Anzahl ordentlicher Studierender im WS 09/10
| Weiblich | Männlich | Verhältnis Weibl./Männl. | Gesamt |
| Erstzugelassene | 17 | 27 | 38.64% / 61.36% | 44 |
| Begonnene Studien | 10 | 54 | 11.9% / 64.29% | 84 |
| Ordentliche Studierende | 94 | 204 | 31.54% / 68.46% | 298 |
| Quelle: UNI:DATA BMWF |
Anzahl ordentlicher Studierender im WS 10/11
| Weiblich | Männlich | Verhältnis Weibl./Männl. | Gesamt |
| Erstzugelassene | 17 | 36 | 32.08% / 67.92% | 53 |
| Begonnene Studien | 30 | 53 | 36.14% / 63.86% | 83 |
| Ordentliche Studierende | 100 | 225 | 30.77% / 69.23% | 325 |
| Quelle: UNI:DATA BMWF |
Einstieg
Reifezeugnis oder Studienberechtigungsprüfung
Information
Das Erfahrungsobjekt der Geographie ist die Geosphäre als Berührungs- und Interaktionsraum von Lithosphäre, Hydrosphäre, Atmosphäre und als Lebensraum, insbesondere des Menschen im Hinblick auf Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie. Das Erkenntnisobjekt ist das dynamische System der Mensch-Umwelt-Beziehungen, das sich aus der komplexen wechselseitigen Abhängigkeit und Wirkung der genannten Komponenten ergibt.
Die Aufgaben und Ziele der Geographie als Wissenschaft sind demnach die Strukturen und Zusammenhänge dieses komplexen Systems zu beschreiben, zu erklären und zu gestalten, speziell im Sinne
- der räumlichen Differenzierung der Erdoberfläche und der sich daraus ergebenden Gliederung in räumliche Einheiten
- des Naturhaushaltes im genannten System
- der menschlichen Nutzungen und Aktivitäten im genannten System
- und insbesondere im Sinne der Wechselwirkungen menschlicher Aktivitäten mit dem Naturraum.
(b) Wesen der Geographie
Das Wesen der Geographie als Wissenschaft wird demnach durch folgende Kriterien bestimmt:
- Raumbezogenheit aller Fragen und Antworten
- lokale, regionale und globale Kompetenz
- starke Interdisziplinarität durch zahlreiche Berührungspunkte und Überschneidungen mit Nachbar- und Hilfswissenschaften
- ausgesprochen integrativer Charakter des Faches
- deutliche Gliederung in Teilbereiche, deren Zusammenführung zur Integrativen Geographie ein besonderes Anliegen des Bachelorstudiums Geographie ist:
- Die Physische Geographie beschäftigt sich mit den natürlichen Wirkfaktoren im Natur- bzw. Umweltsystem und verwendet Theorien und Methoden aus den Naturwissenschaften. Ihr aktuelles Problemverständnis stellt die Wirkung menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt in den Vordergrund.
- Die Humangeographie fokussiert auf die ökonomischen, gesellschaftlichen und sonstigen raumwirksamen Daseins- und Wirkfaktoren des Menschen (die Raumbezogenheit des menschlichen Handelns) im Gesellschaftssystem und verwendet Theorien und Methoden aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
- Die Integrative Geographie konzentriert sich auf den Überschneidungsbereich des Systems Natur (Physische Geographie) mit dem System Mensch und Gesellschaft (Humangeographie) und verwendet Theorien und Methoden aus beiden Bereichen und/oder aus Geographischen Technologien. Ihr Ziel ist die Entwicklung ganzheitlicher Problemlösungen unter dem Leitparadigma der Nachhaltigkeit.
Dabei kommt es an der Universität Graz zu einer starken Einbindung von und Schwerpunktsetzung in Geographischen Technologien.
Die Ausbildung im Bachelorstudium Geographie trägt diesen Prinzipien insofern Rechnung, als sie
- eine Ausbildung in allen Teildisziplinen sowie eine Schwerpunktsetzung in Geographischen Technologien anbietet,
- eine starke Öffnung nach außen in Richtung auf Nachbarfächer und Zusatzqualifikationen aufweist,
- eine Grundlage für die Vertiefung der erworbenen Qualifikationen und die Spezialisierung besonders in den Masterstudien Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung sowie Gebirgs- und Klimageographie ermöglicht,
- eine starke Praxisrelevanz im Sinne konstruktiv raumwirksamer Berufsfelder besitzt.
Qualifikationsprofil
Das Bachelorstudium Geographie vermittelt die Qualifikation zur Erfassung, Analyse, Erklärung, Bewertung und Gestaltung räumlich wirksamer Phänomene hinsichtlich ihrer Ursachen, Prozesse, Strukturen und zukünftigen Entwicklungen. Absolventinnen/Absolventen des Bachelorstudiums Geographie sind zur verantwortungsbewussten, zielgerichteten und kalkulierten Beeinflussung und Steuerung der genannten Phänomene entsprechend der Grundwerte (Abs. 1c) in einem anwendungsorientiert-transdisziplinären Umfeld befähigt. Die Qualifikation dazu ergibt sich aus der interdisziplinär und fachlich breit angelegten Ausbildung mit integrativer Fachkompetenz einschließlich der Geographischen Technologien bei gleichzeitiger Schwerpunktsetzung entweder in Physischer oder Humangeographie sowie der Förderung persönlicher und sozialer Kompetenzen.
