Einstieg
Voraussetzung für die Zulassung zum sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Masterstudium Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre ist der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Bachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung gemäß § 64 Abs. 5 UG. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Zulassung entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG das Rektorat.
Die Zulassungsvoraussetzungen gelten mit dem Abschluss eines der folgenden Studien als erfüllt:
I. Bachelorstudium Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre
II. Ein fachlich in Frage kommendes Bachelorstudium oder ein fachlich in Frage kommender Fachhochschul-Bachelorstudiengang oder ein anderes gleichwertiges Studium an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung, welches zumindest 120 ECTS-Anrechnungspunkte aus umweltwissenschaftlichen, systemwissenschaftlichen und/oder sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern aufweist und davon mindestens 50 ECTS-Anrechnungspunkte aus dem Fach Volkswirtschaftslehre. III. Bei einem Studium gem. II erfolgt eine Zulassung ohne Auflagen (volle Gleichwertigkeit), wenn im Vorstudium folgende Fächer mit entsprechenden ECTS-Anrechnungspunkten absolviert wurden:
a. Mind. 8 ECTS-Anrechnungspunkte aus dem Fach Systemwissenschaften
b. Mind. 10 ECTS-Anrechnungspunkte aus dem Fach Mathematik und Statistik
c. Mind. 40 ECTS-Anrechnungspunkte aus den Fächern Mikro- und Makroökonomik auf einführendem und intermediärem Niveau
d. Mind. 8 ECTS-Anrechnungspunkte aus dem Fach Umweltökonomik
IV. Wenn die Gleichwertigkeit grundsätzlich gegeben ist und nur einzelne Ergänzungen auf die volle Gleichwertigkeit fehlen, ist das Rektorat berechtigt, die Feststellung der Gleichwertigkeit mit der Auflage von Prüfungen zu verbinden, die während des Masterstudiums abzulegen sind.
Information
In Hinblick auf das Ausbildungsziel, die Gestaltung des Studiums und
seine Entstehung durch einen Wachstumsprozess, der weitgehend von der
Basis der Studierenden und einer hohen Anzahl an in diesem Studium
aktiv Lehrenden getragen wurde, nimmt das Studium
Umweltsystemwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz (KFUG)
im gesamten deutschen Sprachraum eine Sonderstellung ein.
Der jeweilige Fachschwerpunkt trägt als solides Fundament das Grundkonzept dieses Studiums:
Die
Studierenden legen sich zu Beginn auf einen Fachschwerpunkt fest und
werden Spezialistinnen und Spezialisten in ihrem Gebiet. Sie lernen ein
Fach von Grund auf und bringen den Beitrag dieses Faches auch im
interdisziplinären Team ein. Zur Zeit können an der KFUG die
Fachschwerpunkte Betriebswirtschaft, Chemie, Geographie, Physik und
Volkswirtschaft belegt werden.
Drei wesentliche Säulen bilden den Überbau des Studiums:
i.
Interdisziplinarität: Die Studierenden erwerben in den gebundenen
Wahlfächern Kenntnisse aus verschiedenen Disziplinen. In
fächerübergreifenden, problemorientierten Praktika arbeiten sie mit
Kolleginnen und Kollegen anderer Fachschwerpunkte zusammen und lernen,
Probleme von vielen Seiten zu sehen und unterschiedliche
Lösungsmethoden zu vernetzen.
ii. System- und
Formalwissenschaften: Die Studierenden werden mit den
formalwissenschaftlichen Ansätzen zur Behandlung komplexer Systeme
vertraut. Solche Ansätze kommen sowohl aus der Mathematik als auch aus
den verschiedenen Zweigen der Systemwissenschaften. Die Studierenden
gewinnen Verständnis für das Verhalten komplexer Systeme und erwerben
ein Repertoire von strukturierten Lösungsansätzen.
iii.
Eigenverantwortlichkeit: Durch die modulare Gestaltung des Studiums
sind die Studierenden gefordert, das Studium gemäß ihren Interessen und
Fähigkeiten zusammenzustellen. Sie treffen von Anfang an
eigenverantwortlich Entscheidungen über den Verlauf ihres Studiums und
lernen ihre persönlichen Fähigkeiten und Interessen bewusst
einzuschätzen und auszubauen.
