Kindergartenpädagogik: Mehr Absolventinnen, aber Mangel bleibt

19. Juli 2019 - 11:05

Die Zahl der Abschlüsse an den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (Bafep, früher: Bakip) ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Zwischen 2013 und 2017 gab es ein Plus von 16 Prozent auf 2.300 Absolventinnen, zeigt die Beantwortung einer parlamentarischen Anfragebeantwortung der NEOS durch das Bildungsministerium. Am Personalmangel in Kindergärten ändert das aber nichts, warnen Praktiker.

"Nur wenige gehen in den Beruf und bleiben auch dort"
"Nur wenige gehen in den Beruf und bleiben auch dort"

Die Steigerungen fallen dabei je nach Ausbildungsform recht unterschiedlich aus: Bei der größten Gruppe, den Maturantinnen und Maturanten an den Bafeps, gab es zwischen 2013 und 2017 nur einen kleines Plus von vier Prozent auf rund 2.300. Besonders groß ist hingegen der Zuwachs an den Kollegs, für die Matura, Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung Voraussetzung sind: Hier gab es 2013 rund 460 Anschlüsse, 2017 waren es bereits mehr als 590. Fast verdoppelt haben sich die Absolventen der Sonderpädagogischen Lehrgänge (2017: 154), dabei handelt es sich allerdings um eine Fortbildung für schon ausgebildete Kindergartenpädagogen und nicht um potenzielles Zusatzpersonal.

Wie viele der Bafep-Absolventinnen und -Absolventen (weniger als vier Prozent sind Männer) danach wirklich in einem Kindergarten zu arbeiten beginnen, kann man im Bildungsministerium nicht sagen. Kindergärten sind nämlich wie Horte Ländersache. Laut Österreichischem Berufsverband der Kindergarten- und HortpädagogInnen (ÖDKH) bringen die steigenden Absolventenzahlen der untersuchten fünf Jahre allerdings keine Entspannung der Personalsituation.

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Anmeldungen an den Bafeps wieder rückläufig

"Nach wie vor gehen nur wenige in den Beruf bzw. bleiben auch dort. Viele arbeiten vier Jahre, damit sie das Selbsterhaltungsstipendium bekommen oder sie wechseln in ganz andere Arbeitsfelder", betont ÖDKH-Vorsitzende Raphaela Keller im Gespräch mit der APA. Dabei würden Kolleg-Absolventen deutlich öfter im Kindergarten zu arbeiten beginnen, weil diese mit Beginn der Ausbildung bereits ihre Fähigkeiten und Neigungen gut kennen und sich ganz bewusst für diesen Beruf entscheiden würden. Die Entscheidung mit 14 Jahren vor Beginn der Bafep sei "viel zu früh". Außerdem soll die Zahl der Anmeldungen an den Bafeps und Kollegs laut Keller bereits wieder rückläufig sein.

Gleichzeitig gebe es einen Trend, dass Assistentinnen berufsbegleitend zu pädagogischen Assistentinnen und Assistenten weiterqualifiziert werden. Das Problem an dieser für Keller eigentlich positiven Entwicklung: Statt diese pädagogischen Assistenten wie vorgesehen als zweite Person in einer Gruppe einzusetzen, würden diese von den Kindergartenerhaltern auch anstelle ausgebildeter Kindergartenpädagogen als Gruppenleitung eingesetzt. Dazu komme "meist unauffällig" eine aus elementarpädagogischer Sicht fatale Trennung von Bildungs- und Betreuungszeiten, weil Betreuungszeiten nicht von Pädagoginnen bestritten werden müssten.

(APA/red, Foto: APA/APA (dpa))


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