Intensive Handynutzung gefährdet Halswirbelsäule

31. August 2018 - 12:59

Die intensive Verwendung von Smartphones abseits des Telefonierens kann negative Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat haben: "Mit einer langen Handynutzung geht leider eine sehr ungünstige Körperhaltung einher", warnte Ingrid Heiller, Vorständin des Instituts für Physikalische Medizin und Orthopädische Rehabilitation im Orthopädischen Spital Speising in Wien.

Monotones Verharren in dieser Position problematisch
Monotones Verharren in dieser Position problematisch

"Das Handy liegt in der Hand, der Kopf wird nach vorne übergebeugt. Wir nennen dies 'Anteflexionshaltung'. Diese führt dazu, dass im Nackenbereich die Sehnen überlastet werden – auch die Bandscheiben der Halswirbelsäule bekommen einen großen Druck ab", erklärte Heiller. Kopfschmerzen und Schwindel bei Jugendlichen lassen sich häufig auf Verspannungen zurückführen. Im äußersten Fall könne das mit der Zeit zu einem Bandscheibenverschleiß führen.

Schäden ab 700 Stunden pro Jahr

Bei einer Smartphone-Nutzung von mehr als 700 Stunden pro Jahr, das ergab laut Aussendung des Spitals eine US-Studie, kommt es bei der jüngeren Generation mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Haltungsschäden. Heiller rechnete vor: Bei einer Vorbeugung des Kopfes um 45 Grad (relativ zur Wirbelsäule), wie dies beim Handynutzen häufig der Fall ist, wirkt eine Kraft von rund 200 Newton auf die Bandscheiben, "das ist so, als hätte man eine 20 Kilogramm schwere Bierkiste auf dem Nacken stehen".

Weniger – aber doch auch – belastend ist das Vorbeugen des Kopfes um 15 Grad. Dies erzeugt immerhin einen Druck von rund 120 Newton, das entspricht der Medizinerin zufolge zwölf Kilogramm, die man mit dem Nacken stemmen würde.

Vor allem ein lang andauerndes, monotones Verharren in dieser Position ist kritisch zu sehen, sagte die Bewegungsexpertin – und empfiehlt, Pausen einzulegen und in eine ergonomische Haltung zu wechseln. "Alternativ wäre zu raten, das Handy in Augenhöhe zu halten. Dies geht am besten beim Sitzen mit am Tisch abgestützten Ellenbogen." Eine Alternative sei weiters, sich an einer Rückenlehne anzulehnen bzw. liegend das Smartphone zu nutzen. Ein wichtiger Aspekt sind Ausgleichsbewegungen. Und einen Aus-Knopf gibt es ja auch.

(APA/red, Foto: APA/APA/OTS (Christina Herrmann))

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