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Vorbild Renaissance: Uni Linz und Angewandte mit Allianz

29. November 2019 - 10:59

Die Universität Linz und die Universität für angewandte Kunst Wien planen eine Kooperation in mehreren Bereichen und wollen eine "Allianz für kreative Innovation" schmieden. Zentrum soll das ehemalige PSK-Gebäude in Wien-Innere Stadt sein, das die Unis voraussichtlich 2021 beziehen. Vorbild sind die Renaissance bzw. Leonardo da Vinci.

Da Vinci vereinte die anatomische Komponente mit zeichnerischer Qualität
Da Vinci vereinte die anatomische Komponente mit zeichnerischer Qualität

"Kunst war immer eine gesellschaftliche Triebfeder", betonte Angewandte-Rektor Gerald Bast vor Journalisten. "Das wollen wir wieder mehr in den Mittelpunkt stellen - das geht aber nur in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen. Wenn man in einer Gesellschaft Wirkung entfalten will, wo alles mit allem zusammenhängt, kann man im Bildungssektor nicht so tun, als sei alles monodisziplinär und linear, wie wir das seit 150 Jahren tun."

Als "Paradebeispiel" nannte Uni Linz-Rektor Meinhard Lukas die Renaissance. Bei Leonardo da Vinci seien etwa die anatomische Komponente und zeichnerische Qualität ineinandergeflossen. "Wir leben in einer Zeit, in der dieses Verständnis hochaktuell ist." Daher habe man ein gemeinsames Manifest unter dem Titel "Innovation durch Universitas" geschaffen, in dem es um die Gesamtheit des Wissens gehe. "Man soll Kunst nicht auf Schönheit und Wissenschaft nicht auf Wahrheit reduzieren."

Neues Technologieverständnis für alte Kunst

Die beiden Unis sind etwa überzeugt, dass es ein neues Technologieverständnis brauche. Im 20. Jahrhundert habe man viel erforscht und Neues auf die Welt gebracht, so Lukas. "Und dann hat man erst über die Wirkung auf die Gesellschaft nachgedacht." Als Beispiel nannte er die Kernspaltung und den nach wie vor nicht gelösten Umgang mit dem Atommüll. "Wir laufen Gefahr, dass wir diesem Technologieverständnis nach wie vor aufsitzen. Alle gehen in Richtung Elektromobilität, um das Nachhaltigkeitsproblem zu lösen. Aber was ist mit der Entsorgung der Batterien? Das ist noch nicht gelöst. Daher ist der Kontext von Technologie so wichtig." Nötig sei daher eine viel stärkere Reflexion und Interaktion zwischen Wissenschaft und Kunst.

"Die Probleme der heutigen Welt liegen im Zusammenwirken verschiedener Faktoren", so Bast. "Schulen und Unis funktionieren aber immer noch zu einem ganz hohen Prozentsatz in Disziplinen und Subdisziplinen. Da muss es einen Anstoß zu Veränderungen geben." Das bedeute nicht eine Abschaffung der Disziplinen. "Aber die Schlussfolgerung muss sein: Wir brauchen nicht more of the same, sondern neue Angebote, die diese Grenzen überschreiten."

Das Manifest sei auch ein Anstoß für die forschungspolitische Diskussion, meinte Lukas. "Auf welche Kompetenzen kommt es an in einer Welt der lernenden Maschinen?" Er sei überzeugt, dass Kreativität und Agilität, Reflexions- und Kritikfähigkeit enorm wichtig würden.

Kunst und Künstliche Intelligenz

Die beiden Unis verstünden sich als "Avantgarde und Pionierinstitutionen in einer notwendigen Erneuerung der Bildungslandschaft", so Bast. Zentrum der Kooperation werde das ehemalige PSK-Gebäude in Wien sein. Lukas will etwa Forschungsgruppen im Bereich Künstliche Intelligenz der Uni Linz dort ansiedeln. Genaue Konzepte für die Kooperation gebe es noch nicht - Vorbild könne aber das Medialab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) sein. Man denke auch über eine Art Studium Generale für Kreativität nach.

"Das Fernsehen hat nicht die Welt verändert durch die Fernsehtechniker, sondern über den Content, den es vermittelt hat", meinte Bast. "Das gleiche gilt für den Buchdruck vor 500 Jahren. Und das gleiche sollte mit der Künstlichen Intelligenz jetzt und später mit der Quantentechnologie passieren."

(APA/red, Foto: APA/APA (AFP))


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