Tabletten statt Spritzen bei Therapie von rheumatoider Arthritis

19. Juni 2017 - 11:25

Rund 80.000 Menschen in Österreich leiden an rheumatoider Arthritis. Patienten, die neben dem Standard-Antirheumatikum Methotrexat auch ein Biologikum - wie zum Beispiel Adalimumab - per Spritze verabreicht bekommen, könnten auch mit Tabletten behandelt werden. Diese orale Therapie-Option ist laut einer Studie gleich gut wirksam, wie die MedUni Wien mitteilte.

Orale Therapie-Option wirkt gleich gut wie Injektionen

Orale Therapie-Option wirkt gleich gut wie Injektionen

Betroffene, die auf das Standard-Antirheumatikum Methotrexat nicht oder nicht ausreichend ansprechen, erhalten bei Vorliegen von Risikofaktoren derzeit eine kombinierte Behandlung mit Injektionen alle zwei Wochen. Der nun untersuchte chemisch hergestellte Janus-Kinase-Inhibitor Tofacitinib könnte dagegen zweimal täglich als Tablette eingenommen werden, was ein möglicher Vorteil für die Patienten sei, betonte die MedUni.

MedUni-Wien-Rheumatologe Josef Smolen und Forscher aus den USA, Argentinien, Australien, Großbritannien und China, wiesen nach, "dass die Kombination Methotrexat/Tofacitinib gleich gute Heilungserfolge zeigt wie die derzeit häufig übliche Kombination Methotrexat/Adalimumab", so das Ergebnis der im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichten Studie. Insgesamt waren knapp über 1.100 Probanden involviert.

Tofacitinib sorgt laut MedUni dafür, dass spezielle Enzyme (Januskinasen), die für Entzündungsreaktionen bei der rheumatoiden Arthritis mitverantwortlich sind, gebremst werden. Die Januskinasen vermitteln Signale von verschiedenen Botenstoffen der Entzündung, wie etwa Interleukin-6 oder Interferone, in das Zellinnere und sind damit wesentlich verantwortlich für die Auslösung des zerstörerischen Entzündungsgeschehens bei der rheumatoiden Arthritis. Werden sie ausgebremst, dämpft dies die schmerzhaften Immunreaktionen. Tofacitinib wurde vor kurzem in der EU zugelassen, in den USA ist es schon länger am Markt.



(APA/red, Foto: APA/APA (dpa))