Archäologie

Bachelorstudium

Letztes Update: 02.08.2018
BEREICH:
Geistes- und Kulturwissenschaft
DAUER: 6 Semester
ECTS:
180
ABSCHLUSS: Bachelor of Arts (BA)
TYP:
Präsenzstudium
ANWESENHEIT:
Vollzeit
STUDIENGEBÜHR: prinzipiell nein
DETAILS: https://studien.uni-graz....
WS Gesamtδ Vorsemester
09/10 22 30 52
10/1125 47 72 +38.46%
11/1234 58 92 +27.78%
12/1334 67 101 +9.78%
13/1444 65 109 +7.92%

Quelle: UNI:DATA BMWF

Über das Studium:

Das Fach Archäologie (Klassische und Provinzialrömische Archäologie) versteht sich als eine historische Kulturwissenschaft. Gegenstand von Forschung und Lehre ist die materielle Hinterlassenschaft der antiken Kulturen des Mittelmeerraumes (speziell der griechischen und italischrömischen Kultur) sowie seiner Randgebiete und der von diesen geprägten Kulturen des Römischen Reiches. Im Rahmen des gesamtuniversitären Grazer Forschungsschwerpunktes „Kultur- und Deutungsgeschichte Europas“ ist die Forschung am Institut für Archäologie derzeit auf den Forschungsbereich „Die Kulturen des antiken Mittelmeerraumes und ihre Bedeutung für die Geistes- und Kulturgeschichte Europas“ konzentriert, wobei auch der zweite gesamtuniversitäre Schwerpunkt „Südöstliches Europa“ berücksichtigt wird. Dies wirkt sich auf das Studium der Archäologie in Graz dahingehend aus, dass die Klassische und die Provinzialrömische Archäologie gleichberechtigt nebeneinander stehen und dass die mit archäologischen Methoden zu erforschende Sachkultur des Ostalpen-, Adria-, Donau- und Balkanraums auch in der Lehre forciert wird.

Die Archäologie behandelt jedwede Art materieller Spuren vergangener Kulturen, die sie anhand der ihr zur Verfügung stehenden Feldmethoden als Quellen erschließt und anhand ihrer spezifischen regelhaften Verfahren zur Aufbereitung und Analyse bearbeitet. Die Spannweite archäologischer Quellen reicht vom Kunstwerk bis zur einzelnen Gefäßscherbe, vom Tempel bis zum Pfostenloch; ihr Quellenwert leitet sich vom materiellen Habitus und von der Fundsituation ab. Durch das Erkennen, Aufdecken, Klassifizieren, Rekonstruieren, Vergleichen und Deuten der archäologischen Quellen werden Lebensformen und Verhaltensweisen der Menschen der betreffenden Kulturkreise erforscht und verständlich gemacht. Die Archäologie leistet dabei für die jeweils behandelten Zeiten und Räume einen Beitrag zur Kenntnis des historischen Universums.

Die Verbindung von Klassischer und Provinzialrömischer Archäologie in Lehre und Forschung mit Betonung berufsnaher Praxis ist in der Universitätslandschaft des deutschen Sprachraumes selten. Die Vernetzung mit den Nachbarfächern der Klassischen und Provinzialrömischen Archäologie – das sind die übrigen Altertumswissenschaften, die Ur- und Frühgeschichte, die Archäologie der Mittelalters und der Neuzeit, die Kunstgeschichte, die Geschichte, Europäische Ethnologie, sowie alle anderen kulturwissenschaftlichen Fächer, in denen aus der Antike stammende Bereiche behandelt werden, sowie die im Rahmen der Feldarchäologie und Fundauswertung zum Einsatz kommenden Naturwissenschaften – gilt dabei als selbstverständlich.

Fächer:

Diesen Fächern begegnest du u.a. im Studienplan:

Alte Geschichte, Altertumskunde, Archäologie Griechenlands, Archäologie Italiens, Ausstellungswesen, Bodendenkmalpflege, Denkmälerkunde, Dokumentation, Dokumentieren archäologischer Denkmäler, Feldarchäologie, Frühgeschichte, Grabungen, Griechisch, Kunstgeschichte, Latein, Lehrgrabung, Mittelalterarchäologie, Provinzialrömische Archäologie, Urgeschichte, Wissenschaftliches Arbeiten, Zeichnen archäologischer Denkmäler

Studienaufbau:

Das Bachelorstudium Archäologie mit einem Arbeitsaufwand von 180 ECTS-Anrechnungspunkten umfasst sechs Semester und ist modular strukturiert. Die ECTS-Anrechnungspunkte betragen 124 in den Pflichtfächern, 30 in den gebundenen Wahlfächern (Module C, D, E) und 26 in den freien Wahlfächern. 

