Anzahl ordentlicher Studierender im WS 10/11
| Weiblich | Männlich | Verhältnis Weibl./Männl. | Gesamt |
| Erstzugelassene | 75 | 94 | 44.38% / 55.62% | 169 |
| Begonnene Studien | 113 | 138 | 45.02% / 54.98% | 251 |
| Ordentliche Studierende | 527 | 687 | 43.41% / 56.59% | 1.214 |
| Quelle: UNI:DATA BMWF |
Einstieg
Reifezeugnis oder Studienberechtigungsprüfung
Information
Die Bachelorstudien der Umweltsystemwissenschaften (USW) verstehen sich als Einheit mit einem gemeinsamen interdisziplinären und systemwissenschaftlichen Überbau sowie entweder naturwissenschaftlicher oder sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Ausrichtung.
In Hinblick auf das Ausbildungsziel, die Gestaltung des Studiums und seine Entstehung durch einen Wachstumsprozess, der weitgehend von Studierenden und engagierten Lehrenden getragen wurde, nehmen die Studien der Umweltsystemwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz (KFUG) im deutschen Sprachraum eine Sonderstellung ein.
Die umweltsystemwissenschaftlichen Studien an der KFUG sind in mehreren Fachschwerpunkten eingerichtet und aufeinander abgestimmt. Jeder Fachschwerpunkt trägt als solides Fundament eine Grundausbildung in den jeweiligen Fachbereichen. Die Studierenden legen sich auf eines der umweltsystemwissenschaftlichen Studien fest und werden mit dieser Wahl zu Fachexpertinnen und Fachexperten im jeweiligen Fachschwerpunkt ausgebildet. Diese Kenntnisse werden in weiterer Folge insbesondere in interdisziplinären Teams praktisch genutzt.
Den Überbau zum jeweiligen Fachschwerpunkt bilden:
(a) Interdisziplinarität und Mensch-Umwelt-Systeme
Die Studierenden erwerben im umweltorientierten Wahlfach neben den Kenntnissen im Fachschwerpunkt Kenntnisse in einer weiteren Disziplin. In fächerübergreifenden, problemorientierten Interdisziplinären Praktika arbeiten sie mit Kolleginnen und Kollegen anderer umweltsystemwissenschaftlicher Studien (und damit Fachschwerpunkte) zusammen, lernen die Vielschichtigkeit von Problemstellungen kennen, analysieren und erarbeiten adäquate Lösungsvorschläge. Von Beginn an lernen Studierende durch spezielle Mensch-UmweltLehrveranstaltungen die Komplexität dieser Systeme kennen.
(b) System- und Formalwissenschaften
Die Studierenden werden mit den formalwissenschaftlichen Ansätzen zur Behandlung komplexer Systeme vertraut. Ansätze dazu werden aus verschiedenen Bereichen der Systemwissenschaften und der Mathematik angeboten. Die Studierenden gewinnen dabei Verständnis für Organisation und Verhalten komplexer Systeme.
(c) Eigenverantwortlichkeit
Durch die modulare Gestaltung des Studiums sind die Studierenden gefordert, das Studium gemäß ihren Interessen und Fähigkeiten zusammenzustellen. Sie treffen von Anfang an eigenverantwortlich Entscheidungen über den Verlauf ihres Studiums und lernen ihre persönlichen Fähigkeiten und Interessen einzuschätzen und auszubauen.
Qualifikationsprofil
(a) Die Bachelorstudien der Umweltsystemwissenschaften
Umweltveränderungen von lokaler bis globaler Natur sind zunehmend mit dem Handeln des Menschen verbunden. Die daraus entstehenden Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Verringerung von Gefährdungen und der Verbesserung von Lebensbedingungen verlangen interdisziplinäre Ansätze. Naturwissenschaftliche, technische, wirtschaftliche, gesellschaftliche, rechtswissenschaftliche sowie philosophische und allgemein geisteswissenschaftliche Aspekte müssen koordiniert zum Einsatz gebracht werden, um damit nichtlinearen und stark vernetzten Zusammenhängen in Umweltsystemen näher zu kommen.
Die Grundidee der Studien Umweltsystemwissenschaften in Graz ist es, aufbauend auf einer fundierten fachspezifischen Ausbildung die Grundlagen und Methoden weiterer Disziplinen zu erlernen und Verbindungen zwischen diesen herzustellen. Es geht dabei nicht nur um die Analyse der einzelnen Elemente eines Systems, sondern insbesondere um die Vernetzung dieser Elemente untereinander und um Verständnis für die Dynamik und Komplexität von Umwelt, und Gesellschaft.
Absolventinnen und Absolventen der Bachelorstudien der Umweltsystemwissenschaften zeichnen sich dazu durch folgende Qualifikationsmerkmale aus:
- Kenntnis und eigenständiger Einsatz des fundierten Problemlösungsrepertoires ihres Fachschwerpunktes,
- Tiefgreifendes Verständnis von Mensch-Umwelt-Systemen,
- Problem- und lösungsorientierte Denkweise mit der Fähigkeit zur Vernetzung unterschiedlicher Sichtweisen und Lösungsansätze,
- Anwendung von systemwissenschaftlichen Arbeitsmethoden,
- Beschreibung, Analyse und Lösen komplexer Problem- und Fragestellungen,
- Fähigkeit zur Kommunikation in interdisziplinären Teams,
- Fähigkeit zur raschen Einarbeitung in vielschichtige Problembereiche auch außerhalb des eigenen Fachbereichs,
- Selbstverantwortung und Kreativität.
