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Turnusärzte: Kein gutes Zeugnis für die Ausbildung

13. Dezember 2012 - 12:05

Die österreichischen Turnusärzte stellen ihrer Ausbildung kein gutes Zeugnis aus. In einer Online-Befragung der Österreichischen Ärztekammer beurteilten sie die Qualität der Ausbildung auf einer Schulnotenskala mit 2,79, also mit Befriedigend. Insgesamt 37,2 Prozent der befragten Turnusärzte gaben an, nach der Absolvierung einer Abteilung die für diese typischen Krankheitsbilder nicht oder nur zu einem kleinen Teil richtig erkennen zu können. Als "Armutszeugnis" für die Ausbildung bezeichnete Karlheinz Kornhäusl, Obmann der Bundessektion Turnusärzte, bei einer Pressekonferenz am 12. Dezember diese Ergebnisse.

Besser beurteilt wurde der Lernerfolg in Abteilungen, in denen Bedside Teaching praktiziert wird, die Turnusärzte sich aktiv an Abteilungsbesprechungen beteiligen können oder die Möglichkeit haben, selbstständig Untersuchungen durchzuführen. Am besten wurden die Fachabteilungen Unfallchirurgie, Psychiatrie und Anästhesie bewertet, am schlechtesten Gynäkologie, Dermatologie und Orthopädie.

Im Bundesländervergleich schnitten Vorarlberg (Note 2,49), Salzburg (2,63) und Steiermark (2,67) am besten ab, Burgenland (3,07) und Wien (3,04) am schlechtesten. "Eine mit Befriedigend bewertete Ausbildung ist unbefriedigend", betonte Harald Mayer, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer. "Turnusärzte dürfen nicht zu Systemerhaltern verkommen und nicht zu administrativen Zwecken missbraucht werden", so Mayer.

Derzeit gebe es nicht ausreichend Ressourcen, um eine qualitätsvolle Ausbildung sicherzustellen. Kornhäusl forderte die Ausfinanzierung einer bundesweiten verpflichtenden einjährigen Lehrpraxis. Die Lehrpraxen wurden in der Befragung als überwiegend gut beurteilt.

Die Einladung zur Evaluierung erhalten die Turnusärzte jeweils kurz nach Abschluss eines Ausbildungssegments. Seit August 2011 haben sich 2710 von 6163 Ärzten in Ausbildung an der Umfrage beteiligt, was einer Rücklaufquote von 44 Prozent entspricht. Die Evaluierung soll noch bis Herbst 2014 laufen, damit möglichst viele Abteilungen abgedeckt werden (APA/red).


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