Studiengebühren für Berufstätige: Rund 6.000 brachen ab

30. April 2019 - 9:06

Knapp 6.000 berufstätige Langzeitstudenten haben an den Unis nach der Wiedereinführung von Studiengebühren für diese Gruppe im Wintersemester 2018 ihre Ausbildung abgebrochen. Umgekehrt haben knapp 17.000 weiter inskribiert, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der SPÖ.

SPÖ-Sprecherin Kuntzl: "Das führt zu einer sozialen Selektion"
SPÖ-Sprecherin Kuntzl: "Das führt zu einer sozialen Selektion"

Derzeit sind alle Universitätsstudenten aus Österreich bzw. der EU innerhalb der Regelstudienzeit plus zwei Semestern von der Zahlung von Studiengebühren (derzeit 363,36 Euro pro Semester) befreit. Bis zum Sommersemester 2017 galt darüber hinaus aber auch eine Ausnahme für Berufstätige: Sie mussten auch dann nicht zahlen, wenn sie diese "Toleranzsemester" bereits überschritten hatten.

23 Prozent setzten Studium nicht weiter fort

Insgesamt nahmen diese Befreiung im Wintersemester 2017 25.092 Personen in Anspruch, heißt es in der Anfragebeantwortung. Von diesen waren im Wintersemester 2018 16.568 (66 Prozent) noch immer inskribiert. Demgegenüber setzten 5.736 (23 Prozent) ihr Studium im Wintersemester 2018 nicht mehr fort. Die restlichen 2.788 (11 Prozent) schafften im Studienjahr 2017/18 ihren Abschluss.

"Tausende Studierende haben also ihr Studium wegen der Studiengebühren beenden müssen", so SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl in einer Aussendung. "Vielfach sind das Personen, die im zweiten Bildungsweg, neben ihrem Job, ein Studium absolvieren und jene, die von den Eltern keine oder nicht genügend finanzielle Unterstützung bekommen können. Es trifft also jene, die es ohnehin schon schwer haben, überhaupt ein Studium zu absolvieren. Das führt zu einer weiteren sozialen Selektion."

Abgebrochen haben laut Zahlen des Ministerium vor allem ältere berufstätige Langzeitstudenten: 65 Prozent derjenigen, die ohne Abschluss nicht mehr fortsetzten, waren älter als 30 Jahre. 29 Prozent befanden sich im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, sechs Prozent waren jünger.

(APA/red, Foto: APA/APA (Neumayr))


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