Qualifikationsprofil:

Im Sinne einer berufsnahen Ausbildung sind die Lehrinhalte des Bachelorstudiums geeignet, folgende, für das Fach Archäologie grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln:

a) Überblickskenntnisse zu den materiellen Hinterlassenschaften (Denkmäler und Funde) der antiken Kulturen des Mittelmeerraumes sowie der Römischen Provinzen mit Schwerpunkt im Alpen- und Donauraum.

b) Die theoretischen Grundlagen des Faches Archäologie, die methodischen Grundlagen der wissenschaftlichen Arbeit und deren Anwendung in der Praxis (wissenschaftliche Berufsvorbildung).

c) Die methodischen Grundlagen der Feldarchäologie sowie der Fundbearbeitung und Fundauswertung und ihre Anwendung in der Praxis.

Studierende des Bachelorstudiums Archäologie sollen nach Absolvierung des Studiums in der Lage sein,

a) Denkmäler, Befunde und Funde der antiken Kulturen des Mittemeerraumes und der Römischen Provinzen mithilfe der facheinschlägigen Methodik einer Analyse zu unterziehen und sie aufgrund ihrer formalen und inhaltlichen Charakteristika kulturell, stilistisch, chronologisch und räumlich einzuordnen und in ihrem Aussagewert zu beurteilen;

b) selbstständig und kritisch Sekundärliteratur zu recherchieren, zu reflektieren und die Ergebnisse unter Beachtung der wissenschaftlichen Konventionen schriftlich darzustellen;

c) die facheinschlägige Terminologie anzuwenden;

d) unter Anwendung der erlernten Feldmethoden selbstständig die technischen Anforderungen einer Ausgrabung, insbesondere in der Dokumentation, zu bewältigen;

e) selbstständig wissenschaftliche Fragestellungen zu formulieren und zu verfolgen;

f) sich in eine Forschungsgruppe zu integrieren, im Team zu arbeiten und innerhalb eines Teams Arbeitsgruppen zu leiten und anzuleiten;

g) sich als Fachkraft an wissenschaftlichen Grabungs-, Fundaufarbeitungs- und Ausstellungsprojekten zu beteiligen.

Berufsaussichten / Jobs:

Das abgeschlossene Bachelorstudium Archäologie stellt eine Qualifikation für eine Reihe von Arbeitsbereichen dar:

a) Mitarbeit an Forschungsprojekten einschlägiger Universitätsinstitute und außeruniversitärer Forschungseinrichtungen

b) Tätigkeit in archäologischen Abteilungen von Museen (Stadt-, Landes-, Bundes- und sonstige Museen) sowie im facheinschlägigen Ausstellungsbetrieb

c) Örtliche Leitung von Grabungen von Behörden und wissenschaftlichen Institutionen sowie qualifizierte Mitarbeit in der archäologischen Landesaufnahme

d) Tätigkeit in der archäologischen Praxis im Rahmen von Unternehmungen professioneller Grabungsfirmen und archäologischer Vereine

e) sonstige Tätigkeiten im öffentlichen und privaten Bereich wie Tourismus, Kulturmanagement, Kulturvermittlung, Kulturjournalismus, Kunsthandel, Verlagswesen, Fachbuchhandel, Vermessungswesen.

Einstiegsvoraussetzungen:

Studienvoraussetzung und Ergänzungsprüfung

a) Studienspezifische Zulassungsvoraussetzung Latein

Vor der Zulassung zum Bachelorstudium Archäologie ist zur Reifeprüfung an höheren Schulen ohne Pflichtfach Latein gemäß § 2 Abs. 1 lit. a UBVO 1998, BGBl. II Nr.44/1998 in der Fassung BGBl. II Nr. 26/2008 eine Zusatzprüfung aus Latein abzulegen. Gemäß § 2 Abs. 2 UBVO 1998 entfällt diese Zusatzprüfung aus Latein, wenn Latein an einer höheren Schule im Ausmaß von mindestens zehn Wochenstunden erfolgreich besucht wurde.

b) Ergänzungsprüfung Griechisch

Vor dem Abschluss des Bachelorstudiums Archäologie ist zur Reifeprüfung an höheren Schulen ohne Pflichtfach Griechisch gemäß § 4 Abs. 1 UBVO 1998, BGBl. II Nr.44/1998 in der Fassung BGBl. II Nr. 26/2008 eine Zusatzprüfung aus Griechisch abzulegen. Gemäß § 4 Abs. 2 und Abs. 3 UBVO 1998 entfällt diese Zusatzprüfung aus Griechisch, wenn Griechisch an einer höheren Schule im Ausmaß von mindestens zehn Wochenstunden erfolgreich besucht wurde.


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