Uni-Zugang: Neue Prüfungen trotz weniger Studienanfängern

3. Juli 2019 - 9:23

Vor der ersten Woche mit zahlreichen Aufnahmeprüfungen an den Universitäten (eine zweite folgt am Ende des Sommers, Anm.) mit teils hohen Anmeldezahlen mutet es ein wenig paradox an: Eigentlich sinkt die Zahl der Studienanfänger derzeit - trotzdem gib es heuer neue Zugangsbeschränkungen. Allerdings sind die Studentenströme derzeit unberechenbar bzw. verteilen sich ungleichmäßig.

Im Medizinstudium gehen die Zahlen konstant nach oben
Im Medizinstudium gehen die Zahlen konstant nach oben

Ab dem Studienjahr 2019/20 haben die Unis die Möglichkeit bekommen, zusätzlich zu den bestehenden Zugangsbeschränkungen auch noch Hürden in den Fächern Jus, Fremdsprachen und Erziehungswissenschaften sowie in nur lokal überlaufenen Studienrichtungen einzuführen. Dies geschah nach jahrelangem Drängen der Unis aufgrund steigender Anfänger- und Studentenzahlen. Mittlerweile sind aber die Anfängerzahlen (also jener, die tatsächlich ein Studium beginnen, Anm.) an den Unis zwei Jahre hintereinander gesunken.

Bei der Zahl der Studienwerber (also jener, die sich für die Aufnahme in ein zugangsbeschränktes Fach bewerben, Anm.) ist die Entwicklung uneinheitlich. Im Medizinstudium gehen die Zahlen mehr oder weniger konstant nach oben: Heuer haben sich erstmals mehr als 16.000 Personen für einen der 1.680 Plätze registriert - das dürfte vor allem damit zu tun haben, dass viele in den Jahren davor Gescheiterte es erneut versuchen. Auch an der Wirtschaftsuniversität (WU) gibt es heuer mehr Studienwerber als im Vorjahr.

Neue Unifinanzierung

Auf der anderen Seite bekommen manche Universitäten ihre beschränkten Studienplätze gar nicht voll: Sowohl an der Uni Wien als auch an der Uni Graz blieb die Zahl der Bewerber etwa in Jus und den Wirtschaftsstudien unter der zur Verfügung stehenden Platzzahl. Andere Unis verzichteten von vorneherein auf die Möglichkeit der Zugangsbeschränkung. Grund dafür ist die neue Unifinanzierung: Je mehr prüfungsaktive Studenten eine Uni hat, desto höher der Anteil am Budgetkuchen - und im Regelfall bedeuten weniger Studenten auch weniger Prüfungsaktive.

Für die sinkenden Anfängerzahlen und weniger Bewerber an den öffentlichen Unis dürften mehrere Gründe verantwortlich sein: Einerseits wächst die Zahl der Studenten an Fachhochschulen und Privatuniversitäten. Noch größeren Anteil haben aber die seit 2014 sinkenden Maturantenzahlen bzw. die zeitliche Verschiebung des Maturaabschlusses. Nach der Einführung der Zentralmatura sind die Erfolgsquoten der Schüler beim Haupttermin der Reifeprüfung im Sommer zurückgegangen. Folge ist, dass viele Schüler erst beim Herbst- oder Wintertermin die Reifeprüfung komplett absolviert haben - und damit erst später inskribieren. Dazu kommt noch der Konjunktureffekt: Läuft die Wirtschaft schlecht, inskribieren mangels Arbeitsplätzen mehr Personen bzw. beginnen ein weiteres Studium - läuft sie wie in den vergangenen Jahren gut, ist der direkte Berufseinstieg attraktiver.

(APA/red, Foto: APA)


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