Neues Gesetz: Bildungsabschluss kann kostenlos nachgeholt werden

2. Februar 2012 - 13:13

Fast 280.000 Österreicher zwischen 15 und 64 Jahren haben nicht einmal die Pflichtschule positiv abgeschlossen. 12.400 von ihnen können das nun kostenlos nachholen, nachdem heute, Donnerstag, ein entsprechendes Gesetz im Parlament beschlossen werden soll. Besonderes Augenmerk will das Unterrichtsministerium dabei auf die insgesamt 50.500 "frühen Schulabbrecher" zwischen 15 und 24 Jahren legen, da Jüngere noch am ehesten für das Nachholen von Schulabschlüssen zu motivieren seien. Jedes Jahr verlassen 3.500 bis 5.000 Jugendliche ohne Abschluss das Schulsystem.

Bund und Länder stellen dafür gemeinsam 54,6 Mio. Euro zur Verfügung, pro Kopf gibt es maximal 6.600 Euro Förderung. Insgesamt sollen 6.800 Personen Basisbildung (Alphabetisierung, Teilkompetenzen) erwerben, 5.600 Personen sollen einen Pflichtschulabschluss nachholen können.

Viel Nachholbedarf

Allein in Wien gibt es insgesamt fast 102.000 Personen ohne Pflichtschulabschluss, darunter 17.400 15- bis 24-Jährige. In Oberösterreich sind rund 47.300 betroffen (darunter 9.100 Junge), gefolgt vom kleinen Vorarlberg mit fast 28.600 (bzw. 5.500), Niederösterreich mit 27.100 (bzw. 4.800) sowie Steiermark mit 25.200 (bzw. 4.600). In Salzburg umfasst die Zielgruppe rund 17.700 Personen (darunter 3.300 Junge), in Tirol sind es rund 16.100 (bzw. 3.100), in Kärnten 12.700 (bzw. 2.300) und im Burgenland 3.300 (bzw. rund 500) Personen.

Das Gratis-Nachholen von Bildungsabschlüssen soll an allen Einrichtungen möglich sein, die mit dem Erwachsenenbildungsgütesiegel "Ö-Cert" ausgezeichnet werden, etwa an den Berufsförderungsinstituten (bfi), den Weiterbildungsinstituten der Wirtschaftskammer (Wifi) und Volkshochschulen (VHS). Mit dem "Ö-Cert", für das derzeit der Zertifizierungsprozess läuft, soll laut Unterrichtsministerium sichergestellt werden, dass der Unterricht auch "erwachsenengerecht" erfolgt.

Wer den Pflichtschulabschluss nachholen will, muss übrigens nicht alle Fächer absolvieren. So bleiben einem laut Ministerium Fächer wie Sport- und Werkunterricht erspart.

(APA/red, Bild APA/ Michael Grinner)


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