Donauinselfest 2011: 80.000 rockten mit Europe und dem "Final Countdown"

26. Juni 2011 - 8:54

Peter Cornelius machte nichts falsch - Attwenger ließen es krachen - The Nits regten zum Flanieren an

An die 80.000 Zuschauer sind am Samstagabend bei Europe ab 22:30 Uhr vor der Hauptbühne des Wiener Donauinselfests gewesen. Wohl nicht alle Anwesenden waren die zwar melodische, aber doch harte Gitarrenkost gewohnt, mit denen die Schweden Mitte der 1980er Jahre auch weltweit in den Charts reüssieren konnten. Natürlich sparte man den absoluten Superhit "The Final Countdown" aus dem Jahr 1986 für die Schlussphase auf und setzte so dem regenfreien Samstagabend auf der bestbesuchten der elf Bühnen ein hartes Ende.

Die anderen bekannten Songs von damals, wie "Superstitious", bei der man Bob Marleys "No Woman, No Cry" unter Publikumsbeteiligung ansang, wurden mit Bedacht unter das weniger bekannte Material gemischt. Nach einem "Hallo Wien, wie geht es euch?" vom inzwischen auch schon 47-jährigen, aber noch jugendlich-agilen Frontmann Joey Tempest ging es dann mit einem harten "Scream Of Anger" in den Up-Tempo-Bereich. Hymnisches oder Balladen, wie "Carrie", ließen bis Mitternacht für 90 Minuten ein abwechslungsreiches Samstags-Highlight erklingen.

Die FM4-Bühne hatte mit dem dynamischen Gstanzl-Duo Attwenger einen Höhepunkt zu bieten, der es gegen 21:00 Uhr so richtig krachen ließ. Die Stimmung kochte spätestens beim aktuellen Smashhit "Shaking My Brain" aus dem neuen Album der Oberösterreicher namens "Flux". Mit den Briten Chikinki kam dort vorher erstmals so richtig Festivalstimmung auf. Knarzende bis groovende, mit Gitarren vermengte Synthie-Sounds bot die Band aus Bristol, doch mehr als gutes Mittelmaß war ihr Auftritt dann doch nicht. Dies lag am Songmaterial, das seit dem zweiten Album "Lick Your Ticket" aus dem Jahr 2005 selten wirklich inspiriert wirkte. Doch immerhin brachte man die vorderen Reihen ordentlich in Schwung. Sänger Rupert Browne mühte sich aber auch ordentlich ab.

Erstes Highlight war auf der FM4-Bühne aber der Nino aus Wien. "Venedig geht unter" sang der dort schon am späten Nachmittag noch, die Donauinsel tat es nicht. Der Regen blieb da nämlich aus und auch der Wind verzog sich, während sich der Publikumsstrom stetig steigerte und der Himmel über der Donauinsel war fast blau, als man die punkigen Folkrocker als einen der ersten Höhepunkte auf der FM4-Bühne erleben durfte.

The Nits aus Holland, bekannt durch den 1980er Hit "In The Dutch Mountains", machten auf der Hauptbühne hingegen ab 19:30 ein wenig den "Stimmungstöter" und regten so das Publikum eher zum Flanieren an. Zuvor gab es dort den Italobarden Umberto Tozzi zu sehen, der seine Klassiker von "Ti Amo" bis "Gente Di Mare" nicht zuhause vergessen hatte.

Dann aber war die Festbühne, die am Samstag von Radio Wien bedient wurde, wieder ein gut besuchter Ort, denn Peter Cornelius war nach 2005 wieder einmal "Reif für die Insel" und ließ seine Hits wie "Du entschuldige, i kenn' di" oder "Segel im Wind" Revue passieren. So spielte er ausgestattet mit solider Band, leicht schwächelnder Stimme und nicht gerade perfektem Sound das, was man von ihm erwartete. Falsch machen konnte der inzwischen 60-Jährige, der offensichtlich lieber seine Gitarre als das Mikrofon bearbeitete aber ohnehin nichts.

Fetzig war die Stimmung auf der "Eutopia"-Stage, der DJ/VJ-Insel. Dort war schon um acht Uhr kaum mehr Platz, später ließ dort noch DJ Crazy Sonic seine Scheiben mit heißen Beats rotieren, während ihm zur gleichen Zeit der Franzose Joachim Garraud Konkurrenz machte. Simone gab es auf der Volksmusikinsel, während Russkaja auf der Rockinsel für die finale Furore sorgten. Am Sonntag geht es in den finalen Tag, wo es Ich&Ich, Milow, Nadine Beiler und Band, sowie Kreisky und die Shout Out Louds als Highlights gibt. (APA/red)


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