Alte Geschichte und Altertumskunde

Masterstudium

Letztes Update: 31.07.2018
BEREICH:
Geistes- und Kulturwissenschaft
DAUER: 4 Semester
ECTS:
120
ABSCHLUSS: Master of Arts (MA)
TYP:
Präsenzstudium
ANWESENHEIT:
Vollzeit
STUDIENGEBÜHR: prinzipiell nein
DETAILS: https://studien.uni-graz....
WS Gesamtδ Vorsemester
11/120 1 1
12/131 2 3 +200%
13/142 3 5 +66.67%
14/151 5 6 +20%
15/162 4 6 0%

Quelle: UNI:DATA BMWF

Über das Studium:

Die Alte Geschichte versucht die großen Leitlinien jenes räumlich und zeitlich nicht verbindlich umrissenen Komplexes aufzuzeigen, den man gemeinhin mit dem Etikett 'Antike' versieht. Dieses Gebilde umfasst die frühen Hochkulturen, die bronzezeitlichen Kulturen der Ägäis und Altitaliens und das griechisch-römische Altertum (einschließlich der Randvölker) bis in das 6. Jh. n. Chr., wobei räumlich auch die gesamte Oikumene vom alten China bis nach Mittel- und Südamerika in die (vergleichende) Betrachtung einbezogen wird, und zeitlich Ausblicke sowohl in die Prähistorie als auch in die mittelalterliche, neuere und neueste Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des Nachlebens der Antike selbstverständlich sind.

Vorwiegend der materiellen Hinterlassenschaft dieser 'Antike' widmet sich die Altertumskunde, mit dem primären Anliegen, die Realien der menschlichen Lebenswelt und die Grundbedürfnisse des Daseins – von den Jenseitsvorstellungen bis zu den Essgewohnheiten – zu erfassen und so aufzubereiten, dass von diesen allgemeinen Voraussetzungen menschlichen Handelns – eben den 'Altertümem' – ausgehend versucht werden kann, die Antriebskräfte für die historischen Abläufe durchschaubar zu machen. Alte Geschichte und Altertumskunde bedingen und ergänzen einander solcherart als Betrachtungsweisen auf dem unüberschaubaren Feld menschlicher Erinnerungen und Hinterlassenschaften.

Für die Alte Geschichte gilt zumindest im gleichen Maß wie für das Fach Geschichte an sich die von Menschen offenbar gewünschte Verpflichtung zu weitreichender und möglichst dichter Erinnerung an Ereignisse, Phänomene und Zustände der Vergangenheit. Aus der Abgeschlossenheit des von der Alten Geschichte bearbeiteten Bereichs resultieren Verknüpfungsmöglichkeiten zu strukturell vergleichbaren Erscheinungen späterer Epochen und damit auch eine bestimmte Beeinflussung des Wertesystems. Die Gesichtspunkte von 'Alterität' und 'Vertrautheit' gelten besonders für die Alte Geschichte, Konstanz und Wandel werden besonders bei Betrachtung langfristiger Perspektiven erkennbar.

Neben dem bisher Gesagten darf an die grundsätzliche Wichtigkeit des Faches für die Beurteilung und Wertung der Entwicklung allgemeinmenschlicher Phänomene wie Arbeit, Sport, Armut, Magie und Religion, Sterben und Tod, Erotik und Sexualität etc. erinnert werden.

Dem Fach Alte Geschichte und Altertumskunde kommt in gewisser Hinsicht eine wissenschaftliche Kontrollfunktion bei der Beurteilung der Entstehung der Weltreligionen (Christentum etc.) und dogmatischer Weltanschauungen (Marxismus, dialektischer Materialismus, Rassenlehre etc.) zu. Durch die Anwendung der Prinzipien der Vergleichenden Geschichtswissenschaft können für Erscheinungen wie Xenophobie, Völkerklischees und Herrschaftsformen Erklärungsvorschläge gemacht werden. Ähnlich und von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, dass im Zuge der Diskussion über die Stellung der Frau und in weiterer Folge im Rahmen der Frauen- und Geschlechterforschung (Genderstudies) die Alte Geschichte immer wieder entweder als Stichwortgeber oder zur Legitimation von (durchaus kontroversiellen) Positionen benutzt wurde, was einem angeregten Dialog förderlich war und ist.

