Linzer JKU-Rektor Meinhard Lukas will zweite Amtsperiode

4. April 2018 - 12:36

Der nach Diskussionen um seinen Führungsstil zuletzt in die Kritik geratene Rektor der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU), Meinhard Lukas, will weitermachen. Er ersuche die Uni-Gremien um "zeitnahe Entscheidung" und rechne damit, dass diese innerhalb der kommenden zwei Monate getroffen werde, so Lukas.

Großer Rückhalt "von innerhalb und außerhalb der Uni" für Lukas
Großer Rückhalt "von innerhalb und außerhalb der Uni" für Lukas

An die Öffentlichkeit gelangte Ergebnisse einer Umfrage des Betriebsrats beim wissenschaftlichen Personal hatten zuletzt für akademischen Wirbel gesorgt: Zwar wurde die Attraktivierung des Campus gelobt, bei den Forschungs- und Lehrbedingungen sei aber Luft nach oben und der Führungsstil des Rektorats sei zu autokratisch, so der Tenor.

Lukas war ganz offensichtlich bemüht, die angesichts der bevorstehenden Implementierung der Studienplatzfinanzierung zu einem ungünstigen Zeitpunkt ausgebrochene Personaldebatte rasch vom Tisch zu bekommen. Am Mittwoch lud er kurzfristig zu einer Pressekonferenz, um seine Entscheidung bekannt zu geben. Natürlich gebe eine solche Diskussion "zu denken", räumte er bei dieser Gelegenheit ein und betonte: "Ich werde mich weiter um Maß und Mitte bemühen."

Die Gesprächsbasis mit dem Betriebsrat sei "durchgehend gut", betonte er. Er hätte sich aber gewünscht, dass die Ergebnisse der Umfrage zuerst dem Rektorat kommuniziert worden wären, bevor sie "per Massenmail an alle Mitarbeiter" gingen. Nun will er "Gespräche mit offenem Visier" führen, eines ist für Mittwochabend angesetzt.

Zweidrittelmehrheit nötig

Der "große Rückhalt von innerhalb und außerhalb der Uni und die Gespräche mit meiner Frau" hätten ihn letztlich dazu gebracht, sich für das Weitermachen zu entscheiden, erklärte Lukas. Voraussetzung dafür ist, dass Senat und Unirat jeweils mit Zweidrittelmehrheit für die Verlängerung seines 2019 auslaufenden Vertrages stimmen. Ansonsten müsste sich der Rektor einem offenen Verfahren mit anderen Bewerbern stellen.

Lukas war 2015 mit einem ambitionierten Programm angetreten. Eine Qualitätsoffensive in der Lehre und die Attraktivierung des Campus standen ganz oben auf der Liste. Wenige Monate nach Amtsantritt gab es erste Diskussionen um seine Agenda, die der Senat - nachdem Lukas das zur Bedingung für sein Bleiben gemacht hatte - schließlich absegnete.

Was den Campus angeht, so wurde mittlerweile Einiges auf Schiene gebracht: Das Teichwerk, ein schwimmender Pavillon, ist das neue Highlight des Uniareals. Geplant ist zudem u.a. ein umfangreiches Facelifting des gesamten Campus ebenso wie ein College nach britischem Vorbild.

Im wissenschaftlichen Bereich kann sich Lukas u.a. die Gründung des LIT (Linz Institute of Technology) auf die Fahnen schreiben. Bis 2020/21 soll eine Pilotfabrik für digitalisierte Produktionsprozesse entstehen, wo Forscher aus Industrie und Uni zusammenarbeiten und Firmen die Herstellung neuer Produkte ausprobieren können.

Große Brocken waren zuletzt die Etablierung der Medizinfakultät und der Pädagogenausbildung Neu. Als nächstes seien neue Studienrichtungen wie Maschinenbau oder Medical Engineering geplant, führte der Vizerektor für Lehre und Studierende, Andreas Janko, aus. Derzeit arbeite man daran, die Prüfungsaktivität der Studenten zu steigern, das Ziel liege bei plus 25 Prozent. Seine u.a. für Personal zuständige Kollegin Brigitte Hütter verwies auf die mit den Instituten - im einstimmigen Konsens, wie sie betonte - geschlossenen Zielvereinbarungen. Es seien auch Laufbahnstellen geschaffen worden, die eine Karriere für junge Forscher bis hin zu einer Professur ermöglichen, was sie als "Paradigmenwechsel" an der JKU wertete.

(APA/red, Foto: APA/JKU)

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