Hohe Eisverluste bei tief liegenden Schweizer Gletschern

16. Oktober 2020 - 9:41

Die Schweizer Gletscher haben auch 2020 an Eisvolumen eingebüßt. Dank des weniger heißen Sommers fiel die Schmelze jedoch weniger stark aus als in den vorangegangenen Jahren, wie die Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) des Landes mitteilte. Die mittlere Eisdicke ging 2020 bei den tief liegenden, flachen Gletschern um zwei Meter zurück. Dies war beispielsweise beim Glacier de Tsanfleuron im nördlichen Teil des Kantons Wallis der Fall.

In tiefen Lagen blieben die Schneemassen aus
In tiefen Lagen blieben die Schneemassen aus

Weniger schlimm traf es die Gletscher in hohen Lagen im südlichen Wallis, im Tessin und Engadin aufgrund von viel Schnee im Frühwinter und Sommer. Zum Beispiel verzeichneten der Findelgletscher (Wallis) und der Ghiacciaio del Basodino (Tessin) nur relativ geringe Verluste von einem halben Meter.

Im Gebirge fiel der Schnee vergangenen November rund zwei Wochen früher als normal. Am Alpensüdhang wurden teilweise sogar November-Höchstwerte der Neuschneesummen registriert. Im Verlaufe des Jahrs schneite es im Nordtessin und Wallis überdurchschnittlich viel.

Wenig Schnee in tiefen Lagen

In tiefen Lagen blieben die Schneemassen jedoch aus: Wegen des rekordwarmen Winters und warmen Frühlings regnete es meistens unterhalb von 1.000 Metern. Dort kam es denn auch zum schneeärmsten Winter der Schweizer Messgeschichte.

Die Sommermonate waren von überdurchschnittlich warmen Temperaturen geprägt. Doch bereits im August schneite es zweimal bis auf 2.000 Meter. Ende September fiel die Schneefallgrenze auf der Alpennordseite teilweise bis unter 1.000 Meter.

Insgesamt gingen während der vergangenen zwölf Monate fast zwei Prozent des Eisvolumens der Schweizer Gletscher verloren. Verglichen mit den Jahren 2017 bis 2019 war die Situation bei den meisten Gletschern allerdings etwas weniger gravierend. Aufsummiert für die vergangenen sechzig Jahre haben die Gletscher so viel Wasser verloren, dass sich damit der Bodensee füllen ließe.

(APA/red, Foto: APA/APA (AFP))

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