Photonenzählender CT-Scanner soll Bildgebung radikal verbessern

2. August 2022 - 13:59

Einer der weltweit ersten ultrahochauflösenden Computertomografen (CT) ist am Dienstag in Graz vorgestellt worden. Das Gerät kann jedes Röntgenphoton und sein Energieniveau direkt erfassen, anstatt es wie bei klassischer CT-Bildgebung zunächst in sichtbares Licht umzuwandeln. Das ermögliche schärfere und kontrastreichere Bilder, hieß es bei der Präsentation im Diagnostikzentrum Graz.

"Quantenzählender Computertomograf" lässt tief blicken
"Quantenzählender Computertomograf" lässt tief blicken

Das von der Siemens-Tochter Siemens Healthineers entwickelte Gerät ist einer von bisher rund 25 photonenzählenden CT-Scannern weltweit und biete "eine radikale Verbesserung der bisher bekannten Bildgebung", wie Peter Kullnig, ärztlicher Leiter des Diagnostikzentrums Graz erklärte. "Quantenzählende Scans generieren nicht nur mehr verwertbare Daten, das Scannen der Lunge in Bewegung, ohne dass der Patient die Luft anhalten muss, ist ebenfalls möglich", führte der Grazer Radiologe weiter aus.

Bisher gingen Informationen verloren

Herkömmliche CT-Detektoren wandeln die Röntgenstrahlung in sichtbares Licht um, welches dann in elektrischen Strom transformiert wird. Mit dieser Energie wird das digitale Bild erzeugt. Bei der Umwandlung von Licht in Strom gehen jedoch Informationen verloren: Das führt zu verringerten Bildkontrasten und verringerter Bildschärfe. Die neue Technologie holt mehr aus den Röntgenstrahlen heraus.

Im Herbst 2021 präsentierte das Siemens Healthineers den ersten für den klinischen Einsatz freigegebenen CT-Scanner mit neuer Technologie, wie sie nun auch in Graz zur Anwendung kommt: Das System verwandelt die Röntgenphotonen - also die Lichtquanten - direkt in elektrische Signale. Der neue Röntgendetektor ist in der Lage, die einzelnen Quanten in jedem Pixel zu zählen. Daher auch der Name "quantenzählender Computertomograf".

Neue Perspektiven

Die höhere räumliche Auflösung der neuen Technologie erlaube den Blick auf anatomische Strukturen, die bisher mithilfe herkömmlicher CT-Bildgebung nicht zu erkennen waren - Tumore würden sich besser als solche erkennen lassen. Auch in der Darstellung der Lungenanatomie bringe das neue Verfahren Vorteile. "Verzögerungen bei der Behandlung von Long Covid und damit potenziell schwerwiegende Folgen für die Patienten können durch die neue Technik vermieden werden", erklärte Kullnig. Zusätzlich sei die präzise Darstellung von u. a. stark verkalkten kleinen Blutgefäßen wie etwa im Herzen möglich. Dadurch könnten nunmehr die oftmals unangenehmen Eingriffe wie etwa der invasive Herzkatheter zu diagnostischen Zwecken, durch die Scans ersetzt werden.

Das vor mehr als 30 Jahren von Kullnig gegründete Diagnostikzentrum Graz ist neben dem neuen, leistungsstarken CT-Scanner mit vier MRT ausgestattet. Die Leistungen stehen Patientinnen und Patienten sowohl von Zuweisern mit Kassenvertrag als auch von Wahlärzten gleichermaßen zur Verfügung.

(APA/red, Foto: APA/Diagnostikzentrum Graz)

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