Einstieg
(2.4.1) Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Political, Economic and Legal Philosophy / Philosophie der Politik, Ökonomie und des Rechts ist der Abschluss eines Bachelorstudiums Philosophie oder eines anderen fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder Fachhochschul-Bachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Gleichwertigkeit entscheidet gemäß § 60 Abs.1 UG das Rektorat.
(2.4.2) Damit ein Bachelorstudium oder Fachhochschul-Bachelorstudiengang als fachlich in Frage kommend anerkannt werden kann, müssen folgende Auflagen erfüllt sein:
(2.4.2.1) Es müssen fachspezifische, d.h. philosophische Lehrveranstaltungen im Umfang von zumindest 28 ECTS-Anrechnungspunkten absolviert sein.
(2.4.2.2) Die fachspezifischen Lehrveranstaltungen müssen wenigstens 3 ECTS-Anrechnungspunkte aus Lehrveranstaltungen in Einführung in die Logik, 3 ECTS-Anrechnungspunkte in Theoretischer Philosophie, 11 ECTS-Anrechnungspunkte in Praktischer Philosophie sowie 3 ECTS-Anrechnungspunkte in Geschichte der Philosophie einschließen.
(2.4.2.3) Sollte ein Bachelorstudium nicht die Auflagen (2.4.2.1) und (2.4.2.2) erfüllen, ist das Rektorat berechtigt, im Rahmen des Masterstudiums Political, Economic and Legal Philosophy gemäß § 64 Abs. 5 UG als Auflage die Ablegung von Prüfungen über die fehlenden Leistungen zusätzlich zu den in diesem Studium festgelegten Leistungen vorzuschreiben.
(2.4.3) Der Inhalt des Masterstudiums Political, Economic and Legal Philosophy baut somit auf dem Inhalt eines wissenschaftlichen Bachelorstudiums mit geeigneter fachlicher Ausrichtung gem. § 64 Abs. 5 UG auf, zum Beispiel auf dem Bachelorstudium Philosophie. Dieses Bachelorstudium muss einen Umfang von 180 ECTS-Anrechnungspunkten aufweisen (§ 54 Abs. 3 UG). Um einen Gesamtumfang der aufbauenden Studien von 300 ECTSAnrechnungspunkten zu erreichen, ist die Zuordnung ein und derselben Lehrveranstaltung sowohl im zur Zulassung berechtigenden Bachelorstudium als auch im gegenständlichen Masterstudium ausgeschlossen.
Information
Das interdisziplinäre Masterstudium Political, Economic and Legal Philosophy / Philosophie der Politik, Ökonomie und des Rechts (PELP) hat Problemstellungen der Praktischen Philosophie in Hinblick auf das Verhältnis von (normativer) Theorie und (politisch- ökonomischer) Praxis zum Gegenstand. Dieses Masterstudium wird auch berufsbegleitend angeboten.
Soziale Institutionen, Verfahren und soziales Verhalten ausschließlich mit den Methoden der Politik- oder Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wissenschaftlich zu untersuchen, ergibt ein unvollständiges und verzerrtes Bild der vielfältigen sozialen Phänomene, da diese interdependent sind und nur auf Grundlage ihrer normativen Implikationen angemessen interpretiert werden können und regelbar sind. Politik, Recht und Ökonomie sind untrennbar miteinander verbunden. Die meisten ökonomischen Entscheidungen und Überlegungen haben politische Implikationen oder beruhen auf politischen Überlegungen, und alle politischen und rechtlichen Entscheidungen haben ökonomische Konsequenzen. Das Masterstudium PELP möchte zur Erforschung sozialer Phänomene beitragen, indem Studierende angeleitet werden, in eigenen, philosophisch motivierten Forschungsarbeiten die begrifflichen und substantiellen Verbindungen zwischen den sozial-, rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen zu berücksichtigen. Die (Praktische) Philosophie hat hierbei u.a. die Aufgaben: die Verbindung zwischen den genannten Disziplinen offenzulegen und deren methodische Annahmen zu untersuchen und zu prüfen; ferner die Prinzipien und Kriterien der normativen Bewertung auszuweisen und die normativen Implikationen ökonomischen und politisch-rechtlichen Verhaltens aufzuzeigen. Das Masterstudium PELP soll dazu beitragen, dass Studierende die Methoden der politik-, rechts-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen im Sinne der Entwicklung begründet normativ orientierter Problemlösungsstrategien verwenden lernen. Damit zeichnet sich das Masterstudium PELP durch einen stark inter- und transdisziplinären Zugang aus und verbindet theoretische und angewandte Teile von Wissenschaft und Philosophie.
Aufbau
Das Masterstudium Political, Economic and Legal Philosophy mit einem Arbeitsaufwand von 120 ECTS-Anrechnungspunkten (laut § 54 Abs. 3 UG) umfasst vier Semester und ist modular strukturiert.