Nach dem jeweiligen Schwerpunkt
ist das Studium Umweltsystemwissenschaften mit den Fachschwerpunkten
Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft ein sozial- und
wirtschaftswissenschaftliches Studium, das Studium
Umweltsystemwissenschaften mit den Fachschwerpunkten Chemie, Geographie
und Physik ein naturwissenschaftliches Studium.
Studieninhalt
Die Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften (USW) verstehen sich als Einheit mit einem gemeinsamen interdisziplinären und systemwissenschaftlichen Überbau sowie entweder naturwissenschaftlicher oder sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung.
In Hinblick auf das Ausbildungsziel, die Gestaltung des Studiums und seine Entstehung durch einen Wachstumsprozess, der weitgehend von Studierenden und engagierten Lehrenden getragen wurde, nehmen die Studien der Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt an der Karl-FranzensUniversität Graz im deutschen Sprachraum eine Sonderstellung ein.
Die umweltsystemwissenschaftlichen Studien an der KFUG sind in mehreren Fachschwerpunkten eingerichtet und aufeinander abgestimmt. Jeder Fachschwerpunkt trägt als solides Fundament eine Grundausbildung in den jeweiligen Fachbereichen. Die Studierenden legen sich auf eines der umweltsystemwissenschaftlichen Masterstudien fest und werden damit zu Fachexpertinnen und Fachexperten im jeweiligen Fachschwerpunkt ausgebildet. Diese Kenntnisse werden in weiterer Folge insbesondere in interdisziplinären Teams praktisch genutzt.
Den Überbau zum jeweiligen Fachschwerpunkt bilden:
(a) Interdisziplinarität
Die Studierenden erwerben im umweltorientierten Wahlfach neben den Kenntnissen im Fachschwerpunkt Kenntnisse in einer weiteren Disziplin. In fächerübergreifenden, problemorientierten Interdisziplinären Praktika arbeiten sie mit Kolleginnen und Kollegen anderer umweltsystemwissenschaftlicher Studien (und damit Fachschwerpunkte) zusammen, lernen die Vielschichtigkeit von Problemstellungen kennen, analysieren und erarbeiten adäquate Lösungsvorschläge.
(b) Systemwissenschaften
Aufbauend auf bereits vorhandenem Wissen im Bereich der Systemwissenschaften und dem damit verbundenen Verständnis für Organisation, Verhalten, Analyse und Beeinflussbarkeit komplexer Systeme, bieten die Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften eine vertiefende Ausbildung in den Bereichen Systembewertung, Systemintegration sowie Systemmodellierung.
(c) Eigenverantwortlichkeit
Durch die modulare Gestaltung des Studiums sind die Studierenden gefordert, das Studium gemäß ihren Interessen und Fähigkeiten zusammenzustellen. Sie treffen von Anfang an eigenverantwortlich Entscheidungen über den Verlauf ihres Studiums und lernen ihre persönlichen Fähigkeiten und Interessen einzuschätzen und auszubauen.
Qualifikationsprofil
(a) Die Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften
Umweltveränderungen von lokaler bis globaler Natur sind zunehmend mit dem Handeln des Menschen verbunden. Die daraus entstehenden Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Verringerung von Gefährdungen und der Verbesserung von Lebensbedingungen verlangen interdisziplinäre Ansätze. Naturwissenschaftliche, technische, wirtschaftliche, gesellschaftliche, rechtswissenschaftliche sowie philosophische und allgemein geisteswissenschaftliche Aspekte müssen koordiniert zum Einsatz gebracht werden, um damit nichtlinearen und stark vernetzten Zusammenhängen in Umweltsystemen näher zu kommen.
Die Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften sprechen grundsätzlich vier Zielgruppen an:
- Erstens sind dies Absolventinnen und Absolventen der Bachelorstudien Umweltsystemwissenschaften im jeweiligen Fachschwerpunkt, die ihre bereits erworbenen Fähigkeiten vertiefen und eine stärkere Forschungskompetenz erlangen möchten.
- Zweitens dient es Absolventinnen und Absolventen von einschlägigen Bachelor- oder Masterstudien zur Erlangung einer interdisziplinären Kompetenz kombiniert mit einer Vertiefung ihres fachspezifischen Wissens.
