Einstieg
Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Latein ist der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Bachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Gleichwertigkeit entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG das Rektorat.
Als Abschluss „eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Bachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung“ gilt der Nachweis über den Abschluss eines Studiums, in dem Prüfungen über mindestens 94 ECTS-Anrechnungspunkte an Pflicht- und gebundenen Wahlfächern aus dem Fach Latein absolviert wurden.
Information
Gegenstand des Masterstudiums Latein ist die gesamte schriftliche Hinterlassenschaft der römischen Antike in den Kulturen des Mittelmeerraumes von ihren Anfängen bis in die ausgehende Spätantike. Für alle diese Texte leisten LatinistInnen laufend neue Editions-, Übersetzungs-, Kommentierungs- und Interpretationsarbeit. Dazu kommt die Erfassung, Übersetzung und Interpretation des lateinischen Schrifttums des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit. Einen wichtigen Aspekt stellt zudem die Vermittlerrolle des Lateinischen für die griechische Literatur und Kultur im lateinisch geprägten europäischen Kulturraum dar. Ergänzend tritt die Beschäftigung mit Fragen der Rezeption der lateinischen Sprache und Literatur in zahlreichen Formen von Kunst und Alltagskultur hinzu. Diese Inhalte machen die Vernetzung des Faches sowohl mit den übrigen mit dem Altertum und dem Mittelalter befassten Fächern als auch mit anderen Literaturwissenschaften und der Philosophie deutlich. Zudem leistet das Masterstudium Latein einen wesentlichen Beitrag zu den kontextorientierten und auf Inter- und Transdisziplinarität abzielenden Kulturstudien. Aufgrund der Nachwirkung der lateinischen Literatur bis in die Gegenwart ist Latein als ein Kernfach der geistes- und kulturwissenschaftlichen Studien zu betrachten. Es kommt hinzu, dass Latein bis heute eine bedeutsame Voraussetzung für das Verständnis der Kulturen Südosteuropas bildet, einen Bereich, der für die Universität Graz einen deklarierten Forschungsschwerpunkt im Rahmen ihres Entwicklungsplans darstellt
Aufbau
Das Masterstudium Latein mit einem Arbeitsaufwand von 120 ECTSAnrechnungspunkten umfasst vier Semester und ist modular strukturiert. Davon entfallen 78 ECTS-Anrechnungspunkte auf die Pflichtfächer und 42 ECTS-Anrechnungspunkte auf die gebundenen und freien Wahlfächer
Qualifikationsprofil
Das Masterstudium Latein qualifiziert die Studierenden über die im Bachelorstudium Latein erworbenen Kompetenzen hinaus, lateinische Texte unterschiedlicher Textsorten auf wissenschaftlichem Niveau selbstständig zu analysieren, zu kommentieren und vor dem Hintergrund der jeweiligen soziokulturellen Rahmenbedingungen zu interpretieren. Diesem Zweck dient auch die Aneignung der literaturtheoretischen Terminologie. Das Masterstudium vermittelt zusätzlich das methodologische Werkzeug für rezeptionsgeschichtliches Arbeiten. Durch eine gezielte Auswahl der freien Wahlfächer kann die/der Studierende eine bestimmte Spezialisierung im Hinblick auf gewählte Berufsziele ins Auge fassen. Das Masterstudium Latein stellt zudem eine wichtige Zusatzqualifikation für andere Masterstudien dar. Erwähnt seien besonders die altertumswissenschaftlichen, aber auch mediävistische und andere literatur-, kultur- und religionswissenschaftliche Studien. Überdies stellt das Masterstudium Latein die Voraussetzung für Doktoratsstudien dar.
Berufsfeld
Das Masterstudium Latein qualifiziert für eine wissenschaftliche Tätigkeit im Bereich der Latinistik (Editions-, Übersetzungs-, Kommentierungs- und Interpretationstätigkeit, Mitarbeit an Projekten, Lehre an Universitäten), ermöglicht aber auch die Arbeit an anderen wissenschaftlichen Institutionen wie Akademien im In- und Ausland, an Bibliotheken (Universitäts-, Landes- und Klosterbibliotheken), Handschriften- und Papyrussammlungen.
Als weitere Berufsfelder für den Arbeitsmarkt kommen in Frage: Erwachsenenbildung, Museologie, Kulturmanagement, Verlagswesen (GutachterInnentätigkeit, wissenschaftliche Lektorate), Archivarbeit, Kommunikationswesen, Public Relations und Marketing in kulturellen Bereichen, Werbeberatung, BeraterInnentätigkeiten für Bühne, Film und andere Medien sowie für Terminologiebildungen in Wissenschaft und Wirtschaft (insbesondere in der Pharmazeutik, Medizin, Chemie, Physik und Biologie), aber auch in politischen und kulturpolitischen Bereichen.
Mögliche Alternativen zu diesem Masterstudium in Steiermark
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