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Änderung sozialer Normen würde klimafreundlichere Ernährung fördern

22. Juli 2019 - 17:05

Ob man im Gasthaus ein Fleischgericht oder vegetarisch bestellt, beeinflusst auch die Entscheidungen der anderen. Die sozialen Normen sind zur Umstellung auf klimafreundliche Ernährung der wichtigste Faktor, berichten österreichische Forscher im Fachjournal "Nature Sustainability". Dahinter folgt demzufolge das Selbstbewusstsein: Demnach sollte man couragiert als Erster vegetarisch ordern.

Ist es üblich, oft Fleisch zu essen, werden es die meisten tun
Ist es üblich, oft Fleisch zu essen, werden es die meisten tun

Ein Team um Sibel Eker vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien berechnete mit einem Folgenabschätzungs-Modell (Integrated Assessment Model), welche Faktoren die Menschen zu einer nachhaltigeren Ernährungsweise bewegen könnten. Der aktuell sehr hohe Fleischkonsum vor allem in den Industriestaaten fördert nämlich Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und manche Krebsformen. Außerdem verursacht die Fleischproduktion mehr Treibhausgase als alle Autos, Lastwägen und Flugzeuge auf der ganzen Welt zusammen, so die Forscher in einer Aussendung.

Es wurde schon oftmals berechnet, dass eine bevölkerungsweite Umstellung in der Ernährung der Umwelt massiv nutzen würde. Essen alle zum Beispiel nur einmal in der Woche "rotes Fleisch" wie Rinds- oder Schweinefleisch und höchstens jeden zweiten Tag "weißes Fleisch" wie Geflügel, würden die Treibhausgasausstöße aus der Landwirtschaft schlagartig um die Hälfte sinken. Wie man die Leute dazu bringen könnte, war aber bisher unklar.

"Selbstbewusstsein" als weiterer Schlüsselfaktor

Die Forscher fanden heraus, dass die sozialen Normen, also die "ungeschriebenen Verhaltensregeln, die in einer Gruppe oder Gesellschaft als zu akzeptieren betrachtet werden", essenziell sind. Ist es üblich, oft Fleisch zu essen, werden es die meisten tun. Ist es verpönt, tun es die wenigsten. Ein weiterer Schlüsselfaktor sei "Selbstbewusstsein". Steht man demonstrativ zum Vegetariertum, kann man möglicherweise andere "bekehren". Viel weniger wichtig sind eher abstrakte Vorstellungen wie die Wahrnehmung des Klima- und Umweltrisikos, berichten sie.

Solch eine Umstellung würde nicht von den alten Männern getragen: Wie schnell soziale Normen in der Gesellschaft Fuß fassen, hängt vor allem von den jungen Leuten ab, und beim Selbstbewusstsein sei laut den Forschern vor allem jenes der Frauen entscheidend.

Service: https://www.nature.com/articles/s41893-019-0331-1

(APA/red, Foto: APA/APA (Jäger))


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