Einstieg
Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Gebirgs- und Klimageographie ist der Abschluss des Bachelorstudiums Geographie oder des Bachelorstudiums Umweltsystemwissenschaften mit Fachschwerpunkt Geographie oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-, Bachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten in- oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung (§ 64 UG). Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Zulassung entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG das Rektorat.
Information
Das Curriculum für das Masterstudium Gebirgs- und Klimageographie orientiert sich an den Grundwerten der Grazer Integrativen Geographie: Intakte Umwelt, menschenwürdige Gesellschaft und sozialverträgliche Wirtschaft werden als Voraussetzung für nachhaltige Entwicklungen in Raum und Gesellschaft verstanden.
Gegenstand des Masterstudiums Gebirgs- und Klimageographie sind
- die Vertiefung und Ergänzung der im Bachelorstudium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten
- eine besondere Spezialisierung im Sinne der standortspezifischen Schwerpunkte Klimatologie und Klimageographie, Hydrologie und Hydrogeographie sowie Geomorphologie und Naturgefahrenforschung, jeweils mit räumlichem Fokus auf (Hoch-)Gebirge mit ihren Vorländern und methodischem Fokus auf Geographische Technologien
- eine besondere Befähigung zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten, die durch die Masterarbeit belegt werden muss (Anforderungen an die Masterarbeit § 5 Abs. 2).
Qualifikationsprofil
Studierende sind nach Absolvierung des Studiums in der Lage,
- die in § 1 Abs. 2 genannten Schwerpunktfelder, Klimatologie und Klimageographie, Hydrologie und Hydrogeographie, Geomorphologie und Naturgefahrenforschung, auf anspruchsvollem fachlichen Niveau zu vertreten,
- eigenständig und theoriegeleitet geo-räumlich wirksame Phänomene zu bearbeiten,
- komplexe Zusammenhänge in integrativer Sicht zu erkennen,
- umweltrelevante Frage- und Problemstellungen in Eigenverantwortung zu lösen,
- eine praxisorientierte Herangehensweise für angewandte Fragestellungen zu entwickeln,
- verantwortungsbewusste Steuerungsmöglichkeiten raumrelevanter Entwicklungen nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit aufzuzeigen und
- Geotechnologien zur Analyse und Problemlösung anzuwenden.
Im Masterstudium Gebirgs- und Klimageographie erfolgt insbesondere aufbauend auf den im Bachelorstudium vermittelten Grundlagen und Qualifikationen die vertiefende Spezialisierung auf die für das Masterstudium namengebenden Schwerpunkte.
Ziel dieses Studiums ist das Erwerben der Fähigkeit zur Lösung von forschungsrelevanten Fragen auf wissenschaftlichem Niveau. Dies beinhaltet im Besonderen die Befähigung zu eigenständigem theoriegeleiteten Arbeiten über Fragestellung, Hypothesenbildung, Analyse bis hin zur Lösung unter Einsatz adäquater quantitativer und qualitativer Methoden, von der Datengewinnung über deren Verarbeitung bis zur Präsentation, einschließlich entsprechender Visualisierung und Kommunikation. Als weiteres wichtiges Prinzip der Ausbildung gilt dabei die Förderung eigener, kreativer Innovation.
Geographische Studien vermitteln die Qualifikation zur Erfassung, Analyse, Erklärung und Bewertung georäumlich wirksamer Phänomene hinsichtlich ihrer Ursachen, Prozesse, Strukturen und zukünftigen Entwicklungen. Absolventinnen/Absolventen des Masterstudiums Gebirgs- und Klimageographie erlernen damit das notwendige Wissen sowie den Umgang mit Werkzeugen zum verantwortungsbewussten und zielgerichteten Management der genannten Phänomene entsprechend den in (2) genannten Grundwerten in einem anwendungsorientiert-transdisziplinären Umfeld.
Die besondere Qualifizierung dafür ergibt sich aus der interdisziplinären und fachlich breit angesetzten Ausbildung mit übergreifender Fach- und Methodenkompetenz (einschließlich Geoinformationsverarbeitung) bei gleichzeitiger Möglichkeit der Spezialisierung sowie der Förderung persönlicher und sozialer Kompetenzen. In diesem Sinne vermittelt die geographische Ausbildung Kompetenzen in folgenden Bereichen:
- Natürliche Umwelt: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums umfassende Kenntnisse und Fertigkeiten in den Bereichen Gebirgsgeographie, Klimatologie und Hydrologie, Geomorphologie und Naturgefahrenforschung und sind in der Lage diese integrativ vernetzend anzuwenden.
