Alte Geschichte und Altertumskunde

Bachelorstudium

Letztes Update: 02.08.2018
BEREICH:
Geistes- und Kulturwissenschaft
DAUER: 6 Semester
ECTS:
180
ABSCHLUSS: Bachelor of Arts (BA)
TYP:
Präsenzstudium
ANWESENHEIT:
Vollzeit
STUDIENGEBÜHR: prinzipiell nein
DETAILS: https://studien.uni-graz....
WS Gesamtδ Vorsemester
09/10 16 19 35
10/1116 21 37 +5.71%
11/1224 27 51 +37.84%
12/1323 34 57 +11.76%
13/1429 34 63 +10.53%
14/1536 38 74 +17.46%
15/1638 34 72 -2.7%

Quelle: UNI:DATA BMWF

Über das Studium:

Die Alte Geschichte versucht die großen Leitlinien jenes räumlich und zeitlich nicht verbindlich umrissenen Komplexes aufzuzeigen, den man gemeinhin mit dem Etikett 'Antike' versieht. Dieses Gebilde umfasst die frühen Hochkulturen, die bronzezeitlichen Kulturen der Ägäis und Altitaliens und das griechisch-römische Altertum (einschließlich der Randvölker) bis in das 6. Jh. n. Chr., wobei räumlich auch die gesamte Oikumene vom alten China bis nach Mittel- und Südamerika in die (vergleichende) Betrachtung einbezogen wird, und zeitlich Ausblicke sowohl in die Prähistorie als auch in die mittelalterliche, neuere und neueste Geschichte unter besonderer Berücksichtigung des Nachlebens der Antike selbstverständlich sind.

Vorwiegend der materiellen Hinterlassenschaft dieser 'Antike' widmet sich die Altertumskunde, mit dem primären Anliegen, die Realien der menschlichen Lebenswelt und die Grundbedürfnisse des Daseins – von den Jenseitsvorstellungen bis zu den Essgewohnheiten – zu erfassen und so aufzubereiten, dass von diesen allgemeinen Voraussetzungen menschlichen Handelns – eben den 'Altertümem' – ausgehend versucht werden kann, die Antriebskräfte für die historischen Abläufe durchschaubar zu machen. Alte Geschichte und Altertumskunde bedingen und ergänzen einander solcherart als Betrachtungsweisen auf dem unüberschaubaren Feld menschlicher Erinnerungen und Hinterlassenschaften.

Für die Alte Geschichte gilt zumindest im gleichen Maß wie für das Fach Geschichte an sich die von Menschen offenbar gewünschte Verpflichtung zu weitreichender und möglichst dichter Erinnerung an Ereignisse, Phänomene und Zustände der Vergangenheit. Aus der Abgeschlossenheit des von der Alten Geschichte bearbeiteten Bereichs resultieren Verknüpfungsmöglichkeiten zu strukturell vergleichbaren Erscheinungen späterer Epochen und damit auch eine bestimmte Beeinflussung des Wertesystems. Die Gesichtspunkte von 'Alterität' und 'Vertrautheit' gelten besonders für die Alte Geschichte, Konstanz und Wandel werden besonders bei Betrachtung langfristiger Perspektiven erkennbar. Neben dem bisher Gesagten darf an die grundsätzliche Wichtigkeit des Faches für die Beurteilung und Wertung der Entwicklung allgemeinmenschlicher Phänomene wie Arbeit, Sport, Armut, Magie und Religion, Sterben und Tod, Erotik und Sexualität etc. erinnert werden.

Dem Fach Alte Geschichte und Altertumskunde kommt in gewisser Hinsicht eine wissenschaftliche Kontrollfunktion bei der Beurteilung der Entstehung der Weltreligionen (Christentum etc.) und dogmatischer Weltanschauungen (Marxismus, dialektischer Materialismus, Rassenlehre etc.) zu. Durch die Anwendung der Prinzipien der Vergleichenden Geschichtswissenschaft können für Erscheinungen wie Xenophobie, Völkerklischees und Herrschaftsformen Erklärungsvorschläge gemacht werden. Ähnlich und von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, dass im Zuge der Diskussion über die Stellung der Frau und in weiterer Folge im Rahmen der Frauen- und Geschlechterforschung (Genderstudies) die Alte Geschichte immer wieder entweder als Stichwortgeber oder zur Legitimation von (durchaus kontroversiellen) Positionen benutzt wurde, was einem angeregten Dialog förderlich war und ist.

Fächer:

Diesen Fächern begegnest du u.a. im Studienplan:

Alte Geschichte, Alter Orient, Altorientalistik, Antike Randkulturen, Antike Rechtsgeschichte, Archaisches und Klassisches Griechenland, Archäologie, Archäologie Griechenlands, Archäologie Italiens, Austria Romana, Die griechisch-römische Welt, Epigraphik, Etruskologie, Europäische Ethnologie, Frauen- und Geschlechterforschung, Frühgeschichte, Geisteswissenschaften, Geschichte, Grundprobleme der Alten Geschichte, Hellenismus, Historiographie, Historische Topographie, Klassische Philologie, Kunstgeschichte, Museologie, Mykenologie, Neue Medien, Numismatik, Papyrologie, Philosophie, Problemlösungskompetenz anhand ausgewählter althistorischer Beispiele, Prähistorie, Römische Kaiserzeit, Römische Republik, Soziologie, Spezielle Probleme und Forschungstendenzen in der Alten Geschichte, Spätantike, Theologie, Ur- und Frühgeschichte, Volkskunde, Werkzeuge und Arbeitstechniken, Wissenschaftsgeschichte und -theorie, Ägypten, Ägyptologie, Ägäische Frühzeit

Studienaufbau:

Das Bachelorstudium Alte Geschichte und Altertumskunde dauert 6 Semester und umfasst gem. § 54 Abs. 3 UG einen Arbeitsaufwand von 180 ECTS-Anrechnungspunkten; davon entfallen 120 auf die Pflichtfächer (PF), 30 auf die gebundenen Wahlfächer (GWF) und 30 auf die freien Wahlfächer (FWF).

