- Bereich: Geistes- und Kulturwissenschaftliche Studienrichtungen
- Kennzahl: B 066 941
- Dauer: 4 Semester
- Abschluss: Master of Arts (MA)
- Studienplan: http://www.uni-graz.at/philoma.pdf
Einstieg
Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Philosophie ist gemäß § 64 Abs. 5 UG die Absolvierung eines Bachelorstudiums Philosophie oder eines anderen fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Bachelorstudiengangs oder eines anderen gleichwertigen Studiums im Ausmaß von mindestens 180 ECTSAnrechnungspunkten an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Gleichwertigkeit entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG das Rektorat.
(2.4.2) Damit ein Bachelorstudium oder Fachhochschul-Bachelorstudiengang als fachlich in Frage kommend anerkannt werden kann, müssen folgende Auflagen erfüllt sein:
(2.4.2.1) Es müssen fachspezifische, d.h. philosophische Lehrveranstaltungen im Ausmaß von mindestens 58 ECTS-Anrechnungspunkten, absolviert sein.
(2.4.2.2) Die fachspezifischen Lehrveranstaltungen müssen zumindest 3 ECTS-Anrechnungspunkte aus Lehrveranstaltungen in Logik und Begriffsanalyse, 16 ECTS-Anrechnungspunkte in Theoretischer Philosophie, 16 ECTS-Anrechnungspunkte in Praktischer Philosophie sowie 12 ECTS-Anrechnungspunkte in Geschichte der Philosophie einschließen.
(2.4.2.3) Sollte ein Bachelorstudium nicht die Auflagen (2.4.2.1) bis (2.4.2.2) erfüllen, ist das Rektorat berechtigt, ergänzende Prüfungen aufzuerlegen, die während des Masterstudiums abzulegen sind.
(2.4.3) Der Inhalt des Masterstudiums Philosophie baut somit auf dem Inhalt eines wissenschaftlichen Bachelorstudiums mit geeigneter fachlicher Ausrichtung gem. § 64 Abs. 5 UG auf, zum Beispiel auf dem Bachelorstudium Philosophie. Dieses Bachelorstudium muss einen Umfang von 180 ECTS-Anrechnungspunkten aufweisen (§ 54 Abs. 3 UG). Um einen Gesamtumfang der aufbauenden Studien von 300 ECTS-Anrechnungspunkten zu erreichen, ist die Zuordnung ein und derselben Lehrveranstaltung sowohl im zur Zulassung berechtigenden Bachelorstudium als auch im gegenständlichen Masterstudium ausgeschlossen.
Information
Das Masterstudium Philosophie an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-FranzensUniversität Graz vermittelt eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung in Philosophie. Es versteht sich als wissenschaftliche Berufsvorbildung im Sinne von § 3 Abs. 3 UG, sowohl zur Ergreifung eines auch an der Philosophie orientierten Berufes in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft als auch als Basis einer wissenschaftlichen Laufbahn im Bereich der Philosophie.
Die Besonderheit des Faches Philosophie liegt in der ganzheitlichen und vernunftbegründeten Erörterung der für das menschliche Leben wesentlichen Grundbereiche und Grundbestimmungen. Die notwendige Spezialisierung in Fachwissen, die die dynamische Organisation der modernen Gesellschaft mit sich bringt, bedarf zunehmend auch eines zusammenschauenden allgemeinen Wissens als eine Art Gegengewicht und Korrekturinstanz. Ganzheitliche, interdisziplinäre und methodologische Betrachtungsweisen gewinnen in einer immer stärker vernetzten und komplexer werdenden Gesellschaft wachsende Bedeutung. Auch Antworten auf ethische Fragen gewinnen in allen Problemfeldern zunehmend größeres Gewicht.
Zu den methodischen und inhaltlichen Besonderheiten der Philosophie gehört insbesondere die systematische Reflexion über die Formen und Strukturen menschlichen Erkennens und über erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Voraussetzungen aller Wissenschaftsdisziplinen. In dieser Hinsicht ist die Philosophie vorwiegend Metawissenschaft und Grundlagenwissenschaft. Als eine derartige Reflexionsdisziplin analysiert sie die fundamentalen begriffslogischen und theoretischen Voraussetzungen (den kategorialen Rahmen) des Denkens und Handelns und versucht, derartige kategoriale Rahmenbedingungen selbst wieder kritisch zu hinterfragen (theoretische Philosophie).
Ein zentraler Aufgabenbereich der Philosophie liegt darüber hinaus in der kritischen und rationalen Auseinandersetzung mit Wertproblemen und Sinnfragen des menschlichen Lebens. Dazu gehört nicht zuletzt das kritische Überdenken und Prüfen von weltanschaulichen und kulturellen Orientierungen (sozial-moralischen Grundwerten, ethischen Imperativen, humanen Wertstandards, aber auch fundamentalistischen Ideologien usw.) in Bezug auf ihre Ursprünge, Implikationen und Konsequenzen. Die Philosophie leistet diese vermittelnde Hilfe hinsichtlich der wesentlichen Grund- und Zielfragen menschlicher Existenz (praktische und angewandte Philosophie, insbesondere angewandte Ethik, sog. „Bereichsethiken“). Damit eng verbunden sind auch Fragen der kritischen Anwendung der Philosophie auf spezifische Lebens- und Wissensbereiche, wobei der reflexive Charakter der Philosophie gerade bei Anwendungsfragen eine Rückbesinnung auf philosophische Inhalte, Zielsetzungen und Methoden erforderlich macht (Philosophie der Philosophie und Anwendungen der Philosophie).