- Drittens soll es zwischenzeitlich beruflich tätigen Absolventinnen und Absolventen von Bachelorstudien dazu dienen, auf Basis der jeweiligen beruflichen Praxis ihr fachspezifisches Wissen zu vertiefen und ihre interdisziplinäre Methodenkompetenz praktisch zu erweitern und theoretisch zu vertiefen.
- Viertens sollen durch die globale Bedeutung der im Studium angesprochenen Fragestellungen und dem verstärkten Angebot englischsprachiger Lehre auch internationale Studierende angesprochen werden, die sich entscheiden ihr Masterstudium in Graz zu absolvieren.
In den Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften werden die in den Bachelorstudien erworbenen fundierten Fachkenntnisse im jeweiligen Fachschwerpunkt durch eine Vertiefung und eigenständige Forschungsarbeit erweitert. In ihrem Vertiefungsgebiet erreichen die Studierenden damit internationales Forschungsniveau und die Kompetenz, innovative Lösungsansätze unter Einbindung modernster wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden zu entwickeln. Die Studierenden sammeln darüber hinaus weitere Erfahrungen im fächerübergreifenden Teamwork bei der Untersuchung eines komplexen „Real-World“-Problems im Rahmen eines interdisziplinären Praktikums. Die in den Masterstudien geforderte stärkere Spezialisierung ist nicht als Rückkehr in die engen Grenzen der Fachschwerpunkte zu verstehen, sondern als die Spezialisierung auf eine bestimmte Kategorie von nach wie vor interdisziplinären Fragestellungen. Das Verständnis für andere Fachrichtungen neben dem eigenen Fachschwerpunkt und für systemische Zusammenhänge soll gerade anhand dieser Spezialisierung intensiviert werden.
Absolventinnen und Absolventen der Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften zeichnen sich dazu durch folgende Qualifikationsmerkmale aus:
- Kenntnis und eigenständiger Einsatz des fundierten Problemlösungsrepertoires ihres Fachschwerpunktes,
- Problem- und lösungsorientierte Denkweise mit der Fähigkeit zur Vernetzung unterschiedlicher Sichtweisen und Lösungsansätze,
- Tiefgreifendes Verständnis von Mensch-Umwelt-Systemen,
- Anwendung von systemwissenschaftlichen Arbeitsmethoden,
- Beschreibung, Analyse und Lösen komplexer Problem- und Fragestellungen,
- Fähigkeit zur Kommunikation in interdisziplinären Teams,
- Fähigkeit zur raschen Einarbeitung in vielschichtige Problembereiche auch außerhalb des eigenen Fachbereichs,
- Selbstverantwortung und Kreativität,
- Eine vertiefte Ausbildung in ihrem Fachschwerpunkt, sowohl in der Grundlagen- als auch in der anwendungsorientierten Forschung,
- Den Nachweis der Fähigkeit zur eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit im Rahmen einer Masterarbeit,
- Vertiefte Erfahrungen in der Teamarbeit an komplexen Problemen im Rahmen eines praxisorientierten, interdisziplinären Praktikums
(b) Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre
Ergänzend zu den unter (a) genannten Kompetenzen, zeichnen sich die Absolventinnen und Absolventen des sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Masterstudiums Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre durch folgende Qualifikationen aus:
- Fähigkeiten zum Denken in Modellen,
- Fähigkeit zur Abstraktion, Deduktion und Synthese;
- Fähigkeit, konzeptionelle Probleme selbständig zu erkennen und zu lösen.
Das Masterstudium Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre liefert über das Bachelorstudium Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre hinaus einerseits eine vertiefte und vor allem forschungsorientierte Ausbildung im volkswirtschaftlichen Bereich und andererseits die Voraussetzung für die wissenschaftliche Bearbeitung umwelt- und ressourcenökonomischer interdisziplinärer Problemstellungen. Durch die Auswahl der gebundenen Wahlfächer ist eine Vertiefung oder weitere Spezialisierung in fachfremden Gebieten möglich. Einen wesentlichen Schwerpunkt des Studiums bildet die Magisterarbeit, die einen eigenständigen fächerübergreifenden wissenschaftlichen Beitrag zu einer aktuellen Fragestellung liefern soll.
