Neuer Therapieansatz der MedUni Wien bei bösartigem Hirntumor

27. Oktober 2023 - 10:46

Eine Studie unter Leitung der MedUni Wien zeigt einen anhaltenden Überlebensvorteil der so genannten antiangiogenen Therapie bei einem Wiederauftreten des häufigsten bösartigen Hirntumors im Kindes- und Jugendalter. Diese Form der Therapie hungert den Krebs aus, indem sie vor allem in die Krebsumgebung eingreift. Bisher stand keine kurative Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Die Studie wurde jetzt im Journal JAMA Oncology veröffentlicht, hieß es am Freitag.

Neue Therapie "hungert" den Gehirntumor aus
Neue Therapie "hungert" den Gehirntumor aus

Medulloblastome sind für rund 20 Prozent aller Hirntumoren bei Kindern verantwortlich. In etwa einem Viertel der Fälle kommt es trotz Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie zu einem Wiederauftreten.

Nicht der Tumor, sondern die Krebsumgebung als Ziel

Seit 2006 hat die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde eine metronomisch (tägliche Einnahme der Medikation in einer niedrigen Dosierung; Am,.) antiangiogene medikamentöse Therapie verabreicht. Diese verhindert, dass der Tumor Blutgefäße bilden kann, die er für das weitere Wachstum benötigt. "Dieser Therapieansatz im Rezidiv ist insofern attraktiv, da in erster Linie nicht der Tumor selbst angegriffen wird, sondern die Krebsumgebung, das sogenannte "Microenvironment" und der Tumor sozusagen aushungert", so Erstautor der MEMMAT-Studie Andreas Peyrl.

Bei den eingesetzten Medikamenten handelt es sich entweder um niedrig dosierte Chemotherapeutika, aber auch um Medikamente aus anderen Gebieten, die etwa in der Rheumatologie oder zum Senken von Blutfetten zum Einsatz kommen. Verstärkt wird die orale und intravenöse Therapie durch intraventrikuläre Chemotherapeutika, die direkt in die Hirnflüssigkeit injiziert werden.

Die Studie bringt vielversprechende Ergebnisse bei Patientinnen und Patienten mit zuvor bestrahltem Medulloblastom-Rezidiv. Ein Viertel der Patientinnen und Patienten zeigt ein Langzeit-Überleben von mehr als fünf Jahren. Mit bisherigen Therapien gab es nur vereinzelt ein längeres Überleben. "Die Ergebnisse der Studie sind sehr erfreulich, wir können Betroffenen damit erstmalig eine aussichtsreiche Therapie anbieten", so Andreas Peyrl.

(APA/red, Foto: APA/BRigham & Women«s Hospital)

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