Wirtschaftsnobelpreis an David Card, Joshua Angrist und Guido Imbens

11. Oktober 2021 - 13:05

Der diesjährige Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht an drei Forscher: Der Kanadier David Card von der University of California in Berkeley wurde für seine empirischen Beiträge zur Arbeitsökonomie ausgezeichnet. Der Amerikaner Joshua D. Angrist vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Niederländer Guido W. Imbens von der Stanford University teilen sich die zweite Hälfte des Preises für ihre methodischen Beiträge zur Analyse von Kausalzusammenhängen.

Die Preisträger lieferten "neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt"
Die Preisträger lieferten "neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt"

Alle drei Forscher "haben uns neue Erkenntnisse über den Arbeitsmarkt geliefert und gezeigt, welche Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung aus natürlichen Experimenten gezogen werden können", begründete die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm am Montag ihre Entscheidung. "Ihr Ansatz hat auf andere Bereiche übergegriffen und die empirische Forschung revolutioniert." Viele der großen Fragen in den Sozialwissenschaften hätten mit Ursache und Wirkung zu tun - etwa, wie sich Einwanderung auf das Lohn- und Beschäftigungsniveau auswirke. Diese Fragen seien schwer zu beantworten, weil es dazu keine Vergleiche gebe. "Wir wissen nicht, was passiert wäre, wenn es weniger Zuwanderung gegeben hätte", so die Akademie. Die diesjährigen Preisträger hätten jedoch gezeigt, dass es möglich sei, solche und ähnliche Fragen mit natürlichen Experimenten zu beantworten.

Der Nobelpreis im Fach Wirtschaftswissenschaften wird seit 1968 verliehen. Er wird von der schwedischen Notenbank gestiftet und ist mit 10 Millionen Kronen (knapp 1 Million Euro) dotiert. Im vergangenen Jahr erhielten die US-Wissenschafter Paul Milgrom und Robert Wilson die Auszeichnung. Beide forschen auf dem Gebiet der sogenannten Auktionstheorie.

Seit der ersten Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises 1969 war bisher erst ein Österreicher unter den Preisträgern: Der österreichische liberale Ökonom Friedrich August von Hayek erhielt 1974 den Preis gemeinsam mit dem Schweden Gunnar Myrdal für Arbeiten auf dem Gebiet der Geld- und Konjunkturtheorie. Der österreichische Verhaltensökonom Ernst Fehr (Uni Zürich) wurde in der Vergangenheit öfters als Kandidat für den Wirtschaftsnobelpreis genannt.

(APA/red, Foto: APA/APA/AFP/TT NEWS AGENCY/CLAUDIO BRESCIANI)

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