ÖH: "Mitterlehner soll den Django auch einmal für uns Studierende spielen"

29. Juni 2015 - 18:21

Die neue Spitze der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) setzt auf den Kampf gegen Zugangsbeschränkungen an den Hochschulen, hohe Mieten, prekäre Arbeitsverträge und mangelnde soziale Absicherung der Studenten. "(Wissenschaftsminister Reinhold, Anm.) Mitterlehner soll den Django auch einmal für uns Studierende spielen und nicht nur für die Wirtschaft", so VSStÖ-Vertreterin Lucia Grabetz.

Die neue Koalition aus Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), Fachschaftslisten (FLÖ) und Fraktion Engagierter Studierender (FEST) verstehe sich als Team, so der neu gewählte Vorsitzende Philip Flacke (FLÖ) bei einer Pressekonferenz. Zu seinen Stellvertreterinnen wurden Meryl Haas (GRAS) und Grabetz gewählt, die nach einem Jahr den ÖH-Vorsitz übernimmt. FEST-Vertreterin Magdalene Goldinger wird als "gleichberechtigtes Vorsitzmitglied" ÖH-Generalsekretärin.

Zeichen für "offenen Hochschulzugang"

Grabetz will in den kommenden beiden Jahren ein "starkes Zeichen für einen offenen Hochschulzugang" und eine "gerechte Gesellschaft" setzen: Alle sollten studieren können - unabhängig von ihrer finanziellen Situation und ihrer Staatsangehörigkeit. Als derzeit größte soziale Probleme machte sie die hohen Mieten, prekäre Arbeitsverhältnisse sowie die mangelnde finanzielle Absicherung der Studierenden aus.

Die Sozialberatung der ÖH werde immer öfter von Studenten aufgesucht, die sich ihre Mieten nicht mehr leisten könnten. Auch Studierendenheime seien mittlerweile keine preisgünstige Alternative mehr, so Grabetz. Folge sei, dass die Studenten gezwungen seien, auch schlechte Arbeitsverträge anzunehmen. Dem will man in der ÖH einerseits durch die Erweiterung des Sozialfonds um einen Wohnkostenzuschuss und anderseits durch verstärkte Beratung beim Abschluss von Arbeitsverträgen entgegenwirken.

Altersgrenzen abschaffen

Im Beihilfenbereich will die ÖH die Altersgrenzen für den Beihilfenbezug abschaffen sowie die Toleranzsemester der Regelstudienzeit anpassen. Haas wiederum kündigte Druck für ein vergünstigtes Öffi-Ticket und ein Einmischen der ÖH in die Urheberrechtsdebatte an, um etwa freie digitale Lehr- und Lernmaterialien zu ermöglichen. Goldinger verlangte "gleiche Rechte für alle Studierenden": An den Fachhochschulen sollen statt oft privatrechtlicher Regelungen öffentlich-rechtliche gelten.

Mitterlehner will man naturgemäß Kontra geben: "Wir sind die progressive Kraft gegenüber dem schwarzen Ministerium", so Haas. Und Flacke meinte: "Es kann nicht sein, dass Hunderttausende Euro für eine Kampagne ausgegeben werden, damit die Leute Chemie studieren, und dann beschränkt man den Zugang dazu."

Der Wissenschaftsminister selbst gratulierte dem neuen ÖH-Vorsitzteam in einer Aussendung. Gleichzeitig wies er auf die niedrige Beteiligung von 26 Prozent bei der ÖH-Wahl hin und riet, "eine entsprechende Bindung zu den Studierenden aufzubauen und die Serviceleistungen stärker sichtbar zu machen".

(APA/red, BIld APA/Fohringer)