Magersucht hat auch eine genetische Komponente

12. Juni 2017 - 14:25

Was für alle menschlichen Zustände zwischen Gesundheit und Krankheit gilt, trifft auch auf die Magersucht (Anorexia nervosa) zu: Das Leiden hat eine genetische Komponente. Diese dürfte am Chromosom 12 des Genoms situiert sein. Dafür hat ein internationales Wissenschafterteam mit Wiener Beteiligung Hinweise gefunden.

Internationale Studie unter Beteiligung von Wiener Wissenschaftern

Internationale Studie unter Beteiligung von Wiener Wissenschaftern

Die Studie wurde vor kurzem im American Journal of Psychiatry publiziert. Die Wissenschafter haben Genom-weit Charakteristika von 3.495 Anorexia nervosa-Erkrankten mit jenen von 10.982 Personen ohne diese Erkrankung verglichen.

Die Studie wurde von der Universität North Carolina (USA) geleitet. Die Probanden kamen von Kooperationspartnern aus zahlreichen Ländern. In Wien war die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie mit dem Jugendpsychiater Andreas Karwautz beteiligt. "Es zeigte sich, dass die Erkrankten gegenüber der Kontrollgruppe von 11.000 Personen einen signifikanten Abschnitt auf dem Chromosom 12 aufwiesen, die zu einem erhöhten Magersucht-Risiko beiträgt", hieß es in einer Aussendung der MedUni Wien. Wie deutlich dadurch das Magersucht-Risiko erhöht wird bzw. wie das funktioniert, klärte die Studie nicht.

Hochkomplexe Krankheit

Die Hinweise deuten jedenfalls auf einen Gen-Lokus auf dem Chromosom hin, wo auch mit Typ-1-Diabetes und Autoimmunkrankheiten in Verbindung stehende Erbinformationen existieren. Auch Verbindungen zu Erbanlagen, von denen ein Zusammenhang mit Schizophrenie und anderen psychischen Störungen könnten gegeben sein. Dies und der gleichzeitig gegebene Zusammenhang mit psychosozialen Faktoren machen die Krankheit extrem komplex. Gerade bei psychiatrischen Erkrankungen hat sich die Suche nach einzelnen genetischen Faktoren als Hauptursache bisher in den meisten Fällen als wenig erfolgreich gestaltet.

In Österreich leiden etwa 7.500 Jugendliche an Magersucht. Zu rund 95 Prozent sind Mädchen betroffen. Die Heilungsraten betragen rund 80 Prozent. Die Sterblichkeit beträgt 0,5 Prozent pro Jahr. An der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der MedUni Wien sind derzeit stationär und ambulant etwa 70 schwerkranke Jugendliche in Behandlung.



(APA/red, Foto: APA/APA (AFP))

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