(b) Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Physik
Studierende des naturwissenschaftlichen Bachelorstudiums Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Physik erhalten eine umfangreiche physikalische Grundausbildung kombiniert mit Anwendungsnähe und interdisziplinärer Schulung, um mit Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener anderer Fachrichtungen erfolgreich zusammenzuarbeiten und Wissensgebiete zu vernetzen. Die Absolventinnen und Absolventen verfügen damit sowohl über eine ausgezeichnete Fachqualifikation als auch über jene häufig als physikalische Denkweise bezeichnete Kernkompetenz, die sich aus einer Kombination von solidem naturwissenschaftlichen Wissen, Vertrautheit mit praktischen Methoden, analytischem Denkvermögen und ausgeprägter Problemlösungsfähigkeit ergibt.
Das naturwissenschaftliche Bachelorstudium Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Physik an der Universität Graz hat neben der Vermittlung eines naturwissenschaftlichen Weltbildes mit den spezifischen Besonderheiten der „physikalische Denkweise“ das Hinführen zu interdisziplinärem Arbeiten zum Ziel.
Ergänzend zu den unter (a) genannten Kompetenzen, zeichnen sich die Absolventinnen und Absolventen des naturwissenschaftlichen Bachelorstudiums Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Physik durch folgende Qualifikationen und Kompetenzen aus:
- Physikalisch/technologische Aspekte in den Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft mit systemwissenschaftlichen Aspekten und Modellen zu verknüpfen,
- Im Team unterschiedliche physikalische Disziplinen, Modelle und Verfahrensweisen kennen zu lernen und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bewerten zu können,
- Recherchen und aktuelle Wissensaufbereitung zu physikalisch-technologischen Fragestellungen mit Umweltbezug (z.B. erneuerbare Energie, Klimafolgen, Umweltmonitoring, ressourcenschonendes Engineering) durchzuführen,
- Ergebnisse von Recherchen und Untersuchungen im Labor oder im industriellen Umfeld auszuwerten, darzustellen, zu protokollieren und auf umweltrelevante Fragestellungen Antworten zu liefern,
- Fähigkeit zum Transfer und zur Kommunikation von Erkenntnissen der Umweltphysik zu Nichtspezialistinnen und Nichtspezialisten und in einer verstärkten Bewusstseinsbildung in Umweltfragen für die Gesellschaft,
- Allgemeine Fähigkeiten im Fach Physik zu erlernen, die eine Zulassung zu einem weiterführenden facheinschlägigen Masterstudium berechtigen.
Berufsfeld
(a) Die Bachelorstudien der Umweltsystemwissenschaften
Absolventinnen und Absolventen der Bachelorstudien der Umweltsystemwissenschaften finden ein breites Feld beruflicher Möglichkeiten vor bzw. schaffen sich selbst neue Bereiche. Der Einsatzbereich wird dabei deutlich vom gewählten Fachschwerpunkt bestimmt. Darüber hinaus sind Absolventinnen und Absolventen mit Grundkenntnissen in weiteren Disziplinen neben ihrem Fachschwerpunkt und mit ihrem system- und formalwissenschaftlichen Methodenrepertoire besonders für die Arbeit in interdisziplinären Teams an der Nahtstelle zwischen verschiedensten Fachbereichen qualifiziert. Auf dem Arbeitsmarkt wird dieser ausgeprägte „Überbau“ geschätzt und stark als Zusatzkompetenz zur Fachschwerpunktausbildung nachgefragt. Speziell die Fähigkeiten des schnellen Einarbeitens in neue Problemstellungen sowie systemisches Verständnis für die Komplexität großer Projekte und Arbeitsgruppen bereiten die Absolventinnen und Absolventen der Bachelorstudien der Umweltsystemwissenschaften bestens für ihre zukünftige berufliche Tätigkeit vor.
Folgende Betätigungsfelder sind die typischen Arbeitsbereiche der Absolventinnen und Absolventen der Bachelorstudien der Umweltsystemwissenschaften, da sie optimal auf folgende Aufgaben vorbereitet sind:
- Mitarbeit in umweltbezogener Forschung,
- Beratung und Betreuung von Umweltschutzeinrichtungen,
- Projektmanagement,
- Entwicklung umweltschonender Produkte und Dienstleistungen,
- Tätigkeit in umweltrelevanten Bereichen des öffentlichen Sektors,
- Beratung und Führung im Umweltmanagement von Unternehmen, die besonderer Sorgfaltspflicht in ökologischer Hinsicht unterliegen.
(b) Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Physik
Spezielle Beschäftigungsfelder des naturwissenschaftlichen Bachelorstudiums Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Physik orientieren sich zunächst an jenen der Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiums Physik. Absolventinnen und Absolventen des Studiums der Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Physik sind durch ihre interdisziplinäre und systemwissenschaftliche Ausbildung zusätzlich in der Lage, in folgenden Bereichen im öffentlichen Dienst, in Industrie und in der Privatwirtschaft tätig zu werden:
- Physikalische Prozesstechnologien inklusive der Bewertung bezüglich ihres Umwelteinflusses
- Umweltschutz, Umwelt-Monitoring und Umweltanalytik
- Lokaler und globaler Einfluss auf den Klimawandel
- Ressourcen- und energieschonende Technologien
- Aus- und Weiterbildung
- Consulting
Mögliche Alternativen zu diesem Bachelorstudium in Steiermark
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