Europas Ariane 6-Rakete soll nach Verzögerungen abheben

9. Juli 2024 - 6:46

Nach zehn Jahren des Wartens soll die neue europäische Trägerrakete Ariane 6 zum ersten Mal ins All fliegen und Europas Raumfahrt damit aus der Krise seines Trägerraketensektors befreien. Am Dienstag ab 20.00 Uhr MESZ soll der Jungfernflug vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana versucht werde Bei ihrem Nachfolger ist auch Technik aus Österreich an Bord.

Naach zehn Jahren Entwicklungszeit soll die Ariane 6-Rakete nun abheben
Naach zehn Jahren Entwicklungszeit soll die Ariane 6-Rakete nun abheben

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Das neue System vom Raketenbauer ArianeGroup soll Europas Raumfahrt wettbewerbsfähiger machen und einen eigenständigen Zugang zum Weltraum gewährleisten. Das Startfenster beginnt um 20.00 Uhr (MESZ) und wurde kürzlich seitens der ESA bis 24.00 Uhr ausgedehnt. Für den aus Tirol stammenden ESA-Chef, Josef Aschbacher, markiert Ariane 6 eine neue Ära der autonomen und vielseitigen Raumfahrt.

13 europäische Länder, darunter auch Österreich, waren am Bau der Rakete beteiligt, die 56 Meter hoch und 540 Tonnen schwer ist. So lieferte zum Beispiel die Firma Beyond Gravity Austria die Hochtemperatur-Thermalisolation für die Antriebe oder steuerte das Hightech-Unternehmen TTTech Teile des Datennetzwerks bei. Mit jeder Ariane 6 falle ein Umsatz für die österreichischen Firmen von etwa 500.000 Euro an, hieß es seitens der Forschungsförderungsgesellschaft FFG im Vorfeld des Starts.

"Tendenz großartig"

Die Wetterexpertin am Weltraumbahnhof, Anne-Sophie Chassagnou von der französischen Weltraumbehörde CNES, ist optimistisch, dass es mit einem Start wie anvisiert klappen könnte. "Die Tendenz ist großartig." Die Expertin prüft, ob Gewitter oder starker Wind dem Flug im Weg stehen könnten. Ist das nicht der Fall, wird das Arbeitsgerüst, das derzeit noch um die Ariane 6 herum steht, weggezogen wird, um die Rakete freizulegen.

Für den Erstflug wurde bereits begonnen, Helium in ein Gefäß in der Hauptstufe zu füllen. Fünf Stunden vor der anvisierten Startzeit sollen auch die Raketentanks befüllt werden.

Die Ariane 6 ist das Nachfolgemodell der Ariane 5, die von 1996 bis Sommer 2023 im Einsatz war. Sie soll Satelliten für kommerzielle und öffentliche Auftraggeber ins All befördern und ist deutlich günstiger als ihre Vorgängerin.

Nicht auf der Höhe der Zeit

Beschlossen wurde die Entwicklung der Rakete bereits vor einem Jahrzehnt. Aschbacher, ist überzeugt, dass die Rakete dennoch den aktuellen Herausforderungen entspricht. Die ESA preist die Ariane 6 als modular und flexibel an. Je nach Mission kann sie mit zwei oder vier Boostern ausgestattet werden und unterschiedliche Nutzlasten in einem kleineren oder längeren Oberteil behausen.

Raumfahrtexperte Martin Tajmar von der TU Dresden meint allerdings trotz der Neuerungen im Vergleich zur Vorgängerin der Ariane 6, die Rakete sei keinesfalls auf der Höhe der Zeit. Bereits 2015 habe das US-Unternehmen SpaceX mit der Falcon-9-Rakete das Zeitalter der wiederverwendbaren Raumfahrt eingeleitet.

Service: ESA-Infos zu Ariane 6: https://www.esa.int/ariane

(APA/red, Foto: APA/APA/AFP/EMMANUEL DUNAND)

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