Einstieg
Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Kunstgeschichte ist der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden FachhochschulBachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Gleichwertigkeit entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG das Rektorat.
Information
Das Fach Kunstgeschichte befasst sich mit der bildenden Kunst der Vergangenheit und Gegenwart in allen ihren Ausprägungen. Der Gegenstandsbereich setzt keine zeitlichen, geographischen oder qualitativen Grenzen. Die Lehre muss jedoch schon aus praktischen Gründen Schwerpunkte bilden: Sie beginnt mit der Zeit Konstantins des Großen bzw. der Christianisierung Europas, sie stellt die Kunst des Abendlandes in den Mittelpunkt und sie zieht die großen Werke des kulturellen Kanons als ihre zentralen Beispiele heran.
Aufbau
Das Masterstudium Kunstgeschichte dauert 4 Semester und umfasst gem. § 54 Abs. 3 UG einen Arbeitsaufwand von 120 ECTS-Anrechnungspunkten. Gemäß § 12 Satzungsteil Studienrechtliche Bestimmungen der Karl-Franzens-Universität und § 51 Abs. 2 Z.26 UG entspricht ein ECTSAnrechnungspunkt einem Gesamtaufwand von 25 Arbeitsstunden. Die ECTS-Anrechnungspunkte betragen 84 in den Pflichtfächern, 24 in den gebundenen Wahlfächer und 12 in den freien Wahlfächern.
Qualifikationsprofil
a) Im Unterschied zum Bachelorstudium, das eine Art Basisausbildung im Fach Kunstgeschichte darstellt, soll in dem darauf aufbauenden Masterstudium das wissenschaftliche Forschungsprofil geschärft werden. Die Kenntnisse sind über das im Bachelorstudium erworbene Grundwissen hinaus zu verbreitern und zu vertiefen. Der Wissensstand zu einzelnen Fragen und Problemstellungen des Fachs muss über den Denkmälerbestand hinaus das einschlägige, sachorientierte und theoretische Schrifttum erfassen. Die Masterarbeit, deren Voraussetzungen theoretisch vermittelt und in Seminaren praktisch eingeübt werden, hat den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens voll zu entsprechen.
b) Auf Grund seines engen Zusammenhangs mit der Öffentlichkeit sind für den Beruf der Kunsthistorikerin/des Kunsthistorikers bestimmte Kompetenzen notwendig. Das Masterstudium soll die Fachkompetenz der Studierenden gegenüber dem Bachelorstudium entscheidend verbreitern und vertiefen. Einerseits soll durch die Absolvierung von Vorlesungen, Repetitorien und anderen Lehrveranstaltungen ein Überblickswissen über das Fach und das relevante Schrifttum erworben werden, andererseits soll die Fähigkeit des wissenschaftlichen Umgangs mit konkreten und speziellen wissenschaftlichen Fragestellungen in Übungen sowie Seminaren erlernt und durch die Abfassung einer Masterarbeit unter Beweis gestellt werden. Darüber hinaus soll in Lehrveranstaltungen wie AGs und Exkursionen – neben der wissenschaftlichen Sachkompetenz – auch der Erwerb von Kompetenzen im Bereich der gesellschaftlichen Vermittlung gelehrt werden. Der Beruf der Kunsthistorikerin/des Kunsthistorikers erfordert wegen seiner Positionierung auf der Schnittstelle zwischen Kunst und Öffentlichkeit ein hohes Maß an integrierter Sozial- und Personalkompetenz. Diese kann im Masterstudium unter den Bedingungen und im Rahmen der wissenschaftlichen Regeln des Faches Kunstgeschichte erworben werden.
Berufsfeld
Aus der Tatsache, dass im Fach Kunstgeschichte die Aufgaben der materiellen Sammlung und gedanklichen Durchdringung von überlieferter oder gegenwärtiger Kunst verschmelzen (siehe die entsprechenden Ausführungen im Bachelorstudium Kunstgeschichte), resultieren die Bestimmung seiner wissenschaftlichen Relevanz ebenso wie der auf dem Arbeitsmarkt bestehende Bedarf.
a) Da Kunst prinzipiell alles widerspiegeln kann, was je von Menschen gedacht oder geschaffen wurde, reicht der Bereich dessen, was der Kunsthistorikerin/dem Kunsthistoriker über das Thema eines Kunstwerks begegnet, bis an die Grenzen der vergangenen und gegenwärtigen Kultur überhaupt. Das Fach Kunstgeschichte hat wissenschaftlich einen eigenen Kosmos zu bearbeiten, in dem die kulturelle Überlieferung der Vergangenheit wie auch die Interessen der Gegenwart reflektiert werden. Das bedingt seine Stellung innerhalb der Wissenschaft sowie insbesondere den Kontakt und die Zusammenarbeit mit „Tangentialfächern“, von denen Geschichte, Philosophie, Europäische Ethnologie und Theologie die wichtigsten sind. Das Fach Archäologie ist dem Fach Kunstgeschichte durch die zeitliche Aufteilung desselben Gegenstandsbereichs verbunden.
b) Kunstgeschichte gehört zur Matrix der kulturellen Selbstdarstellung der Öffentlichkeit bis hinauf zur Ebene des Staates. Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Fachs sind demzufolge nicht nur von öffentlichem Interesse, sondern haben auch eine – bisher noch kaum erfasste – ökonomische Relevanz. Der Arbeitsmarkt fordert daher Absolventinnen/Absolventen des Fachs, die auf verschiedenen Gebieten tätig sein können. Die beruflichen Möglichkeiten umfassen außer den nur begrenzt aufnahmefähigen Feldern Forschung und Lehre im einzelnen Museums- und Ausstellungswesen, Denkmalpflege, Restaurierung und Stadtentwicklung, Journalismus (Presse, Film, Fernsehen usw.), Kunsthandel und Tourismus. Das Spektrum der Berufe, in denen Absolventinnen/Absolventen des Fachs tätig sind, weitet sich derzeit über die elektronischen Medien und die Personalabteilungen von Firmen und Banken (z. B. mit den Aufgabenbereichen der Sammlungsbetreuung oder der Sponsoringverwaltung) in früher nicht relevante Bereiche aus.
c) Das Masterstudium soll über die Lehre der notwendigen Fakten und Methoden die Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit und jenen Stand an sachlichen Kenntnissen sowie persönlicher Kompetenz vermitteln, der als Grundlage für alle genannten, mit bildender Kunst im weitesten Sinn sich befassenden Berufe genutzt werden kann. Zugleich ist das Masterstudium die Vorstufe für das Doktoratsstudium Kunstgeschichte, dessen Abschluss auf internationaler Ebene die Möglichkeit zur Bewerbung auf alle wissenschaftlichen Positionen im Fach bietet.
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