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Neue Bioraffinerie-Pilotanlage an TU Wien

6. Juni 2019 - 10:41

Die Technische Universität (TU) Wien hat eine neue Pilotanlage eröffnet, mit der sich bei hohem Druck und Temperatur verschiedene Substanzen aus biologischem Material extrahieren lassen. Das sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Bioraffinerien, mit denen man Reststoffe nutzbar machen will, die bisher weggeworfen oder thermisch verwertet wurden, teilte die TU mit.

Wertvolle Substanzen werden aus biologischem Material extrahiert
Wertvolle Substanzen werden aus biologischem Material extrahiert

Künftig soll es möglich sein, in Bioraffinerien aus Stroh, Holzabfällen aus Sägewerken oder Papierfabriken, Strauchschnitt, Bioabfällen aus der Lebensmittelproduktion und anderem biologischem Material eine ganze Palette wertvoller Produktsubstanzen zu erzeugen. Nicht einfach ist es dabei, holzige Reststoffe zu verwerten. Sie enthalten Lignozellulose, die nur bei höheren Temperaturen abgebaut werden kann.

Die neue Pilotanlage an der TU wurde speziell dafür entwickelt. Bei einem Druck von bis zu 30 bar und Temperaturen von bis zu 250 Grad Celsius kann die Lignozellulose in ihre Hauptkomponenten (Zellulose, Hemicellulose und Lignin) aufgespalten werden. Damit liefern holzige Reststoffe wertvolle nachhaltige Produkte. So kann Lignin in einem von der TU Wien patentierten Prozess in Nanolignin-Partikel umgewandelt werden, die man etwa als UV-Schutz in Sonnencremes, in Lacken oder in Verpackungen verwenden kann. Aus Hemicellulose können Zuckerersatzstoffe wie Xylitol und Erythritol sowie pharmakologische Substanzen hergestellt werden.

"In den nächsten Jahren werden wir mit unserer neuen Anlage genau untersuchen, wie man die Betriebsparameter wie Druck, Temperatur, Lösungsmittel und Extraktionszeit am besten kombinieren muss, um die gewünschten Stoffe zu extrahieren", erklärte Anton Friedl, Leiter des Forschungsschwerpunkts Bioraffinerie der TU Wien. Ziel sei es für eine gewünschte Produktpalette die optimale Technologie am optimalen Reststoff-Standort zu entwickeln, und andererseits, für unterschiedlichste anfallende Reststoffe die optimalen Verwertungsmethoden zu finden.

(APA/red, Foto: APA/TU Wien)


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