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Latein

Bachelorstudium (Vollzeit) | Universität Graz

Einstieg

(a) Studienspezifische Zulassungsvoraussetzung Latein Vor der Zulassung zum Bachelorstudium Latein ist als studienspezifische Zulassungsvoraussetzung die Kenntnis des Lateinischen nachzuweisen. Studierende mit Reifeprüfung an einer höheren Schule ohne Pflichtfach Latein haben gemäß § 2 UBVO 1998 eine Zusatzprüfung zur Reifeprüfung aus Latein abzulegen. Diese entfällt, wenn Latein an einer höheren Schule im Ausmaß von mindestens zehn Wochenstunden erfolgreich besucht wurde.

(b) Ergänzungsprüfung Griechisch Vor Absolvierung der Lehrveranstaltungen „Griechische Literatur im Überblick I“ und „Griechische Literatur im Überblick II“ (siehe die Modulbeschreibung zu Modul I: Griechische Literatur in Anhang I) ist zur Reifeprüfung an höheren Schulen ohne Pflichtfach Griechisch gemäß § 4 Abs. 1 UBVO 1998, BGBI. II Nr. 44/1998 in der Fassung BGBI. II Nr. 26/2008 eine Zusatzprüfung aus Griechisch abzulegen. Gemäß § 4 Abs. 2 und Abs. 3 UBVO 1998 entfällt diese Zusatzprüfung aus Griechisch, wenn Griechisch an einer höheren Schule im Ausmaß von mindestens zehn Wochenstunden erfolgreich besucht wurde.

Information

Gegenstand des Bachelorstudiums Latein ist die gesamte schriftliche Hinterlassenschaft der römischen Antike in den Kulturen des Mittelmeerraumes von ihren Anfängen bis in die ausgehende Spätantike. Für alle diese Texte leisten LatinistInnen laufend neue Editions-, Übersetzungs-, Kommentierungs- und Interpretationsarbeit. Dazu kommt die Erfassung, Übersetzung und Interpretation des lateinischen Schrifttums des Mittelalters, der Renaissance und der Neuzeit. Einen wichtigen Aspekt stellt zudem die Vermittlerrolle des Lateinischen für die griechische Literatur und Kultur im lateinisch geprägten europäischen Kulturraum dar. Ergänzend tritt die Beschäftigung mit Fragen der Rezeption der lateinischen Sprache und Literatur in zahlreichen Formen von Kunst und Alltagskultur hinzu. Diese Inhalte machen die Vernetzung des Faches sowohl mit den übrigen mit dem Altertum, dem Mittelalter, der Renaissance und Neuzeit befassten Fächern als auch mit anderen Literaturwissenschaften, der Philosophie und der Religionswissenschaft deutlich. Zudem leistet das Bachelorstudium Latein einen wesentlichen Beitrag zu den kontextorientierten und auf Inter- und Transdisziplinarität abzielenden Kulturstudien. Aufgrund der Nachwirkung der lateinischen Literatur bis in die Gegenwart ist Latein als ein Kernfach der geistes- und kulturwissenschaftlichen Studien zu betrachten. Es kommt hinzu, dass Latein bis heute eine bedeutsame Voraussetzung für das Verständnis der Kulturen Südosteuropas bildet. Dieser Bereich stellt für die Universität Graz einen deklarierten Forschungsschwerpunkt im Rahmen ihres Entwicklungsplans dar.

Aufbau

Das sechssemestrige Bachelorstudium umfasst einen Arbeitsaufwand (Workload) von insgesamt 180-ECTS-Anrechnungspunkten. Das Studium ist nach modular strukturierten Fächern gegliedert. Die Lehrveranstaltungen sind im Folgenden mit Titel, Typ, ECTSAnrechnungspunkten (ECTS), Kontaktstunden (KStd.) und der empfohlenen Semesterzuordnung (Sem.) genannt. In den Spalten Pflichtfach (PF) bzw. gebundenes Wahlfach (GWF) ist gekennzeichnet, ob es sich um ein Pflicht- oder ein gebundenes Wahlfach handelt. Aus den gebundenen Wahlfächern ist entsprechend den Vorgaben auszuwählen. Die Modulbeschreibungen befinden sich im Anhang I. Als Voraussetzungen für den Besuch der Lehrveranstaltungen aus den einzelnen Modulen gelten die in diesem Anhang enthaltenen Kriterien.

