WU Wien erhält 11 Mio. Euro für Innovations- und Standortforschung

14. Januar 2021 - 7:59

Die B&C Privatstiftung und Investor Michael Tojner unterstützen die Forschung an der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien in den kommenden zehn Jahren mit insgesamt 11 Mio. Euro. Mit dem Geld sollen Projekte im Bereich Innovations- und Standortforschung gefördert werden, gaben die Sponsoren Mittwoch Nachmittag bekannt. Tojner hofft, dass sich weitere Personen aus Industrie und privatem Unternehmertum der Initiative anschließen und "das Geld vielleicht noch verdoppelt wird".

B&C Privatstiftung und Investor Michael Tojner fördern die WU
B&C Privatstiftung und Investor Michael Tojner fördern die WU

Tojner und die B&C Privatstiftung haben beschlossen, ihr unabhängig voneinander seit vielen Jahren bestehendes Sponsoring-Engagement inhaltlich abzustimmen und gemeinsam weiter auszubauen. Das soll der WU die Umsetzung von größeren Projekten ermöglichen und den Forschern Planungssicherheit ermöglichen.

"Durch's Streiten kommen die Leute zusammen", nahm B&C-Vorstand Wolfgang Hofer Bezug auf die Auseinandersetzung zwischen Tojner und der B&C-Stiftung über deren Übernahme von der UniCredit im Jahr 2018. Man habe dann festgestellt, "dass wir in vielen Dingen Übereinstimmung haben, insbesondere was die Notwendigkeit der Förderung des Unternehmertums betrifft".

Zunächst vier Vorhaben ausgewählt

Für Tojner ist die Initiative keine "Hörsaal-Förderung", es solle vielmehr damit "Engagement gefördert werden, Unternehmertum, Standortentwicklung, volkswirtschaftliche Forschung, das sind die Themen, die wir vorantreiben wollen". Hofer betonte, dass man gezielt Geld für Projekte einsetzen wolle, "die wir für wesentlich halten, und zwar für die Praxis".

Von den Geldgebern wurden zunächst die Vorhaben von vier WU-Professoren ausgewählt: So will Nikolaus Franke vom Institut für Entrepreneurship und Innovation unter Einbindung von Studierenden "theoretisch gestützte, praktische Lösungen für die österreichische Industrie in Bezug auf die große Herausforderung der Digitalisierung liefern". Jonas Puck vom Institut für International Business will praxisrelevante Ergebnisse für die Frage liefern, was die ständigen Veränderungen im internationalen Rahmen für die Expansionsmöglichkeiten und -strategien von österreichischen Unternehmen bedeuten. Pucks Instituts-Kollege Phillip Nell wird die Rolle und Bedeutung von Unternehmenszentralen für Österreich untersuchen.

Im Mittelpunkt des Projekts von Jesus Crespo Cuaresma vom Institut für Makroökonomie stehen makroökonomische Effekte von Migration auf die Produktivität. Zudem soll das WU-Gründungszentrum gefördert werden, das auch die Koordination und Administration der Initiative und der Fördermittel übernimmt. Der Leiter des Zentrums, Rudolf Dömötör, will mit der Förderung das Thema Student-Entrepreneurship fördern, Studenten bei den ersten Schritten in Richtung einer Unternehmensgründung unterstützen und auch universitätsübergreifenden Initiativen verstärken, etwa verstärkt auf technische Hochschulen zugehen.

Private Förderung in Österreich noch selten

Die 11 Mio. Euro sollen laut Hofer "in etwa linear auf die zehn Jahre verteilt" werden und damit auch weitere Projekte identifiziert und gefördert werden. Das Engagement bedeute keine Schmälerung anderer Initiativen der B&C Privatstiftung, etwa der "MEGA Bildungsstiftung", sagte Hofer.

Private Förderungen von Hochschulen bzw. von Wissenschaft und Forschung in dieser Höhe sind etwa in den USA gang und gäbe, in Österreich allerdings noch selten. 2010 erhielt etwa das Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg von der Invicta Privatstiftung zehn Millionen Euro. Magna-Gründer Frank Stronach hatte 2003 einen Vertrag mit der Technischen Universität (TU) Graz über die Einrichtung eines nach ihm benannten Instituts an der Fakultät für Maschinenbau abgeschlossen, der in insgesamt zehn Jahren Zuwendungen in Höhe von rund 24 Mio. Euro vorsah. Der Industrielle Hannes Androsch hatte 2004 eine Stiftung bei der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingerichtet, die am Beginn mit einer Mio. Euro dotiert war und bis 2012 auf zehn Mio. Euro umfassen sollte. Doch Androsch stoppte das Projekt, nachdem das Finanzamt dem aus der Stiftung gespeisten Preis 2011 die Gemeinnützigkeit aberkannt hatte.

Tojner sprach sich dafür aus, derartige Zuwendungen noch stärker steuerlich zu fördern, "dann würde sicher noch mehr Geld für die Universitäten herauskommen".

(APA/red, Foto: APA/HELMUT FOHRINGER)

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