Medizin-Aufnahmetests 2013: Frauen haben auch heuer schlechter abgeschnitten

8. August 2013 - 12:27

Frauen haben auch beim neuen, heuer erstmals an allen drei Medizinischen Universitäten einheitlichen Aufnahmetest für das Medizinstudium schlechter als Männer abgeschnitten. Insgesamt haben 4.883 Frauen (58,4 Prozent) und 3.481 Männer (41,6 Prozent) den Test am 5. Juli in Angriff genommen. Für die insgesamt 1.500 Studienplätze qualifiziert haben sich dagegen 724 Frauen (48,3 Prozent) und 776 Männer (51,7 Prozent), teilten die Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck in einer Aussendung am 8. August mit.

Der Gender Gap bei den Testergebnissen ist gegenüber dem Vorjahr aber etwas geringer geworden: 2012 waren in Innsbruck ebenfalls rund 58 Prozent der Testteilnehmer Frauen, der Frauenanteil bei den Aufgenommenen betrug 47 Prozent. In Graz betrug die Frauenquote bei den Testteilnehmern 2012 57 Prozent, bei den Aufgenommenen 42 Prozent. In Wien ist ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr nicht möglich, da "gendergerecht" ausgewertet und dabei die Ergebnisse nach Geschlechtern getrennt ermittelt wurden (und so die Quote bei Kandidaten und Aufgenommenen gleich hoch war). 2011 traten in Wien 56 Prozent Frauen an, bei den Aufgenommenen betrug die Frauenquote 43 Prozent.

Sehr ähnliche Erfolgsquoten

Kaum Unterschiede gab es heuer übrigens bei den Frauen-Erfolgsquoten der einzelnen Unis: In Wien gingen 48,6 Prozent der Studienplätze an Frauen, in Innsbruck 49 Prozent und in Graz 46,7 Prozent.

Die Vizerektoren der drei Medizin-Unis beurteilten das neue Aufnahmeverfahren positiv: "Es ist gelungen, die vorrangigen Ziele umzusetzen, nämlich Aufnahmeverfahren zu entwickeln, die auf Basis eines breiten Spektrums von Kompetenzen und Kenntnissen den bestgeeigneten BewerberInnen das Medizin- bzw. Zahnmedizinstudium ermöglicht und die wissenschaftlichen Ansprüche von Testfairness erfüllen.“

Unterschiedliche Verfahren

Das neue Aufnahmeverfahren besteht aus einem Wissenstest, einem Textverständnistest und einem Teil, der kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten bewertet. Bewerber für das Zahnmedizin-Studium mussten auch manuelle Fertigkeiten unter Beweis stellen. Bisher setzten Wien und Innsbruck auf den in der Schweiz entwickelten Eignungstest für das Medizinstudium (EMS), der vor allem kognitive Fähigkeiten überprüfte. Die Medizin-Uni Graz wickelte die Aufnahme dagegen über einen selbst entwickelten Wissenstest ab.

Für das kommende Jahr ist bereits geplant, für das Aufnahmeverfahren auch soziale Kompetenzen zu berücksichtigen. Außerdem sollen die nun gewonnenen Daten gemeinsam mit einem aus internationalen Experten zusammengesetzten Advisory Board analysiert und so "einzelne Elemente der Tests weiterentwickelt" werden, so die Vizerektoren.

Von den insgesamt 8.364 Kandidaten kamen 5.206 aus Österreich, 3.000 aus EU-Staaten und 158 aus Ländern außerhalb der EU. Die Medizin-Uni Wien vergibt 740 Studienplätze, die Medizin-Uni Innsbruck 400 und die Medizin-Uni Graz 360. 75 Prozent der Studienplätze sind laut einer Quotenregelung für Personen mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent gehen an Bewerber aus EU-Staaten und fünf Prozent an Kandidaten aus Drittstaaten (APA/red, Bild APA).

Reaktionen auf die Ergebnisse:
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