Vorarlberger Schullandesrat will kürzere Sommerferien

22. Juni 2012 - 7:25

Vorarlbergs Schullandesrat Siegi Stemer (V) hat sich für eine Verkürzung der Sommerferien um eine Woche, eine Einteilung des Schuljahrs in sechs- bis siebenwöchige Lernblöcke und die Abschaffung des schulfreien Tags des Landespatrons ausgesprochen. "Das österreichische Unterrichtsjahr schaut ja aus wie ein Emmentaler. Und von Löchern wird man nicht satt", erklärte Stemer in einem Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" (Ausgabe vom 21. Juni).

Die neun Wochen Sommerferien seien auch der Mehrheit der Eltern zu lang, so der Landesrat. Er sei für einen Schulbeginn am ersten Montag im September (wie derzeit in den östlichen Bundesländern, die dafür auch eine Woche früher in die Ferien gehen, Anm.) und damit eine Verkürzung um eine Woche. Auch das Unterrichtsjahr sollte besser eingeteilt werden. "Sechs- bis siebenwöchige Lernblöcke sollen sich mit Phasen der Unterbrechung, die ein wirkliches Loslassen ermöglichen, abwechseln", so Stemers Vorschlag. Das wünschten sich auch viele Eltern und Lehrpersonen.

Land der Kompromisse

Dass in Vorarlberg der 19. März als Tag des Landespatrons Josef schulfrei ist, sei "nicht mehr zeitgemäß". Er habe darüber mit kirchlichen Verantwortlichen in Vorarlberg gesprochen und "dort keinen Einwand verspürt". Allerdings sei das bundesgesetzlich geregelt. Weiters wisse kaum jemand mehr, warum es die 1974 als Folge der Ölkrise eingeführten Semesterferien noch gebe. "Aber nachdem Österreich die Republik der Kompromisse, der Kompromisse und der Kompromisse ist, wird man das kaum infrage stellen dürfen", so Stemer. Das gelte wohl auch für den schulfreien Samstag.

Die Frage, ob in Österreich zu wenig unterrichtet werde, bejahte Stemer. "Wenn in über 30 OECD-Ländern die Zahl der geleisteten Unterrichtsstunden bei annähernd 780 liegt und in Österreich bei rund 620, dann muss man das kritisch hinterfragen - und ändern", so der Landesrat. In den kommenden Jahren trete ein großer Prozentsatz von Lehrpersonen in die Pension, viele zeitgemäß ausgebildete Pädagogen rückten daher ins System nach. Darum sei jetzt der Zeitpunkt, "mit einer ordentlichen leistungsorientierten Bezahlung und mit einer modernen Pädagogenausbildung zu beginnen", drängte Stemer in Richtung des Bundes (APA/red, Bild APA).


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