssemesters weiter. Beachte besonders bei einer  eigenen Wohnung die mietrechtlichen Bestimmungen bzw. wenn du in einem Heim wohnst, frag am Besten bei der Heimleitung nach, wie so ein Fall gehandhabt wird. Falls du in einer WG wohnst, ist das Weitervermieten an sich sicher leichter, es empfiehlt sich aber unbedingt mit den Mitbewohnern darüber zu reden.

Viele geben ihre Wohnung/Zimmer ganz auf und suchen sich nach der Rückkehr ins Heimatland eine neue Bleibe. Hier musst du dann im Ausland früh genug anfangen, dir etwas zu suchen.

So manch einer wird nach der Rückkehr in die Heimat einen gewissen Rückkehrschock verspüren. Dieser zeichnet sich durch eine gewisse Orientierungslosigkeit und Fernweh. Diese Symptome vergehen aber nach einiger Zeit von selbst und du findest dich in deinem „alten“ Leben wieder zurecht. Außerdem kannst du ja dann deine Erasmus Bekanntschaften besuchen fahren ;-)

Und vergiss nicht, dir etwaige ECTS Punkte anrechnen zu lassen und diverse administrative Schritte (z.B. Wohnsitzmeldung) zu erledigen  bzw. etwaige Dokumente für diverse Stipendien nachzureichen.

Unter "Nützliche Links" haben wir für dich jede Menge hilfreicher Adressenr für deinen zukünftigen Auslandsaufenthalt zusammengefasst.

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