UN-Klimakonferenz - Pünktliches Ende erwartet

14. November 2017 - 11:55

Die UN-Klimakonferenz in Bonn wird nach Einschätzung des deutschen Umweltministeriums pünktlich zu Ende gehen. Dieses Jahr müssten die Teilnehmer der Klimakonferenz wohl nicht "nachsitzen", sagte der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth in Bonn. Es gehe mittlerweile "wirklich auf den Schlusskurs zu".

Am Mittwoch beginnt die entscheidende Verhandlungsphase.

Am Mittwoch beginnt die entscheidende Verhandlungsphase.

Flasbarth erinnerte daran, dass definitive Entscheidungen wie etwa über das so genannte Regelbuch zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens erst bei der nächsten UN-Klimakonferenz Ende 2018 im polnischen Kattowitz fallen müssten. In Bonn müssten die Texte ausgehandelt werden, auf deren Grundlage diese Entscheidungen fallen könnten. Diese lägen bereits weitgehend vor, es seien aber noch Verfahrensfragen zu klären, sagte der Staatssekretär.

Am Mittwoch beginnt die entscheidende Verhandlungsphase. Dann werden unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron das Wort vor den Delegationen aus fast 200 Ländern ergreifen.

Streitpunkt mit Türkei

Flasbarth ging auch auf einen Streitpunkt mit der Türkei ein. Das Land fordere den Zugang zum sogenannten Green Climate Fund, mit dem in Entwicklungsländern Klimaschutzmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel gefördert werden. Die Industriestaaten haben sich verpflichtet, für diese Maßnahmen bis 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar (86 Milliarden Euro) bereitzustellen.

Flasbarth sagte, es gebe in den Entwicklungsländern, aber auch in anderen Staaten Widerstand gegen die Forderung der Türkei. Als Kompromiss habe er nun vorgeschlagen, dass das Land lediglich Zugang zu Förderprojekten erhält, an denen neben dem Klimafonds auch noch andere Geldgeber beteiligt sind und die neben der Türkei auch anderen Ländern zugutekommen. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte in diesem Zusammenhang im Juli mit einem Ausstieg aus dem Pariser Abkommen gedroht.



(APA/red, Foto: APA/APA (dpa))