Qualifikationsprofil

Aus den oben genannten Inhalten und Schwerpunkten des Faches Latein sowie seiner interdisziplinären Ausrichtung leiten sich die Ausbildungsziele und die innerhalb des Bachelorstudiums zu erwerbenden Kompetenzen ab. Basis der Ausbildung ist die gründliche Kenntnis der lateinischen Sprache, die auf das Übersetzen und Kennenlernen aller Textsorten der lateinischen Literatur vorbereitet. Darauf baut die Kenntnis maßgeblicher die Kultur- und Geistesgeschichte Europas prägender AutorInnen der lateinischen Literatur auf. Ein kultur- und kunsthistorisches Basiswissen sowie historische Grundkenntnisse über die Antike ergänzen die Ausbildung. Diese basiert auf philologisch-historischen Methoden, die durch den Einsatz von Arbeitstechniken der Vergleichenden Sprachwissenschaft, der modernen Literaturwissenschaften, der Philosophie und der Kulturwissenschaften überhaupt (der Kommunikationswissenschaft, Kulturanthropologie, der Gender Studies u.a.) sowie der Religionswissenschaft ergänzt werden. Die im Bachelorstudium vermittelten sprachlichen, literarischen und kulturgeschichtlichen Fachkompetenzen können im Masterstudium Latein ausgebaut werden.

Über die oben dargestellten Fach- und Methodenkompetenzen hinausgehend ergibt sich ein „Mehrwert“ des Bachelorstudiums Latein in Form von folgenden Qualifikationskriterien:

a. Ein Grundverständnis für wissenschaftliches Denken und methodisches Vorgehen: Durch das Übersetzen fachrelevanter Texte sowie deren Analyse und Kommentierung werden Basiskenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt.

b. Interkulturelle Kompetenz zum Verständnis von Kulturen unter dem Aspekt von Alterität und Vertrautheit: Aufgrund der Tatsache, dass verschiedene Kulturen unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen spezifische Denkweisen entwickeln, kann durch das Vergleichen der jeweiligen kulturellen Gegebenheiten ein Verständnis für fremde Kulturen sowie Toleranz diesen gegenüber vermittelt werden.

c. Soziale Kompetenz: Besonders in den prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungen sollen durch die gemeinsame Arbeit am Text Teamfähigkeit, Kreativität und Kritikfähigkeit geschult werden. Die Studierenden sollen lernen, sachlich begründete Entscheidungen zu treffen und diese in kritischer Diskussion zu vertreten.

d. Personalkompetenz: Da die aus der Antike erhaltenen Texte überwiegend existentielle Themenstellungen behandeln, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, das eigene Lebensumfeld mit den Bedingungen der antiken Welt zu vergleichen und daraus Reflexionsprozesse abzuleiten.

Berufsfeld

Die Berufsaussichten der AbsolventInnen des Bachelorstudiums Latein sind im Zusammenhang mit den während des Studiums erworbenen Fähigkeiten zu sehen, das angeeignete Wissen und die gewonnenen Kompetenzen flexibel und nach den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes einzusetzen. Als Berufsfelder kommen folgende Bereiche in Frage: Übersetzungstätigkeit, Kulturmanagement, Zeitungswesen, insbesondere Kultur- und Wissenschaftsjournalismus, bibliothekarische Tätigkeiten, Museumswesen, Kulturtourismus, Projektmanagement, Kommunikationswesen, Public Relations und Marketing in kulturellen Bereichen sowie Werbeberatung. Zudem stellt das Bachelorstudium Latein eine wichtige Zusatzqualifikation für andere Fachbereiche dar. Erwähnt seien besonders die altertumswissenschaftlichen Fächer, aber auch mediävistische Studien und andere sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche, historische, philosophische und religionswissenschaftliche Bereiche. Das Bachelorstudium Latein bildet weiters die Grundlage für das Masterstudium Latein einerseits, anderseits ist es Ausgangspunkt für fachlich in Frage kommende Masterstudien (unter Einbezug von in diesen formulierten Voraussetzungen).

Mögliche Alternativen zu diesem Bachelorstudium in Steiermark

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