Anzahl ordentlicher Studierender im WS 09/10
| Weiblich | Männlich | Verhältnis Weibl./Männl. | Gesamt |
| Erstzugelassene | 40 | 48 | 45.45% / 54.55% | 88 |
| Begonnene Studien | 59 | 94 | 38.56% / 61.44% | 153 |
| Ordentliche Studierende | 247 | 400 | 38.18% / 61.82% | 647 |
| Quelle: UNI:DATA BMWF |
Einstieg
Reifezeugnis oder Studienberechtigungsprüfung
Information
Das Bachelorstudium Volkswirtschaftslehre dient der wissenschaftlichen Berufsvorbildung und der Qualifizierung für berufliche Tätigkeiten, die ökonomische Erkenntnisse und Methoden voraussetzen. Ausbildungsziel des Bachelorstudiums ist die Beschäftigungsfähigkeit der Ab-solventinnen und Absolventen. Dieses Ziel wird erreicht durch eine Kombination von zeitbe-ständigen ökonomischen Grundlagenkenntnissen und vielseitig nutzbarer Methodenkompe-tenz. Der/Die theoretisch ausgebildete ökonomische Generalist/in zeichnet sich dementspre-chend aus durch eine Verbindung von Fachwissen und allgemeiner Berufsbefähigung.
Im Bachelorstudium geht es also darum, auf der Grundlage eines gediegenen ökonomischen Überblickswissens eine allgemeine, akademisch erworbene Berufsbefähigung in Form von fä-cherübergreifenden Schlüsselqualifikationen oder Meta-Kompetenzen zu gewährleisten. In diesem Sinne verfolgt das Bachelorstudium die allgemeinen Ziele:
- die im Fach gängigen Theorien und Methoden unter besonderer Beachtung der Vielfalt wissenschaftlicher Lehrmeinungen und Methoden den Studierenden in Grundzügen nahe zu bringen;
- die Studierenden insbesondere hinsichtlich jener Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kompeten-zen zu fördern, die sie in die Lage versetzen, die abgehandelten Theorien und Methoden in ihre jeweilige berufliche Tätigkeit einzubringen.
Das dreijährige Studium ist modular aufgebaut; der ökonomische Fokus wird ergänzt durch Methodenfächer – Mathematik und Statistik – und Nachbardisziplinen wie Betriebswirtschafts-lehre. Im ersten Studienjahr werden ökonomische Grundkenntnisse erworben im Rahmen des an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät etablierten „Basismoduls“, das auch eine Einführung in die Soziologie und in die Betriebswirtschaftslehre vorsieht. Außerdem wer-den am Anfang des Studiums die methodischen Grundlagen gelegt. Die Pflichtfächer im zwei-ten und dritten Studienjahr umfassen die ökonomischen Kernfächer: Die „intermediären“ Lehr-veranstaltungen – so bezeichnet nach einer angloamerikanischen Lehrbuchtradition – setzen die einführenden Veranstaltungen fort und verstehen sich als Pendant zu den „fortgeschritte-nen“ Veranstaltungen des Masterstudiums.
Das Pflichtcurriculum wird abgerundet durch Wahlmodule (d.h. Körbe von zeitlich und inhalt-lich zusammenhängenden Lehrveranstaltungen): Soziologie, Wirtschafts- und Sozialgeschich-te und Rechtsfächer; Spezialisierungen in Umweltökonomik, Betriebswirtschaftslehre und Fremdsprachen. Module eröffnen Optionen mit Blick auf den einzuschlagenden Berufsweg und eine eventuelle Fortsetzung der universitären Ausbildung. Ausgehend von den Kernfä-chern, ermöglichen Module eine Vielzahl individueller Gewichtungen bei gleichzeitiger Wah-rung der Transparenz des Studiums.
Qualifikationsprofil
Lern- bzw. Ausbildungsziele im Bachelorstudium sind die Aneignung von:
- volkswirtschaftlichem Überblickswissen über breit definierte, generalistische Lernziele;
- methodischen Kompetenzen, d.h. von analytischen Fähigkeiten (z.B. der Abstraktion und Deduktion) und synthetischen Fähigkeiten (z.B. der Denk- und Urteilsfähigkeit), wie sie für das Studium der Grundsätze ökonomischen Denkens unverzichtbar sind, die aber auch bei Problemlösungen in anderen Bereichen sich als höchst vorteilhaft erweisen können;
- sozialen Kompetenzen, d.h. von Fähigkeiten zur Kommunikation, Konfliktlösung und Ko-operation in Teamarbeit (sichergestellt durch ein breites Angebot von Lehrveranstaltungen mit immanentem Prüfungscharakter).