Da philosophische Ideen und Gedankensysteme stets wichtige Kulturgebilde für die menschliche Wertorientierung und das menschliche Selbstverständnis waren, hat im Rahmen der Philosophie als Fachdisziplin die Geschichte der Philosophie einen bedeutsamen Stellenwert (Geschichte der Philosophie).
Aufbau
Das Masterstudium Philosophie mit einem Arbeitsaufwand von 120 ECTS-Anrechnungspunkten umfasst vier Semester und ist nach modular strukturierten Fächern gegliedert. D
Qualifikationsprofil
Während das Bachelorstudium Philosophie (bzw. ein sonstiges facheinschlägiges gleichwertiges Studium) in die philosophischen Disziplinen und das wissenschaftliche Arbeiten einführt, insbesondere einen Überblick über die Problemstellungen der Fächer und Grundkenntnisse vermitteln soll, ist es Ziel des Masterstudiums Philosophie, die im Bachelorstudium erworbenen Kenntnisse in philosophiehistorischer wie auch systematischer Hinsicht zu erweitern und zu vertiefen. Diese Erweiterung und Vertiefung kann durch gezielte Schwerpunktsetzung innerhalb der philosophischen Disziplinen, durch fächerübergreifende Themenstellungen und durch Rückbesinnung auf das eigene Fach, genauer: auf die Philosophie sowohl als Wissenschaft als auch als Tätigkeit und Praxis, erfolgen. Diese vertieften Kenntnisse sollen zu eigenständigen kritischen und konstruktiven Reflexionen über Fragen der theoretischen Weltorientierung und der moralischen und politischen Lebenspraxis befähigen.
Vertiefte Kenntnisse der Theoretischen Philosophie und Logik zielen auf eine Verbesserung der Argumentationskompetenz, der verbalen Ausdruckskompetenz und der rationalen Kritikkompetenz ab und befähigen die Studierenden, sich mit wesentlichen Positionen der Weltorientierung kritisch auseinander zu setzen.
Vertiefte Kenntnisse aus Praktischer Philosophie befähigen die Studierenden, eigene Einstellungen, Überzeugungen und Vorurteile sichtbar zu machen bzw. zu überprüfen und persönliche Wunschvorstellungen realistisch zu überdenken (Selbstreflexionskompetenz). Ferner vermitteln sie die Fähigkeit, sich rational an sozial-moralischen Grundwerten und humanen Wertstandards zu orientieren und sich über Ursprünge, Implikationen und Konsequenzen solcher Orientierungen Rechenschaft zu geben (sozial-moralische Orientierungskompetenz).
Eingehende Kenntnisse aus Geschichte der Philosophie vermitteln ein vertieftes humanistisches Bildungswissen in seiner problemgeschichtlichen Entwicklung sowie die Fähigkeit zum Verständnis philosophischer Werke und zur selbständigen kritischen Auseinandersetzung mit philosophischen Positionen und Richtungen.
Berufsfeld
Im Gegensatz zu Studien, die einen direkten Berufsbezug aufweisen (etwa Theologie, Medizin, Rechtswissenschaften, Lehramtsstudien, diverse Fachstudien), kann ein Abschluss des Masterstudiums Philosophie nicht immer geradewegs in einen ihm spezifischen Beruf münden (etwa eine wissenschaftliche Laufbahn). Allerdings fördert das Masterstudium aufgrund des Erwerbs der unter (1.2) angegebenen (Fach-, Methoden-, Sozial- und Personal-)Kompetenzen erheblich die Qualifikation zur Ausübung eines Berufes. Daher gibt es neben einer wissenschaftlichen Laufbahn in der Philosophie eine Reihe potenzieller Berufsfelder, in der die im Rahmen eines Philosophie-Masterstudiums erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen zum Tragen kommen:
- Bildungseinrichtungen (z.B. Universitäten, Fachhochschulen, Erwachsenenbildung);
- Verlags-, Literatur- und Pressewesen;
- Medien;
- Bibliothekswesen;
- Informations- und Wissensmanagement;
- (inter-)kulturelle Kommunikation: Kulturpolitik, Kulturverwaltung und Kulturvermittlung;
- Wirtschaft (z.B. Öffentlichkeitsarbeit);
- Politikberatung;
- Gesundheitswesen;
- Ethik- und Sozialberatung;
- freiberufliche Tätigkeiten, etwa Publizist/in, Schriftsteller/in,
- Dienstleistung im Rahmen einer sog. Philosophischen Praxis.
Die Chancen, in Berufsfelder einzudringen, in denen philosophische Kenntnisse und Fertigkeiten von Relevanz sind, werden durch zusätzlich zu erwerbende Fachqualifikationen und außeruniversitäre Praxis besonders erhöht.
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