Hormonersatztherapie - Wenn schon, dann als Pflaster, Creme oder Gel

9. Januar 2019 - 0:27

Vor einigen Jahren gab es Warnungen vor der Hormonersatztherapie (HRT) als "Jungbrunnen". Derzeit wird sie - für die kürzest mögliche Zeit bei Wechselbeschwerden - von Gynäkologen wieder propagiert. Eine britische Studie aus der realen Praxis zeigt jetzt: Wenn, dann sollte die HRT am ehesten per Pflaster, Gel oder Salbe transdermal erfolgen. Tabletten erhöhen hingegen das Thromboserisiko deutlich.

Hormonersatztherapie-Tabletten erhöhen das Thromboserisiko deutlich
Hormonersatztherapie-Tabletten erhöhen das Thromboserisiko deutlich

"Die Hormonersatztherapie (HRT) mit Tabletten ist mit einem höheren Risiko für selten auftretende, aber ernstzunehmende Thrombosen (venöse Thrombosen; Anm.) in Verbindung zu bringen", teilte das British Medical Journal (BMJ) mit. "Kein erhöhtes Risiko wurde für HRT mit (Hormon-)Pflastern, Gels oder Cremen registriert. Die meisten Frauen mit Hormonersatztherapie verwenden aber weiterhin orale Darreichungsformen (Tabletten; Anm.)", schrieb das BMJ.

Yana Vinogradova (Abteilung für Primärversorgung der Universität von Nottingham) und ihre Co-Autorinnen analysierten keine klinischen Studien, sondern Daten aus den britischen Registern von Hausärzten. Die Informationen kamen von 80.396 Frauen mit diagnostizierten venösen Thromboembolien (tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien) im Alter zwischen 40 und 79 Jahren in den Jahren 1998 bis 2017. Ihnen wurden die Informationen von 391.494 vergleichbaren Frauen ohne Thromboembolie gegenübergestellt.

Höhere Thrombosehäufigkeit bei Tabletten

Insgesamt war die Häufigkeit von Thromboembolien bei den Frauen mit oralem Hormonersatz um 58 Prozent größer als bei Frauen ohne Hormonersatz. Bei alleiniger Östrogenverwendung lag das Risiko um 40 Prozent höher, bei Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten um 73 Prozent höher. Je nach verwendetem Östrogen und Gestagen (in Kombinationspräparaten) gab es ebenfalls Unterschiede.

"Transdermale Applikationsformen wiesen über alle unterschiedlichen Formen (Pflaster, Gel, Salbe, Creme; Anm.) waren mit keinem Risiko für Thromboembolien assoziiert", schrieben die Autorinnen. Nimmt man die Gefährdung der Frauen ohne HRT mit dem Faktor 1 an, lag man bei diesem Wert (0,93). Dieser Unterschied macht de facto nichts aus.

Solche Untersuchungen aus täglichen Praxis von Hausärzten unter Einbeziehung der Spitäler etc. sind nur über einen Datenverbund von niedergelassener Medizin und Krankenhäusern möglich. In Großbritannien erfolgt das über das staatliche nationale Gesundheitssystem (NHS). Dieses steht aber regelmäßig wegen teilweise katastrophaler Versorgungsprobleme aufgrund von Geldmangel heftig in Diskussionen.

(APA/red, Foto: APA)


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