Boltzmann Gesellschaft: Neuausrichtung auf Gesundheitswissenschaften

21. Juni 2022 - 11:41

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) stellt sich neu auf: In einem vom Vorstand beschlossenen Entwicklungsplan wurde die "strategische Neuausrichtung auf den Bereich Gesundheitswissenschaften" beschlossen, wie aus dem LBG-Jahresbericht 2021 hervorgeht. Als zweite Säule neben den Ludwig Boltzmann Instituten (LBI) soll es künftig "Klinische Forschungsgruppen" geben. Neue Boltzmann-Institute werden nur noch befristet für eine Laufzeit von sieben plus drei Jahren eingerichtet.

Der neue Fokus soll auf den Gesundheitswissenschaften liegen
Der neue Fokus soll auf den Gesundheitswissenschaften liegen

Nach ihrer Aufnahme in das 2020 beschlossene Forschungsfinanzierungsgesetz (FoFinaG) musste die als Verein organisierte Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) einen neuen Vorstand wählen, um den bestimmenden Einfluss des Bundes sicherzustellen. Dazu wurden sechs der elf Vorstands-Mitglieder vom Bildungsministerium bestellt und fünf von der LBG-Mitgliederversammlung.

Entwicklungsplan 2022 bis 2026

Der neue Vorstand hat im Vorjahr einen Entwicklungsplan für die Jahre 2022 bis 2026 als "Grundlage für die kommende Neuausrichtung" verabschiedet. Diese sieht einen Fokus auf Gesundheitswissenschaften vor. Schon bisher lag der thematische Schwerpunkt der Boltzmann-Gesellschaft in der Medizin und den Life Sciences, der zweite Schwerpunkt, der auf den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften liegt, würde damit wegfallen.

Was die Neuausrichtung für die bestehenden Institute bedeutet, die nicht aus dem gesundheitswissenschaftlichen Bereich sind, etwa die Boltzmann-Institute für Menschenrechte, für Archäologische Prospektion oder für Kriegsfolgenforschung, ist nicht ganz klar. "Die Neuausrichtung betrifft die Zukunft - da wird es keine Neugründungen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften geben", erklärte LBG-Geschäftsführerin Claudia Lingner auf Anfrage der APA.

Zukünftig befristete Laufzeiten für LBI

Seit einer grundlegenden Reform der LBG 2004 ist rund die Hälfte der Boltzmann-Institute unbefristet eingerichtet, sie müssen sich alle vier Jahre einer Evaluierung stellen. Dazu zählen etwa die LBI für Grund- und Menschenrechte oder für Arthritis und Rehabilitation. Alle anderen Institute haben eine Befristung auf sieben Jahre mit einer Verlängerungsmöglichkeit für weitere sieben Jahre. Künftig sollen alle LBI "mit einer befristeten Laufzeit von sieben plus drei Jahren eingerichtet werden, anders als derzeit wird am Ende der Laufzeit keine Fortführung mehr angestrebt", heißt es im Jahresbericht.

Bei den Boltzmann-Instituten sollen "besonders die Exzellenzaspekte gestärkt" werden. Als Vorbild wird das Howard Hughes Medical Institute in den USA genannt. Dementsprechend sollen LBI-Leiter - ein oder zwei ausgezeichnete Wissenschafter, die den "für herausragende Forschungsleistungen notwendigen finanziellen und kreativen Freiraum erhalten" - an den ein Boltzmann-Institut beherbergenden Einrichtungen verankert werden.

Als zweite Säule neben den Boltzmann-Instituten sollen "Klinische Forschungsgruppen" (KFG) eingerichtet werden. Damit will die LBG "die krankheits- und/oder patient:innenorientierte klinische Forschung der Medizinischen Universitäten in Österreich fördern". Ziel der für maximal acht Jahre eingerichteten KFG sei "die Intensivierung, Professionalisierung und Qualitätssteigerung der klinischen Forschung in Österreich", wie es im Jahresbericht heißt, sowie die Förderung des klinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses.

Service: https://lbg.ac.at/

(APA/red, Foto: APA/APA/dpa-Zentralbild/Arno Burgi)

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