Tiroler Studie belegt emotionale Folgen der Coronakrise bei Kindern

13. Januar 2021 - 13:59

Eine noch laufende Studie der tirol kliniken und der Medizinischen Universität Innsbruck belegt emotionale Beeinträchtigungen bei Kindern durch die Coronakrise. Die erste Befragung von 438 Eltern und 220 Kindern im Juni 2020 ergab, dass beispielsweise Aggressionen und Symptome wie Kopfweh zunahmen.

Probleme von Schlafproblemen bis Zorn nehmen zu
Probleme von Schlafproblemen bis Zorn nehmen zu

Mädchen sind es außerdem, die etwa Probleme mit dem Durchschlafen haben, teilte die am Landeskrankenhaus Hall beschäftigte Klinische- und Gesundheitspsychologin Silvia Exenberger-Vanham bei einer Pressekonferenz in Innsbruck mit. Bei Buben ab sieben drücke sich die Belastung durch die Corona-Maßnahmen und die Quarantäne hingegen vor allem durch Zorn und Wut aus, führte Exenberger-Vanham aus, die auch als Studienleiterin fungiert.

Rückzugs-Tendenzen bei kleineren Kindern

Während bei Mädchen darüber hinaus auch Symptome wie Übelkeit erhoben wurden, waren es bei Kindern im Kindergartenalter vornehmlich Rückzugs-Tendenzen. "Das haben wir vor allem verstärkt in Südtirol festgestellt, wo die Corona-Schutzmaßnahmen länger und intensiver waren", sagte Exenberger-Vanham in diesem Kontext. Für die zweite Befragungsphase der Studie, die seit 14. Dezember läuft und bis 31. Jänner dauert, erwarte man sich in Nordtirol ähnliche Ergebnisse.

Vor allem auch deshalb, weil Ereignisse und Unsicherheiten kulminieren, wie Kathrin Sevecke, Primaria der Abteilung und Direktorin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Hall und Innsbruck, betonte. "Schulschließungen und Lockdows bleiben natürlich nicht folgenlos", meinte Sevecke, die ebenfalls an der Studie beteiligt ist. Mit weiteren psychopathologischen Symptomen sei definitiv zu rechnen, strich sie heraus.

Beeiträchtigungen bereits chronisch

Allein in Hinblick auf den Zeitraum könne man bei den emotionalen Beeinträchtigungen der Kinder bereits jetzt schon von "chronisch" sprechen, betonten beide Beteiligten. Der Trend zur Aggression setze ich "auch nach drei Monaten fort", führte Exenberger-Vanham aus. Über einen Kamm scheren dürfte man die Situation aber dennoch nicht, ergänzte Sevecke. "Vieles hängt auch von den familiären Bedingungen und von der emotionalen Stabilität der Eltern ab", erläuterte sie.

(APA/red, Foto: APA/APA (dpa))

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