Berufsfeld
(a) Die Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften
Absolventinnen und Absolventen der Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften finden ein breites Feld beruflicher Möglichkeiten vor bzw. schaffen sich selbst neue Bereiche. Der Einsatzbereich wird dabei deutlich vom gewählten Fachschwerpunkt bestimmt. Darüber hinaus sind Absolventinnen und Absolventen mit Grundkenntnissen in weiteren Disziplinen neben ihrem Fachschwerpunkt und mit ihrem system- und formalwissenschaftlichen Methodenrepertoire besonders für die Arbeit in interdisziplinären Teams an der Nahtstelle zwischen verschiedensten Fachbereichen qualifiziert. Auf dem Arbeitsmarkt wird dieser ausgeprägte „Überbau“ geschätzt und stark als Zusatzkompetenz zur Fachschwerpunktausbildung nachgefragt. Speziell die Fähigkeiten des schnellen Einarbeitens in neue Problemstellungen sowie systemisches Verständnis für die Komplexität großer Projekte und Arbeitsgruppen bereiten die Absolventinnen und Absolventen der Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften bestens für ihre zukünftige berufliche Tätigkeit vor.
Folgende Betätigungsfelder sind die typischen Arbeitsbereiche der Absolventinnen und Absolventen der Masterstudien der Umweltsystemwissenschaften, da sie optimal auf folgende Aufgaben vorbereitet sind:
- Tätigkeiten in universitärer Lehre und Forschung,
- Mitarbeit in umweltbezogener Forschung,
- Beratung und Betreuung von Umweltschutzeinrichtungen,
- Projektmanagement,
- Entwicklung umweltschonender Produkte und Dienstleistungen,
- Tätigkeit in umweltrelevanten Bereichen des öffentlichen Sektors,
- Beratung und Führung im Umweltmanagement von Unternehmen, die besonderer Sorgfaltspflicht in ökologischer Hinsicht unterliegen.
(b) Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre
Das Berufsfeld orientiert sich zunächst an jenem der Absolventinnen und Absolventen des facheinschlägigen Masterstudiums Volkswirtschaftslehre. Diese üben jedoch bereits derart unterschiedliche Tätigkeiten aus, dass ein kohärentes Berufsbild der Volkswirtin oder des Volkswirts nicht gezeichnet werden kann. Empirische Untersuchungen über die Karrierechancen von Absolventinnen und Absolventen der Volkswirtschaftslehre ergeben regelmäßig, dass von einer 1:1 Relation von Fachwissen und Beruf keine Rede sein kann. Das ebenso regelmäßige Ergebnis von Umfragen ist vielmehr, dass das Masterstudium eine ganze Palette von Karrierechancen eröffnet: in der Privatwirtschaft, in Wissenschaft und Forschung, im Journalismus, in der öffentlichen Verwaltung, in der Politikberatung, in Interessenverbänden und internationalen Organisationen.
Umweltsystemwissenschaften-Volkswirtinnen und -Volkswirte sind durch ihre interdisziplinäre und systemwissenschaftliche Ausbildung zusätzlich in der Lage, in folgenden Bereichen, insbesondere auch in Führungsfunktionen, tätig zu werden:
- umweltbezogene Lehre und Forschung,
- Politikberatung mit Umweltrelevanz,
- Leitung des Managements umweltrelevanter Projekte, wie zum Beispiel bei Umweltverträglichkeitsprüfungen und
- äquivalent gelagerte forschungsorientierte Aufgabenbereiche.
Das Aufgabenfeld für Absolventinnen und Absolventen der Masterstudien Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Volkswirtschaftslehre ist also der klassische Einsatzbereich von Volkswirtinnen und Volkswirten unter besonderer Berücksichtigung von umweltbezogenen Aufgaben und von Arbeitssituationen, die besondere Flexibilität und Kommunikationsfähigkeit im Hinblick auf fächerübergreifende Themen erfordern.
Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiums sind in besonderem Maße für Aufgaben vorbereitet, in denen der kreative Einsatz wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse über das Standardrepertoire hinaus mit einer fächerübergreifenden Sichtweise und mit Rücksicht auf die Eigenheiten hochkomplexer Systeme kombiniert werden muss.
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