Gründerzeit an Uni Graz: "Unicorn" als Start-up-Zentrum am Campus

7. April 2021 - 14:05

Gründerzeit an der Universität Graz: Steirische Start-ups, universitäre Spin-offs und Forscher und Studierende sollen in einem neuen Zentrum namens "Unicorn" ein Stück näher zusammenrücken. Auf rund 2.900 Quadratmetern werden Co-Working Spaces, Büros, Veranstaltungsflächen und Serviceleistungen geboten. In den Um- und Zubau eines Altbestandes in unmittelbarer Nähe zum Uni-Hauptgebäude wurden rund zwölf Millionen Euro investiert, hieß es bei der Eröffnung am Donnerstag.

v.li.: Maximilian Pammer, Bernhard Weber, Peter Riedler, Barbara Eibinger-Miedl, Martin Polaschek
v.li.: Maximilian Pammer, Bernhard Weber, Peter Riedler, Barbara Eibinger-Miedl, Martin Polaschek

Geht es nach den Vorstellungen der Universität Graz, dann sollen innovative steirische Start-ups in Zukunft auch als "Unicorn", das heißt als Unternehmen, die mehr als eine Milliarde Euro bzw. US-Dollar wert sind, aus dem universitären Umfeld hervorgehen. Gelingen soll das mithilfe der professionellen Infrastruktur mit gleichem Namen in der Grazer Schubertstraße, das sich u.a. die Unterstützung der Entwicklung von Spin-off-Unternehmen aus der universitären Forschung zum Ziel gesetzt hat. "Die Idee des Unternehmertums ist noch nicht so ausgeprägt, wir sind uns aber sicher, dass das Zentrum ein wichtiger Meilenstein für die Karrieren von vielen, die hier an unserer Uni studieren, werden wird", zeigte sich Rektor Martin Polaschek von dem ambitionierten Projekt überzeugt.

Begegnungsort für Wissenschaft und Wirtschaft

"Mit Unicorn gibt es jetzt mitten am Universitätscampus einen Begegnungsort für Wissenschaft und Wirtschaft, der einer der kreativsten und lebendigsten Zentren der Stadt sein soll", sagte Peter Riedler, Vizerektor für Finanzen und Standortentwicklung der Uni Graz. Er war im vergangenen Jahrzehnt die treibende Kraft hinter dem Projekt. Mit Monatsbeginn sind die ersten Mieter eingezogen, darunter Incubatoren wie Techhouse, Gründungsgarage und Next Incubator, der Social Business Club oder auch Innophore, ein Spin-off-Unternehmen der Universität Graz, das bereits im Vorjahr mit seiner AI-Screeningmethode nach einem Wirkstoff-Kandidaten für u.a. den SARS-CoV-2-Virus Aufsehen erregt hat.

Die inhaltliche Ausrichtung des in der Planungsphase als "Zentrum für Wissens- und Innovationstransfer" bekannt gewordenen Komplexes habe einen Schwerpunkt in Richtung demografischer Wandel und gesundes Altern, erläuterte "Unicorn"-Geschäftsführer Bernhard Weber. "Hier wollen wir als Dreh- und Angelpunkt der Innovationsszene Partner in Kooperation bringen, die gemeinsam neu Dinge entwickeln und vorantreiben", so Weber. Aus Sicht der steirischen Wirtschaftlandesrätin Barbara Eibinger-Miedel ( ÖVP) sorge der Standort des Zentrums direkt an der Universität Graz für "ideale Voraussetzungen, um Jungunternehmerinnen und -unternehmer mit Studierenden und der Forschungs-Community zu vernetzen". Finanziert wurde bzw. wird das zwölf Millionen Euro-Projekt ausschließlich aus Mieteinnahmen sowie durch Fördermittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Steiermark.

Gründerzeitvilla im Zentrum

Mit der Durchführung des von der ARGE leb idris architektur + architektin iris reiter geplanten Bauprojektes, das auch der Österreichischen Hochschülerschaft an der Uni Graz eine neue Bleibe gibt, wurde die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) beauftragt. Im Zentrum des dreiteiligen Komplexes steht eine Gründerzeitvilla. Sie war jahrzehntelang Heimat der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) an der Uni Graz, wurde völlig entkernt und zu einem Ort der Begegnung für junge Forschende und Gründer umfunktioniert. Über einem Empfangsbereich und einem Café im Erdgeschoß entstanden Co-working-Spaces und im Dachausbau ein Konferenzbereich mit Terrasse. Der angrenzende fünfstöckiger Neubau bietet Start-ups und KMU aus den Umfeld der Universität Mietflächen. Die neuen Räumlichkeiten für die ÖH der Uni Graz (rund 1.100 Quadratmeter) entstehen räumlich getrennt ebenfalls an der Schubertstraße in einem flachen Neubau.

(APA/red, Foto: APA/Uni Graz/Lunghammer)

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