Bodenerosion spült unersetzliches Element von Äckern

11. September 2020 - 12:23

Afrika, Osteuropa und Südamerika verzeichnen weltweit die größten Verluste an Phosphor in Böden. Hauptursache ist die Erosion, berichtete ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Basel im Fachmagazin "Nature Communications". Phosphor ist überlebenswichtig - für Menschen, Tiere und Pflanzen. Das Element ist nicht unbegrenzt vorhanden, es stammt aus geologischen Vorräten.

Organische Düngung und bessere Kreislaufwirtschaft halten Böden fruchtbar
Organische Düngung und bessere Kreislaufwirtschaft halten Böden fruchtbar

In den Regionen, in denen Phosphor besonders rasant aus den Böden verschwindet, ist es zum Teil schwierig, ihn auf den landwirtschaftlichen Feldern durch mineralische Düngung zu ersetzen. "Eigentlich ist das paradox, da Afrika über die größten geologischen Phosphorvorkommen verfügt", sagte Christine Alewell von der Universität Basel. "Der dort gewonnene Phosphor wird aber exportiert und kostet für Landwirte in Ländern Afrikas das Vielfache von dem, was beispielsweise europäische Bauern dafür bezahlen." Auch in Osteuropa sind die Kosten ein entscheidender Faktor bei dieser Problematik.

Während organische Düngung und bessere Kreislaufwirtschaft die Böden Südamerikas fruchtbar halten könnten, hätten Bauern in Afrika diese Alternative nicht: Dort gebe es zu wenig Grünfutter und damit auch zu wenig Viehhaltung, um den Mineraldünger durch Mist und Jauche zu ersetzen, sagte Alewell.

50 Prozent gehen durch Erosion verloren

Für ihre Studie kombinierten die Forschenden räumlich hoch aufgelöste Daten über den weltweiten Phosphorgehalt der Böden mit den jeweiligen Erosionsraten. Auf dieser Basis berechneten sie, wie viel Phosphor durch Erosion in verschiedenen Ländern verloren geht. Fazit: Über 50 Prozent des weltweiten Phosphorverlusts in der Bodenbewirtschaftung gehen auf die Bodenerosion zurück.

Dieser Prozess hat einen zusätzlichen Haken: Aus dem Boden weggespülter Phosphor führt zu einem Nährstoffüberschuss in Feuchtgebieten und Gewässern. Das schadet den darin lebenden Pflanzen und Tieren.

Die weltweiten Phosphorvorkommen verteilen sich auf wenige Länder. Die größten Lagerstätten befinden sich in Marokko. China, Russland und die USA bauten ihren Einfluss in Gebieten mit hohen Phosphorvorkommen zunehmend aus - und damit auch über diese wichtige Ressource für die Nahrungsmittelproduktion.

Länder ohne eigenen Phosphor sehen sich deshalb unter Druck: Wollen sie ihre Unabhängigkeit bewahren, müssen sie laut den Basler Forschenden darauf abzielen, die Phosphorverluste ihrer Böden zu minimieren.

(APA/red, Foto: APA/APA (dpa))

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