Information
Der Gegenstandsbereich des Diplomstudiums Katholische Fachtheologie umfasst all jene Themen und Fragen, die sich von den biblischen Grundurkunden jüdischchristlicher Gottesoffenbarung und von den Lebens-, Glaubens- und Lehrtraditionen der katholischen Kirche her stellen, und zwar in historischer, philosophisch-humanwissenschaftlicher, praxisbezogener sowie systematisch-theologischer Hinsicht. Als Glaubens-Wissenschaft verfolgt das Studium Katholische Fachtheologie im Besonderen die Frage nach dem Verhältnis von Glaube und Vernunft im Sinn einer vernunftgeleiteten Erschließung der Wissens- und Sinnressourcen christlicher, insbesondere katholischer Glaubens- und Kulturtraditionen.
Das Studium Katholische Fachtheologie vermittelt eine grundlegende und organisch aufbauende Ausbildung in Philosophie und allen theologischen Disziplinen entsprechend der Apostolischen Konstitution „Sapientia Christiana“ und weiteren kirchlichen Dokumenten sowie den staatskirchenrechtlichen Vorgaben. Es gliedert sich in zwei Studienabschnitte: Der erste Studienabschnitt umfasst sechs Semester und vermittelt die grundlegende Bildung in den philosophischen und theologischen Fächern, der zweite Abschnitt von vier Semestern dient der Erweiterung, Spezialisierung und Vertiefung des erworbenen Wissens und der Erarbeitung der Diplomarbeit. Die Lehrveranstaltungen der Philosophie sind schwerpunktmäßig in den ersten Jahren des Studiums angesiedelt. Dennoch prägt die Auseinandersetzung mit philosophischen Inhalten ebenso wie jene mit den theologischen Fächern das gesamte Studium.
Die einzelnen Fächer werden inhaltlich und methodisch im Kontext geistiger, kultureller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen unter besonderer Beachtung der ökumenischen Dimension und interreligiöser Fragestellungen erschlossen. Das Studium Katholische Fachtheologie weist eine modularisierte Grundstruktur auf, welche in Einklang mit den Entwicklungen an der Universität Graz einem europäischen Trend folgt, der dem studierendenzentrierten Paradigmenwechsel der Bologna-Erklärung entspricht. Diese orientiert sich vor allem aus theologie-didaktischen Gründen sowohl an den Fächergruppen und Disziplinen als auch an fächerübergreifenden Fragestellungen und Themen und garantiert auf diese Weise eine solide fachliche Ausbildung. Die fächerübergreifenden thematischen Module dienen der Einübung in die interdisziplinäre Betrachtungsweise, der Vertiefung des im Rahmen der einzelnen Fächer erworbenen Grundwissens und der Schwerpunktbildung. Im ersten Jahr des Studiums werden den Studierenden in der Studieneingangsphase erste Zugänge zu Kernthemen der Theologie erschlossen und deren grundlegende Inhalte und Methoden vermittelt. Sie sollen dabei auch die Fähigkeit erwerben, eine reflektierte Vorstellung von der Einheit der katholischen Theologie und des Glaubens zu entwickeln.
Qualifikationsprofil
Absolvent/inn/en des Diplomstudiums Katholische Fachtheologie besitzen folgende Kompetenzen und Qualifikationen:
- umfassende und fundierte wissenschaftliche Kompetenzen in den theologischen, philosophischen sowie human- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen dieses Studiums mit der Befähigung, deren Inhalte mit aktuellen Fragestellungen in verschiedenen Bereichen von Gesellschaft und Kirche in Beziehung zu setzen und entsprechend zu vermitteln; dazu zählen insbesondere folgende Teilqualifikationen:
- die Befähigung, Themen und Fragen der Theologie unter geübter Anwendung einschlägiger Fachliteratur und wissenschaftlicher Hilfsmittel selbstständig sowie inhaltlich und methodisch reflektiert zu bearbeiten;
- die Befähigung zum historisch und quellenkritisch verantworteten Umgang mit den biblischen Grunddokumenten und mit zentralen Überlieferungszeugnissen der Kirche, sowie zu ihrer methodisch kontrollierten Interpretation;
- die Fähigkeit zur kreativen Entwicklung katholisch-theologisch fundierter Positionen im Zusammenhang mit gesellschaftlich und kulturell brisanten Themen der Gegenwart;
- vertiefte und detaillierte Kenntnisse in ausgewählten Bereichen einzelner Fächer des Theologiestudiums;
- die Befähigung zum selbstständigen Verfassen eines wissenschaftlichen Textes, einer eigenständigen schriftlichen Arbeit in Form der Diplomarbeit und zur Präsentation eigener wissenschaftlicher Arbeiten.
- rhetorische, sprachliche und kommunikative Kompetenzen einschließlich aktiver und passiver Kritikfähigkeit, Argumentationsfähigkeit und Fähigkeit zu konzeptionellem Denken;
- Formung der eigenen Persönlichkeit nach den Grundsätzen christlicher Anthropologie und Weltsicht unter besonderer Beachtung von Dialog- und Teamfähigkeit sowie sozialer und politischer Sensibilität;
- Fähigkeit zur kritisch-konstruktiven Teilnahme am öffentlichen Diskurs in Kirche und Gesellschaft, Bildung und Schule.
Berufsfeld
Das Diplomstudium Katholische Fachtheologie dient der philosophischen und theologischen Bildung sowie der wissenschaftlichen Berufsvorbildung, besonders
- für das Priesteramt und mit diesem verbundene kirchliche Berufe,
- Pastoralassistent/inn/en,
- Berufe in der kategorialen Seelsorge,
- Verantwortungsträger/innen in kirchlichen Referaten und Dienststellen.
In Verbindung mit einer entsprechenden schulpraktischen Ausbildung und im Rahmen eines pastoralen Berufes stellt es auch die fachliche Basis für die Erteilung der kirchlichen missio canonica als außerordentliche Befähigung für den Religionsunterricht an Pflichtschulen dar.
Darüber hinaus dient es der Vorbereitung bzw. (Zusatz-) Qualifikation für Berufe und Tätigkeiten, die ebenfalls breite und fundierte Kenntnisse der biblischen Tradition, der Grundlagen und der Entfaltung des christlichen Glaubens und des kirchlichen Lebens und deren Reflexion im Kontext geistiger, kultureller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen erfordern, vor allem in den Bereichen von
- Bildung: religiös und theologisch orientierte Bildungsarbeit außerhalb des schulischen Religionsunterrichtes,
- Wissenschaft: Theologie, Religions- und Kulturwissenschaften u.a.,
- Medien: theologisch orientierte Arbeit in Rundfunk, Presse und Neuen Medien,
- Kultur: kirchliche und religiöse Kulturarbeit,
- Öffentlichkeitsarbeit in kirchlichen und religiösen Kontexten.
Weiters eignet sich das Diplomstudium Katholische Fachtheologie als theologische Basis- oder Zusatzausbildung für kirchliche und gesellschaftliche Berufe, z.B.:
- Nationale und internationale NGOs mit sozialem Schwerpunkt (Caritas u.ä.)
- Medien und Verlagswesen, insbes. Bereich Religion(en), Kultur, Gesellschaft
- Therapeutische Beratungstätigkeit (Lebens- und Sozialberatung, Konfliktmanagement u.ä.)
- Verschiedene pädagogische Bereiche (Erziehungsberatung, Arbeit in pädagogisch-therapeutischen Einrichtungen, Sozialpädagogik u.ä.)
- Personalberatung und -management.
Mögliche Alternativen zu diesem Diplomstudium in Steiermark
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