Das weltweit einzigartige Live Quiz für Ihre Veranstaltung

www.streamquiz.at

Allergievermeidung: Bio-Landwirtschaft für Säuglinge

16. Mai 2019 - 9:05

In den vergangenen Jahrzehnten gab es in allen westlichen Industriestaaten eine anschwellende Epidemie von allergischen Erkrankungen - von der Neurodermitis bis hin zu allergischem Asthma. Die Prävention könnte im Kontakt mit Bio-Landwirtschaft im Kleinstkindesalter liegen, sagte der Vorarlberger Gynäkologe Hans Concin bei den Praevenire Gesundheitstagen in Seitenstetten (NÖ).

Kontakt mit potenziellen Allergenen stärkt Abwehrkräfte
Kontakt mit potenziellen Allergenen stärkt Abwehrkräfte

Bereits 2017 habe die angesehene Wissenschaftszeitschrift "Nature" darauf hingewiesen, dass nicht eine plötzliche Änderung der Genetik der Menschheit für zunehmende Häufigkeit von Allergien verantwortlich gemacht werden könnte. "Die Ursache ist nicht in der Genetik, sondern in der Umwelt zu erblicken", zitierte Concin den Übersichtsartikel.

2016 sei im New England Journal of Medicine eine richtungsweisende Studie erschienen, welche Hinweise auf die Zusammenhänge gegeben hätte. Wissenschafter hatten die Kinder von US-Amish- und Hutterer-Gemeinden, beides eng zusammenlebende protestantische Glaubensgemeinschaften, auf die Häufigkeit von allergischen Erkrankungen untersucht.

"Die Amish hatten eine Häufigkeit von Asthma von 5,2 Prozent, die Hutterer von 21,3 Prozent", schilderte der Gynäkologie die Sachlage. Bei der Atopie (Neurodermitis etc.) lag die Erkrankungsrate bei 7,2 Prozent bei den Kindern der Amish und bei 33,3 Prozent unter den Hutterern. "Der Unterschied liegt darin, dass die Amish eine sehr traditionelle Landwirtschaft haben, die Hutterer hingegen eine hoch technisierte Landwirtschaft", sagte Concin.

Training für das Immunsystem

Auch Studien mit österreichischer Beteiligung haben ergeben, dass Kinder von Bauernhöfen weniger häufig allergische Erkrankungen aufweisen als Stadtkinder. Der wahrscheinliche, wenn auch nicht durch diese epidemiologischen Studien kausal nachgewiesene Grund dafür: Kontakt mit potenziellen Allergenen bzw. Keimen im letzten Schwangerschaftsdrittel, in den ersten Lebensmonaten bis hin zum Ende des ersten Lebensjahres, stellt ein Training für das Immunsystem dar. Kommt dieses nicht mit "Fremdem" ausreichend in Kontakt, besteht die Gefahr, dass es sich prinzipiell ungefährliche Substanzen als "Feinde" sucht und auf sie allergisch überreagiert.

Ein Schutzfaktor könnte auch Kuh-Rohmilch sein, sagte der Experte. Pasteurisierte Milch sei immerhin noch besser als ultra-hoch erhitzte Milch für bessere Haltbarkeit. Die Münchner Allergologin Erika Mutius erprobt bereits in klinischen Studien, ob Kuhmilch mit besonders schonender Behandlung - also Rohmilch-ähnlich - auch einen derartigen Effekt haben könnte.

(APA/red, Foto: APA/APA (dpa))


Hol dir unseren Academic Informer:

Mit dem Studium.at Newsletter verpasst du nichts mehr: Hochschul-& Wissenschafts-News, Jobs, Events und Sonderangebote für Studierende. Jederzeit abbestellen.


tutor18

Studium.at Logo

© 2010-2019  Hörsaal Advertainment GmbH

Kontakt - Werbung & Mediadaten - Datenschutz - Impressum

Studium.at versichert, sämtliche Inhalte nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und aufbereitet zu haben.
Für etwaige Fehlinformationen übernimmt Studium.at jedenfalls keine Haftung.