In diesem Sinne vermittelt die geographische Ausbildung Kompetenzen in folgenden Bereichen:
- Natürliche Umwelt: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums Kenntnisse und Fertigkeiten in den Teilbereichen der Physischen Geographie (wie Klimatologie, Hydrologie, Glaziologie, Geomorphologie, Pedologie, Geoökologie, Vegetationsgeographie) und sind in der Lage diese integrativ vernetzend anzuwenden.
- Vom Menschen gestaltete Umwelt: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums Kenntnisse und Fertigkeiten in den Teilbereichen der Humangeographie (Raumforschung und Regionalentwicklung mit spezieller Orientierung auf nationale und internationale Wirtschaftsräume, Agrar-, Industrie-, Tourismus- und Verkehrsgeographie) und sind in der Lage Lösungsmöglichkeiten von Entwicklungsproblemen ländlicher und städtischer Regionen zu formulieren.
- Mensch-Umwelt-Beziehungen: Studierende verstehen nach Absolvierung des Studiums die Wechselwirkung zwischen den Prozessen und der Ausstattung des Naturraums auf der einen und der menschlichen Lebens- und Wirtschaftsweise auf der anderen Seite. Sie sind in der Lage, den Globalen Wandel (insbesondere die Bereiche Umweltschutz und Ressourcenmanagement, Nutzungskonflikte, Naturgefahrenprävention und Klimafolgen) als geographische Herausforderung zu identifizieren und interdisziplinäre Fragestellungen integrativ zu bearbeiten.
- Spezielle Methoden und Techniken: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums Kenntnisse in den Bereichen Geographische Informationssysteme, Geographische Fernerkundung, Kartographie und kartenverwandte Darstellungen, Geostatistik und die Fertigkeiten zu deren Anwendung in einem integrativen Kontext.
- Sonstige Schlüsselqualifikationen: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums Grundwissen über raumrelevante Rechtsstrukturen sowie Fertigkeiten zur Anwendung natur- bzw. sozialwissenschaftlicher Methoden, Kommunikations-, Moderations- und Präsentationstechniken, projektorientierte Mediation, Organisation, Konfliktmanagement und Medienkompetenz.
Berufsfeld
Absolventinnen/Absolventen sind darüber hinaus zur Ausübung einer koordinierenden Funktion in interdisziplinär zusammengesetzten Teams qualifiziert und können sich aufgrund der interdisziplinären und integrativen Ausbildung vornehmlich in folgende Tätigkeitsfelder einbringen:
Spezifische Tätigkeitsfelder
- Umwelt, Naturschutz, Schutzgebiete
- Risikovorhersage und -management, Prävention, Prospektion, Prognose
- Software- und Datenbankentwicklung
- Ver- und Entsorgungswirtschaft
- Stadt- und Kommunalmarketing
- Tourismus (Forschung, Planung, Management)
- Entwicklungsländer (Forschung, Kooperation, Verwaltung, Management, Entwicklungshilfe)
Planerische Tätigkeiten
- Regionalplanung
- Regionalentwicklung
- Stadt-, Orts-, Kommunalplanung
- Standortplanung
- Vertriebsplanung
- Verkehrsplanung
- Umweltplanung (UVP, NVP etc.)
Technologiebezogene Tätigkeiten
- Kartographische Informationssysteme
- Geographische Informatik
- Geographische Fernerkundung
Verwaltungs-, Management- und Entscheidungstätigkeiten
- Fachbibliotheken
- Öffentliche Verwaltung
- Ämter mit raumwirksamen Entscheidungskompetenzen
Sonstige Tätigkeitsfelder (Auswahl)
- Erwachsenenbildung
- Umweltbildung
- Fachberatung in Medien
- Fachjournalismus
- Fachberatung in Bereichen wie Tourismus, Arbeitsmarkt und Politik, EU-Fragen, Demographie, Demoskopie
- Marktforschung
- Wissenschaftliche Reiseplanung und -leitung
Aus diesen Tätigkeitsfeldern mit ihren Spezialisierungsmöglichkeiten und Schlüsselqualifikationen ergeben sich die Berufsfelder der Absolventinnen/Absolventen des Bachelorstudiums Geographie sowohl als Angestellte, als auch als Selbständige:
- Freiberufliche selbständige Tätigkeit, v. a. in den standortbezogenen Ausbildungsschwerpunkten
- Private Planungsbüros (Ziviltechnikerbüros, Technische Büros), Büro- und Arbeitsgemeinschaften
- Öffentliche und private Einrichtungen für Umwelt- und Landschaftsplanung, Natur- und Kulturlandschaftsgestaltung
- Öffentliche und private Einrichtungen mit Fachplanungscharakter (Standortplanung, Raumbewertung, Verkehr, Tourismus, Landwirtschaft, Stadtentwicklung, Raum- und Umweltverträglichkeit)
- Städte und Kommunen (Planung, Marketing, regionale Kooperationen, Gemeindezusammenschlüsse)
- Öffentliche und private Einrichtungen für Information und Dokumentation (Medien, Museen, Bibliotheken, Reiseveranstalter, PR-Institutionen)
- Institutionen der Erwachsenenbildung und des tertiären Bildungsweges.
Mögliche Alternativen zu diesem Bachelorstudium in Steiermark
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