Qualifikationsprofil
Das Masterstudium PELP soll den Studierenden erlauben, die normativen Implikationen öffentlich-rechtlicher, ökonomischer und politischer Entscheidung zu erkennen und die ethischen Dimensionen von staatlichem, nicht-staatlichem und unternehmerischem Handeln zu erforschen. Es soll die Studierenden dazu befähigen, komplexe politische, ökonomische und rechtliche Probleme lösungsorientiert zu untersuchen und Reform- und Lösungsvorschläge normativ, insbesondere nach Kriterien der Gerechtigkeit, zu entwickeln und zu bewerten. Hierfür werden die Studierenden systematisch in die relevanten Methoden der Philosophie, Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeführt, insbesondere in das ethische Argumentieren sowie die Verfahren politischer Entscheidungen und die Mittel zu deren Umsetzung. Zugleich geht es um eine intensive Auseinandersetzung mit grundlegenden Aspekten und Problemstellungen der angesprochenen Wissenschaften sowohl auf methodologischer, theoretischer als auch auf praxisrelevanter Ebene (z.B. Erklärungs- und Vorhersagefähigkeit der Sozialwissenschaften, Wertfreiheitsproblematik, Verhältnis idealer und nicht-idealer normativer Theorie, Theorie des Zweitbesten).
Folgende Kenntnisse, Fertigkeiten, Methoden und Kompetenzen werden durch das Masterstudium Political, Economic and Legal Philosophy besonders vermittelt bzw. gefördert:
- Die Studierenden besitzen Kenntnisse auf hohem Niveau in wichtigen Teilbereichen der Praktischen Philosophie, Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und sind mit den relevanten Methoden der genannten Disziplinen und ihrer Probleme vertraut.
- Die Studierenden sind nach Absolvierung des Studiums in der Lage, soziale Phä- nomene und Probleme von einer normativ-kritischen und integrativen Perspektive aus zu analysieren.
- Die Studierenden sind dazu befähigt, normativ orientierte Problemlösungsstrategien für komplexe Probleme (z.B. der Reform der Sozialversicherungssysteme, der globalen Verteilung, des Klimaschutzes oder der Verbesserung der Legitimität internationaler politischer Entscheidungsprozesse) zu entwickeln und zu begründen.
- Die Studierenden haben im Rahmen des Studiums ihre Kooperations-, Integrations- und Kommunikationskompetenz unter Einschluss der interdisziplinären Diskursfähigkeit gestärkt und erweitert.
- Die Studierenden sind in der Lage, eigenständige wissenschaftliche Arbeiten durchzuführen und an wissenschaftlichen Institutionen (wiss. Assistent/in) und Forschungsprojekten (wiss. Projektmitarbeiter/in) insbesondere im Rahmen von interdisziplinären und fakultätsübergreifenden Kollegs mitzuarbeiten.
Berufsfeld
Aus Sicht der Wissenschaft stellt dieses auch berufsbegleitend studierbare Masterstudium einen wichtigen Beitrag zur Förderung der interdisziplinären Forschung dar. Sowohl die Lehrenden als auch die Studierenden können von diesem fächerübergreifenden Masterstudium für die angeführten Wissenschaftsbereiche in großem Umfang profitieren. International genießt die besondere Kombination von Philosophie und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (unter Einschluss der Rechtswissenschaften) hohes wissenschaftliches Ansehen. Dieses interdisziplinäre wissenschaftliche Forschungsgebiet hat sich über viele Jahre etabliert. Im angloamerikanischen Raum gilt schon heute, dass viele der einflussreicheren Autorinnen/Autoren in der Praktischen Philosophie (und insbesondere in der Politischen Philosophie) auch eine sozialwissenschaftliche (und interdisziplinäre) Ausbildung genossen haben. An anderen Universitäten im anglo-amerikanischen wie im deutschsprachigen Raum, an denen vergleichbare Studienangebote bereits etabliert sind, entscheiden sich viele der besten Studierenden für ein solches Studienprogramm.
Das Masterstudium fördert aufgrund des Erwerbs der unter (1.2) angegebenen (Fach-, Methoden-, Sozial- und Personal-) Kompetenzen erheblich die Qualifikation zur Ausübung eines Berufes. Durch das Masterstudium sollen die Studierenden sowohl für eine spätere wissenschaftliche Tätigkeit vorbereitet werden als auch für ‚praktische’ Tätigkeiten in Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft oder im Bildungsbereich qualifiziert werden. Für den Arbeitsmarkt ergeben sich gute Chancen: Bei staatlichen sowie nicht-staatlichen Einrichtungen und Unternehmen besteht hoher (und absehbar steigender) Bedarf an gut ausgebildeten Universitätsabsolventinnen/Universitätsabsolventen, die Reform- bzw. Lösungsvorschläge für komplexe soziale Probleme wissenschaftlich und normativkritisch begründet entwickeln und bewerten können.
Mögliche Arbeitsfelder für Absolventinnen/Absolventen sind:
· Verwaltung und öffentlicher Dienst
· Nichtregierungsorganisationen
· politische Parteien und Verbände
· privatwirtschaftliche Unternehmen
· Beratungstätigkeiten (Politikberatung, Consulting, Ethikberatung)
· Medien
· Universitäten, Fachhochschulen und andere Bildungseinrichtungen
Die Chancen, in Berufsfelder einzudringen, in denen die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten von Relevanz sind, werden durch zusätzlich zu erwerbende Fachqualifikationen und außeruniversitäre Praxis (siehe unten 4.4) besonders erhöht.
Mögliche Alternativen zu diesem Masterstudium in Steiermark
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