Bezüglich der „Schlüsselkompetenzen“ oder Kompetenzen höherer Ordnung – z.B. Argumen-tations-, Arbeits- und Recherchetechnik, Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten – weist das Curriculum den Weg, diese Kompetenzen möglichst eng an die inhaltliche Ausbildung zu bin-den, d.h. integrativ im Rahmen von fachlichen Lehrveranstaltungen. Ein Beleg dafür sind die Proseminare: spezielle Lehrveranstaltungen, die primär gedacht sind als Einführungen in wis-senschaftliches Arbeiten im Zuge von Bachelorarbeiten. Die für die Ökonomik unverzichtbare Fachsprache lernen die Studierenden anhand von Lehrbüchern und durch Lehrveranstaltun-gen in englischer Sprache.
Berufsfeld
Eine Untersuchung der beruflichen Möglichkeiten, die Absolventinnen und Absolventen des Studiums Volkswirtschaftslehre traditionell vorgefunden haben, fördert zutage, dass die klassi-schen Tätigkeitsbereiche – in Kammern und sonstigen Interessenverbänden, in der öffentli-chen Verwaltung, in Banken, Versicherungen und Industrieunternehmen – einen immer kleiner werdenden Teil der Beschäftigungsfelder bilden. In den letzten Jahren haben Volkswirtinnen und Volkswirte jedoch zunehmend reüssiert in internationalen Organisationen, im Tourismus- und Kulturmanagement, in der Öffentlichkeitsarbeit in Politik und Wirtschaft, in Regulierungs-behörden, in der Politikberatung (Umwelt- und Energiepolitik, Verkehrspolitik), in der Unter-nehmensberatung, im Bildungs- und Ausbildungssektor, in außeruniversitären Forschungsin-stituten und im Journalismus. Darüber hinaus konkurrieren Absolventinnen und Absolventen des Studiums Volkswirtschaftslehre in zunehmendem Maße mit den Absolventinnen und Ab-solventen anderer wirtschaftswissenschaftlicher, insbesondere betriebswirtschaftlicher Stu-dien.
Die ausgeübten beruflichen Tätigkeiten sind derart vielfältig, dass von einem einheitlichen Be-rufsbild nicht gesprochen werden kann. Insofern es immer weniger möglich erscheint, „ange-stammte“ oder gar Volkswirtinnen und Volkswirten exklusiv vorbehaltene Tätigkeitsfelder anzu-führen, ist nicht mehr davon auszugehen, dass Absolventinnen und Absolventen in erster Linie qua Volkswirtinnen oder Volkswirte eingestellt werden. Vielmehr werden deren Leistungen nachgefragt wegen ihrer besonderen Fähigkeiten und Kompetenzen, die sie im Laufe ihres Studiums mitbekommen. Dazu zählen vor allem: der analytische Zugang zur Lösung von Problemen; die Befähigung zum „Denken in Modellen“; der vertraute Umgang mit quantitati-ven Methoden; das Verständnis gesamtwirtschaftlicher und internationaler Zusammenhänge; der Sinn für die politische und ethische Dimension ökonomischer Probleme.
Befragungen unter Studierenden scheinen dies zu belegen: Da mit dem Studium der Volks-wirtschaftslehre kein bestimmtes Berufsbild verbunden wird, wird die Studienwahl nicht unmit-telbar berufsbezogen getroffen. Ausschlaggebend für die Studienwahl sind vielmehr: ein – wenn auch häufig vages – intellektuelles Interesse an der Sache; der Wunsch nach einem besseren Verständnis gesellschaftlicher Probleme; und in vielen Fällen wohl auch die Erwar-tung, zu deren Lösung beitragen zu können. Die Studierenden setzen jedenfalls zu Recht vor-aus, dass sie Qualifikationen erlangen, die sie befähigen, eine Vielzahl von Beschäftigungsop-tionen wahrzunehmen.
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