Corona: Immunantwort Genesener stärker bei Kontakt mit mehr Antigenen

16. August 2021 - 12:23

Bei von Covid-19-Genesenen reicht eine SARS-CoV-2-Teilimpfung. Laut einer österreichischen Studie mit Angehörigen des Gesundheitspersonals ist das auch auf eine starke zelluläre Immunantwort und Antikörper nicht nur gegen das Spike-Protein der Covid-19-Erreger zurückzuführen.

Vergleich des Impfeffekts bei Gesundheitspersonal
Vergleich des Impfeffekts bei Gesundheitspersonal

Die wissenschaftliche Untersuchung wurde von Innsbrucker und Linzer Wissenschaftern der jeweiligen Universitätskliniken bzw. des Christian Doppler Labors für Mukosale Immunologie (Johannes Kepler Universität/Linz) durchgeführt. Alexander Moschen (CD-Labor) und die Co-Autoren schrieben jetzt in EbioMedicine (11. August) in der online publizierten Studie: "In den vergangenen Monaten erkrankten zahlreiche Angehörige des Gesundheitspersonals an Covid-19 durch Infektion am Arbeitsplatz. Das hat zu erheblichen Personalengpässen beim medizinisch und pflegerisch tätigen Personal geführt. Wir untersuchten, wie sich eine zuvor durchgemachte Covid-19-Erkrankung auf die SARS-CoV-2-Impfung auswirkt und wie man das für 'sparsame' Impfstrategien nützen könnte."

In die Studie aufgenommen wurden 41 Angehörige des Gesundheitspersonals der Linzer Universitätsklinik. 14 von ihnen waren zuvor krank gewesen, 27 hatten keine SARS-CoV-2-Infektion gehabt. Die Wissenschafter untersuchten den Status der Antikörperbildung vor und nach der Impfung mit BNT162b2 (Pfizer/BioNTech mRNA-Impfstoff). Außerdem wurde auch die zelluläre Immunabwehr über T- und B-Zellen. Dies ist der zweite "Arm" der Abwehrreaktion.

Bessere Neutralisation von Viruspartikeln

Die Ergebnisse waren ziemlich eindeutig. Die Autoren der Studie: "Bei den Impflingen mit vorheriger Covid-19-Erkrankung bewirkte schon die erste Vakzine-Dosis eine hohe Konzentration an Antikörpern - in etwa vergleichbar wie nach der zweiten Impfung von Seronegativen (nicht zuvor Erkrankten; Anm.). Das bewirkte eine bessere Neutralisation von Viruspartikeln (...)."

Interessant waren zwei Detailergebnisse: Die Stärke der Neutralisationskraft der Antikörper von Genesenen war höher als man es allein mit der Immunreaktion auf die Impfung mit mRNA-Antigenen der Pfizer/BionTEch-Vakzine erwarten kann. Sie beruht ja ausschließlich auf einer Abwehrreaktion gegen das Spike-Protein der Krankheitserreger. "Zusätzlich war die Immunantwort von T-Zellen bei den Genesenen stärker und besonders stark gegen das Nukleokapsid-Protein von SARS-CoV-2", heißt es in der Zusammenfassung der Studie.

Das unterstützt die Hypothese, dass eine Covid-19-Erkrankung durch Kontakt des Immunsystems mit verschiedenen Antigenen (z.B. Spike- und Nukleokapsid-Proteine) des gesamten Virus einen Vorteil bietet. Im Endeffekt unterstützt dies auch die Entwicklung zumindest von Totimpfstoffen auf der Basis inaktivierter Covid-19-Erreger, weil das einer "natürlichen" Infektion näher kommt.

(APA/red, Foto: APA/APA/HERBERT NEUBAUER)

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