Die neue Lehrerausbildung erklärt

5. April 2013 - 11:14

Nach mehr als vier Jahren haben Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) am Mittwoch die Reform der Lehrerausbildung (Begutachtungsfrist 3. Mai) vorgelegt. Im Anschluss wichtige Fragen und Antworten zum Thema:

Wieso braucht es überhaupt eine neue Lehrerausbildung?

Ziel der Reform ist eine bessere Qualität, um Lehrer auf neue Anforderungen wie Sprach-, Frühförderung oder Individualisierung vorzubereiten. Das soll einerseits durch verstärkte Kooperation der wissenschaftlich starken Universitäten und der stark pädagogisch orientierten Pädagogischen Hochschulen (PH) erreicht werden, andererseits durch eine stärkere Akademisierung durch einen verpflichtenden Masterabschluss für alle Lehrer. Inhaltlich sollen die Studien stärker auf einen Unterricht vorbereiten, in dem Kompetenzen und nicht kurzfristig abrufbares Wissen vermittelt wird. Außerdem soll leichter als bisher ein Umstieg in ein Lehramt für eine andere Schulform oder Altersgruppe bzw. ein Quereinstieg möglich sein.

Gibt es eine gemeinsame Ausbildung für alle Lehrer?

Jein. Volksschullehrer werden wie bisher alleine von den PH ausgebildet, wobei Unis dieses Lehramt in Kooperation mit einer PH ebenfalls anbieten könnten. Ab dem Studienjahr 2016/17 soll es allerdings für Lehrer an Neuen Mittelschulen (NMS), Polytechnischen Schulen, AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ein einheitliches Bachelorstudium "Sekundarstufe" geben. Die Aufteilung der Lehrerausbildung nach Schularten würde jedoch laut Gesetzesentwurf prinzipiell erhalten bleiben, da AHS- und BMHS-Lehrer weiterhin an den Unis und NMS-Lehrer wie jene für den Vorgängerschultyp Hauptschule an den PH ausgebildet werden. Allerdings können Unis wie PH in Kooperation auch darüber hinausgehende Angebote machen. Der Master, der Voraussetzung für eine Fixanstellung ist, muss zur Gänze von einer Uni oder in Kooperation mit dieser angeboten werden. Damit wird laut Entwurf "sichergestellt", dass auch Absolventen eines Lehramts an einer PH "mit einem solchen Lehramt an höheren Schulen eingesetzt werden können". Bachelor-, Masterabschluss und Induktionsphase für die Sekundarstufe berechtigt damit zum Unterrichten aller Zehn- bis 19-Jährigen, egal an welcher Einrichtung man seinen Bachelor gemacht hat.

Müssen wirklich alle Lehrer künftig einen Master machen?

Prinzipiell ja. Allerdings ist laut Unterrichtsministerium in der Volksschule und NMS das Unterrichten schon mit Bachelortitel möglich, während man berufsbegleitend das Masterstudium absolviert. Eine Frist für den Masterabschluss ist im Gesetzesentwurf nicht zu finden und auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) hat sich dazu noch nicht konkret geäußert. Angesichts des drohenden Lehrermangels befürchten Kritiker jedoch, dass künftig viele Lehrer ohne Master im Klassenzimmer eingesetzt werden. Ausnahmen bei der Master-Pflicht gibt es außerdem für Lehrer für Berufsbildung, wenn sie eine einschlägige Ausbildung sowie Berufspraxis vorweisen können.

Was bringt der Master?

Im Masterstudium können entweder die Fächer, Fachbereiche oder Schwerpunkte des Bachelorstudiums (z.B inklusive Pädagogik, Berufsorientierung) vertieft oder um neue Fächer erweitert werden.

Wer darf künftig Lehrer werden?

In Zukunft müssen nicht mehr nur Lehramtsstudenten der PH, sondern auch der Unis ein Eignungs- und Aufnahmeverfahren durchlaufen. Es soll ein Semester dauern. Bei strukturierten Interviews, Simulationsaufgaben, schriftlichen Tests und frühen Praxiserfahrungen in der Schule soll herausgefunden werden, ob ein Interessent wichtige Eigenschaften für den Lehrerberuf (Motivation, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit, psychische Belastbarkeit etc.) mitbringt.

Wie lange dauert die Lehrerausbildung künftig?

Alle Lehrer sollen nach einem vierjährigen Bachelor einen ein- bis eineinhalb Jahre umfassenden Master machen. Das bedeutet eine deutliche Verlängerung der Ausbildung für Volksschullehrer von drei auf mindestens fünf Jahre, für Hauptschule/NMS von drei auf mindestens fünfeinhalb Jahre. Für Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) ändert sich an der reinen Ausbildungsdauer nichts. Der Berufseinstieg dauert künftig für alle ein bis zwei Jahre, in dieser "Induktionsphase" werden die Junglehrer von erfahrenen Mentoren begleitet und müssen parallel dazu "reflexionsbezogene" Lehrveranstaltungen besuchen (APA/red).



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