Bildungsvolksbegehren startet: Wir müssen die Zukunft gewinnen

3. November 2011 - 15:34

Hannes Androsch: Versäumnisse in Bildungssystem haben dramatischere Auswirkungen als die Finanzkrise

Anlässlich des heutigen Starts des Bildungsvolksbegehrens riefen Hannes Androsch, Veit Sorger, Hans Sünkel, Harald Walser und Gundi Wentner bei einer Pressekonferenz alle Österreicherinnen und Österreicher auf, das Bildungsvolksbegehren in den nächsten Tagen zu unterschreiben.

Androsch: "Im Vergleich zu den Folgen eines schlechten Bildungssystems sind die Auswirkungen der Finanzkrise von bescheidener Qualität. Das hat man weltweit in hohem Ausmaß erkannt, aber nicht in Österreich."

Androsch bekräftigt die Forderung nach einem baldigen Bildungsgipfel mit der Regierungsspitze: "Das braucht es, um einen breiten nationalen Konsensus von unterschiedlichen Gruppierungen und Interessen zu erzielen." Androsch betont, dass sich der Erfolg nicht nur an der Zahl der Unterschriften, sondern an der Umsetzung der Reform-Maßnahmen ablesen lassen wird. Rund 80 Organisationen - z.B. die Grünen, weite Teile der SPÖ und das BZÖ, die Industriellenvereinigung, die AK, Teile der Gewerkschaft, die Hoteliervereinigung, die katholische Aktion und viele andere - unterstützen das Volksbegehren. "Unser Ziel ist es jetzt, über den ganzen Bildungsbogen ins 21. Jahrhundert zu kommen!"

Gundi Wentner, Unternehmensberaterin, sagt: "Vor allem alle Frauen sollten das Volksbegehren unterschreiben. Nach einer aktuellen Umfrage sind Frauen zu über 70% für die Kinderbetreuung zuständig und erleiden dadurch Karriereeinbußen. Das ist ein massiver Nachteil für Frauen. Und das muss sich ändern." Wentner meint, es wird viel gejammert über Stillstand in der Politik. Das Bildungsvolksbegehren jedoch ist eine Möglichkeit, eine "Stimme abzugeben für die wichtigste Zukunftsinvestition. Ohne viele Stimmen wird sich nämlich nichts ändern."

Harald Walser, AHS-Direktor und Bildungssprecher der Grünen, berichtet: "Ich komme direkt von einer Bildungsreise aus Finnland. Wir müssen dahin kommen, dass in Zukunft auch Exkursionen aus dem Ausland nach Österreich kommen, um unser erfolgreiches Bildungssystem zu studieren." Die Situation in Österreich sei alarmierend, etwa beim Polizei-Nachwuchs in Vorarlberg: "Unter mehr als 200 Bewerbungen waren nicht einmal 25 AnwärterInnen zu finden, die den Mindestanforderungen entsprachen."

Hans Sünkel, Rektor a.D. der TU Graz, kritisierte die Ignoranz der Politik für dramatische Probleme im Bildungssystem, etwa den Unis: "An vielen Universitäten haben wir eine Überforderung durch massive Studierendenströme. Die Politik nimmt das zwar zur Kenntnis, tut aber nichts." Sünkel weiter: "Niemand kann alles, aber keiner kann gar nichts. Darauf wird in Schulen aber nicht abgezielt. Ich plädiere dafür: Stärken stärken und Schwächen schwächen. Bildung ist teuer, aber keine Bildung ist noch sehr viel teurer."

Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung, erläuterte, dass es "keine besondere Überzeugungskraft von Hannes Androsch gebraucht hat, um die Industrie an seine Seite zu bekommen." Nun gehe es darum, "alles zu mobilisieren was es gibt, um auf diese wichtige Initiative hinzuweisen". Sorger: "Wenn manche sagen, mir passt dieses im Text nicht oder jenes, dann muss ich sagen: Wir bekennen uns zu dieser Initiative, die sich bemüht unpolitisch zu sein um im Parlament etwas zu bewegen."

Gemeinsam wünschen sie sich eine hohe Beteiligung am Volksbegehren: "Jede Unterschrift hat Gewicht und zählt!"

(Quelle: Volksbegehren Bildungsinitiative)


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