Fächer:

Diesen Fächern begegnest du u.a. im Studienplan:

Altorientalistik, Antike Randkulturen, Antike Rechtsgeschichte, Archäologie, Austria Romana, Epigraphik, Etruskologie, Europäische Ethnologie, Geschichte, Historiographie, Historische Topographie, Klassische Philologie, Kulturgeschichte des Altertums, Kunstgeschichte, Museologie, Mykenologie, Numismatik Papyrologie, Philosophie, Politische Geschichte des Altertums, Sozialgeschichte des Altertums, Soziologie, Theologie, Traditionstransfer, Ur- und Frühgeschichte, Volkskunde, Wirtschaftsgeschichte des Altertums, Ägyptologie

Qualifikationsprofil:

Der „Mehrwert“ des zu absolvierenden Masterstudiums im Verhältnis zu einem fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums besteht in einem vertieften Verständnis für wissenschaftliches Arbeiten und methodisches Vorgehen sowie in der Fähigkeit zu Problemlösungen im Bereich des Humanen und Humanistischen.

Spezielle Qualifikationen, die vermittelt und erworben werden sollen:

  • Arbeit mit antiken Quellen
    Eigenständiges Erschließen der unterschiedlichen originalsprachlichen schriftlichen und materiellen Quellen durch methodisches Vorgehen. Kritische und methodisch korrekte Analyse der in den Quellen enthaltenen Informationen.
  • Arbeit mit modernen Informationsspeichern 
    Qualitative Selektion der in traditionellen (Bücher, Zeitschriften etc.) und „neuen” (CD-ROM, Internet etc.) Wissensspeichern verfügbaren Informationen.
  • Auswertung
    Methodisch nachvollziehbare und umfassende Synopse der unterschiedlichen Informationen aus den Quellen und den Fachpublikationen. Fähigkeit zur Einordnung dieser Informationen in die aktuelle Forschungsdiskussion und Bestimmung ihrer Wertigkeit, sowohl innerhalb des Faches als auch im Rahmen anderer Disziplinen (Politikwissenschaft, Soziologie, Kulturwissenschaften etc.). Anwenden der unterschiedlichen für diese Wissenschaftszweige spezifischen Kriterien/Beurteilungskriterien. Erkennen der komplexen Wechselbeziehungen zwischen diesen Bereichen. Erfassen der Interdependenz zwischen den genannten heuristischen Kategorien und den natürlichen Umweltbedingungen (Landschaft, Klima etc.).
  • Weitergabe
    Forschungsergebnisse in einer Form, die es der (Fach)Wissenschaft ermöglicht, das Zustandekommen nachzuvollziehen und die Aussagen intersubjektiv zu verifizieren oder zu falsifizieren. Präsentation in wissenschaftlichen Publikationen bzw. in der Lehre und in Fachvorträgen. Außerhalb des Wissenschaftsbetriebes im Rahmen von weiterbildenden Veranstaltungen, Führungen, Ausstellungen oder der Organisation von Reisen etc. sowie Veröffentlichungen in nichtwissenschaftlichen Publikationsorganen.

Allgemeine Qualifikationen, die vermittelt und erworben werden sollen:

Kenntnisse von Fremdsprachen, sowohl von antiken als auch modernen zur sinnvollen Teilnahme am wissenschaftlichen Diskurs. Ebenso wird vertiefte Einsicht in interkulturelle Probleme und Inhalte und ein daraus resultierendes differenziertes Verständnis fremder Kulturen unter dem Gesichtspunkt von Alterität und Vertrautheit erzielt. Beziehen kritischer Positionen gegenüber wissenschaftlichen und populären Auffassungen und Ideologien, besonders wenn solche sich historischer Argumente zur Legitimation bedienen.

Berufsaussichten / Jobs:

Das Masterstudium der Studienrichtung Alte Geschichte und Altertumskunde vermittelt eine wissenschaftliche Vorbildung für berufliche Tätigkeiten in vielen Berufsfeldern/Institutionen:

  • Tätigkeit im Bereich von Lehre an Universitäten und Fachhochschulen
  • Mitarbeit an wissenschaftlichen Projekten
  • Gutachtertätigkeit
  • Wissenschaftlicher Dienst an Museen, in Bibliotheken und Sammlungen
  • Ausstellungswesen
  • Denkmalpflege
  • Erwachsenenbildung, Fortbildung (Volkshochschulen und verwandte Einrichtungen)
  • Presse-, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Freizeitindustrie und Tourismus (Reiseplanung, -führung und -begleitung, Beratung, Organisation)
  • Kulturmanagement (inhaltliche und organisatorische Planung, Organisation und Durchführung von Kultur- und Bildungsveranstaltungen)
  • Zeitungs- und Verlagswesen, Buchhandel und Literaturbetrieb
  • Allgemeine Verwaltung und Politik, insbesondere Kulturverwaltung und -politik
  • Wirtschaft

Einstiegsvoraussetzungen:

Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Alte Geschichte und Altertumskunde ist der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Bachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Gleichwertigkeit entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG 2002 das Rektorat.


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