Land Steiermark vergab drei mit 12.000 Euro dotierte Forschungspreise

15. Dezember 2017 - 12:55

Die steirische Wissenschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) hat die Forschungspreise des Landes an drei Wissenschafter - eine Historikerin, einen Physiker und einen Mathematiker - übergeben. Die Preise sind mit jeweils 12.000 Euro dotiert und sollen "die herausragenden Forschungsleistungen in unserem Land vor den Vorhang zu holen", so Eibinger-Miedl.

Eibinger-Miedl mit Aistleitner, Zettelbauer und Hohenester (v.l.)
Eibinger-Miedl mit Aistleitner, Zettelbauer und Hohenester (v.l.)

Der Erzherzog-Johann-Forschungspreis ging an Heidrun Zettelbauer vom Institut für Geschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz. Ulrich Hohenester vom Institut für Physik der Universität Graz wurde mit dem Forschungspreis des Landes ausgezeichnet. Den Förderungspreis erhielt Christoph Aistleitner vom Institut für Analysis und Zahlentheorie an der Technischen Universität Graz. "Sie sind mit ihren Arbeiten Vorbilder für junge Forscherinnen und Forscher", meinte die Landesrätin bei der Preisverleihung am Freitag in der Grazer Burg.

Völkisches Milieu im Fokus

Zettelbauer bekam den Preis für die Arbeit "Sich der Nation verschreiben. Politiken von Geschlecht und nationaler Zugehörigkeit in autobiografischen Selbsterzählungen von Akteurinnen des völkischen Milieus". Die Studie befasst sich mit Prozessen der individuellen politischen Sozialisation von Akteurinnen im Kontext der politischen Rechten von 1890 bis 1960 in der Steiermark.

Schwingendes Ionengitter

Hohenester erhielt die Auszeichnung für die Arbeit "Mapping vibrational surface and bulk modes in a single nanocube", die er mit seinem Team und Kollegen aus New Jersey (USA) aufgesetzt hat. Darin geht es um Schwingungen eines Inonengitters. Licht ist elektromagnetische Strahlung mit einer Frequenz, die das menschliche Auge wahrnehmen kann. Wenn Ionen - das sind elektrisch geladene Atome oder Moleküle - schwingen, tun sie das mit einer niedrigeren Frequenz im Infrarot-Bereich, jenseits des sichtbaren Spektrums. Hohenester war es erstmals gelungen, die Schwingungen eines Ionengitters im Detail sichtbar zu machen und damit in einen bisher verborgenen Bereich der Physik vorzudringen.

Riemannsche Zeta-Funktion

Aistleitner wurde für die Arbeit "Lower bounds for the maximum of the Riemann zeta function along vertical lines", die sich mit Primzahlen beschäftigt, ausgezeichnet. Es ist bekannt, dass die sogenannte Riemannsche Zeta-Funktion viele wichtige Informationen über die Primzahlen enthält. Die Riemannsche Vermutung gilt seit über 100 Jahren als ein großes ungelöstes Problem der Mathematik. Die Arbeit von Aistleitner lieferte einen wesentlichen neuen Beitrag über das Verhalten der Riemannschen Zeta-Funktion. Seine Ergebnisse geben Auskunft darüber, wie oft die Funktion außergewöhnlich große Werte annimmt. Dabei verwendete er eine Methodik, die in der Fachwelt bis dahin für undurchführbar gehalten wurde. Die von Aistleitner entwickelten Methoden wurden inzwischen von anderen internationalen Wissenschaftern aufgenommen und verfeinert.

(APA/red, Foto: APA/Thomas Fischer)


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