Qualifikationsprofil:

Die Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiums Alte Geschichte und Altertumskunde besitzen im Sinne eines gemäßigt enzyklopädischen Wissens grundlegende Kenntnisse über historische Ereignisse und Persönlichkeiten, Kulturdenkmäler, schriftliche und materielle Quellen der Antike sowie die geographischen und klimatischen Bedingungen.

Die Beherrschung der Methoden des Faches Alte Geschichte und Altertumskunde schafft die Voraussetzung für kritische Reflexionen des erworbenen und zukünftig zu erwerbenden Wissens. Durch Lernsituationen in unterschiedlichen Lehrveranstaltungstypen sind Studierende systematisch auf diverse Anforderungen ihres späteren Berufslebens vorbereitet.

Sie sind – individuell und im Team – versiert in Wissensmanagement im weitesten Sinn des Wortes, von der Recherche über Sammlung und Ordnung bis zur Präsentation in Stichworten auf Handouts oder in ausformulierter Form, in Vortrag oder Diskussion und verfügen damit nicht zuletzt über Teamfähigkeit und soziale Kompetenz.

Spezielle Qualifikationen:

  • Arbeit mit antiken Quellen: Einführung in die Arbeit mit schriftlichen und materiellen Quellen und deren historisch-kritische Auswertung.
  • Arbeit mit Informationsspeichern: Erschließung der in traditionellen (Bücher, Zeitschriften etc.) und ›neuen‹ (Datenbanken etc.) Wissensspeichern verfügbaren Informationen.
  • Präsentation der Informationen in nachvollziehbarer Form.

Allgemeine Qualifikationen:

  • Fähigkeit zur offenen und kritischen Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen und kulturellen Lebenswelt.
  • Soziale Kompetenz sowohl hinsichtlich des Verständnisses für fremde Mentalitäten und Kulturen als auch hinsichtlich heutiger gesellschaftlicher Entwicklungen durch Kenntnis von Entstehung und Entwicklung historischer Phänomene und von Abläufen gesellschaftlicher Prozesse in vergleichbaren aber auch alternativ strukturierten Kulturen.
  • Multimediale Kompetenz im Verstehen von Texten und anderen Kommunikationsmedien.
  • Fremdsprachenkenntnisse.
 

Berufsaussichten / Jobs:

Das Studium Alte Geschichte und Altertumskunde ist als Teil des Fächerkanons der Geisteswissenschaften vor allem in Studien mit altertumskundlicher, allgemein  historischer oder kulturwissenschaftlicher Ausrichtung integriert, zum Teil als Prüfungsfach, zum Teil als Hilfs- und Grundwissenschaft. Alte Geschichte und Altertumskunde ist darüber hinaus unverzichtbarer Teil jeglicher universal ausgerichteter Gesellschafts- und Kulturwissenschaft.
Das Bachelorstudium Alte Geschichte und Altertumskunde vermittelt eine wissenschaftliche Vorbildung für berufliche Tätigkeiten in vielen Berufsfeldern/Institutionen:

  • Tätigkeiten in Museen, Bibliotheken und Sammlungen
  • Ausstellungswesen
  • Denkmalpflege
  • Presse-, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Freizeitindustrie und Tourismus (Reiseplanung, -führung und -begleitung, Beratung, Organisation)
  • Kulturmanagement (inhaltliche und organisatorische Planung, Organisation und Durchführung von Kultur- und Bildungsveranstaltungen)
  • Zeitungs- und Verlagswesen, Buchhandel und Literaturbetrieb
  • Allgemeine Verwaltung und Politik, insbesondere Kulturverwaltung und -politik

Einstiegsvoraussetzungen:

(a) Das Studium der Alten Geschichte und Altertumskunde kann unter den für die Universität Graz geltenden Zulassungsvoraussetzungen aufgenommen werden.

(b) Für die Zulassung zum Studium ist gem. § 63 Abs. 1 Z 3 und Abs. 10 UG die Kenntnis der deutschen Sprache Voraussetzung.

(c) Studienspezifische Zulassungsvoraussetzung Latein Vor der Zulassung zum Studium Alte Geschichte und Altertumskunde ist zur Reifeprüfung an höheren Schulen ohne Pflichtfach Latein gemäß § 2 Abs. 1 lit. a UBVO 1998, BGBl. II Nr.44/1998 in der Fassung BGBl. II Nr. 26/2008 eine Zusatzprüfung aus Latein abzulegen. Gemäß § 2 Abs. 2 UBVO 1998 entfällt diese Zusatzprüfung aus Latein, wenn Latein an einer höheren Schule im Ausmaß von mindestens zehn Wochenstunden erfolgreich besucht wurde.

(d) Notwendige Vorkenntnisse gemäß § 54 Abs. 7 UG: Vor der Anmeldung zur Lehrveranstaltung P1 ist gemäß § 4 Abs. 1 UBVO 1998, BGBl. II Br.44/1998 in der Fassung BGBl. II Nr. 26/2008 eine Zusatzprüfung aus Griechisch abzulegen. Gemäß § 4 Abs. 3 UBVO 1998 entfällt diese Zusatzprüfung aus Griechisch, wenn Griechisch an einer höheren Schule im Ausmaß von mindestens zehn Wochenstunden erfolgreich besucht wurde.


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