- Mensch-Umwelt-Beziehungen: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums ein vertieftes Verständnis für die Wechselwirkung zwischen den Prozessen und der Ausstattung des Naturraums (Hoch- )Gebirge mit Vorländern auf der einen und der menschlichen Lebens- und Wirtschaftsweise auf der anderen Seite. Sie sind in der Lage, den Globalen Wandel (insbesondere die Bereiche Umweltschutz und Ressourcenmanagement, Nutzungskonflikte, Naturgefahrenprävention und Klimafolgen) als geographische Herausforderung zu identifizieren und wissenschaftliche Fragestellungen interdisziplinär zu bearbeiten.
- Spezielle Methoden und Techniken: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums fundierte Kenntnisse in den Bereichen Geographische Informationssysteme, Geographische Fernerkundung, Kartographie und kartenverwandte Darstellungen, Geostatistik sowie Umweltmonitoring und Modellierung.
- Sonstige Schlüsselqualifikationen: Studierende besitzen nach Absolvierung des Studiums neben Routine in der Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden in integrativem Kontext Fertigkeiten in Kommunikations- und Präsentationstechniken sowie projektorientierter Organisation.
Berufsfeld
Geographinnen/Geographen stehen an der Kontaktstelle zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaften. Sie sind damit qualifiziert zur Ausübung einer Dachfunktion in interdisziplinär zusammengesetzten Teams. Dementsprechend qualifiziert das Masterstudium für Tätigkeitsfelder in den Bereichen der Landschaftsforschung, Raumplanung, Prozessmodellierung, Geo-Risikoanalyse und -management, Umweltmonitoring, Prospektion, Umweltschutz und -management, Schutzgebietsverwaltung, Kommunalverwaltung, Ver- und Entsorgungswesen, Umweltbildung u.a. Solcherart ergeben sich folgende Tätigkeitsbereiche:
Spezifische Tätigkeitsfelder
- Lehre und Forschung an Universitäten
- Wissenschaft und Forschung in außeruniversitären Einrichtungen
- Umweltmonitoring, Umweltschutz
- Umwelt- u. Schutzgebietsmanagement
- Entsorgungswirtschaft
Planerische Tätigkeiten
- Regionalplanung
- Regionalentwicklung
- Stadt-, Orts-, Kommunalplanung Standortplanung
- Tourismusplanung
- Umweltplanung (UVP, NVP etc.)
Technologiebezogene Tätigkeiten
- Kartographie
- Geographische Informationssysteme
- Geographische Fernerkundung
Verwaltungs-, Management- und Entscheidungstätigkeiten
- Fachbibliotheken
- Höhere Dienstlaufbahnen in der öffentlichen Verwaltung
- Ämter mit raumwirksamen Entscheidungskompetenzen
Sonstige Tätigkeitsfelder (Auswahl)
- Erwachsenenbildung
- Umweltbildung
- Fachberatung in Medien
- Fachjournalismus
- Wissenschaftliche Reiseplanung und -leitung
Aus diesen Tätigkeitsfeldern mit ihren Spezialisierungsmöglichkeiten und Schlüsselqualifikationen ergeben sich Berufsfelder sowohl im selbständigen als auch unselbständigen Wirkungsbereich:
- Wahrnehmung von Leitungsfunktionen auf dem obersten Entscheidungsniveau
- Freiberufliche selbständige Tätigkeit, insbesondere entsprechend den standortbezogenen Ausbildungsschwerpunkten
- Öffentliche und private Einrichtungen für Umwelt- und Landschaftsplanung, Natur- und Kulturlandschaftsgestaltung
- Private Planungsbüros (Ziviltechnikerbüros, Technische Büros), Büro- und Arbeitsgemeinschaften
- Öffentliche und private Einrichtungen mit Fachplanungscharakter (Standortplanung, Raumbewertung, Verkehr, Tourismus, Landwirtschaft; Stadtentwicklung, Arbeitsmarkt, Raum- und Umweltverträglichkeit u.a.)
- Städte und Kommunen (Planung)
- Regionale Kooperationen, Gemeindezusammenschlüsse
- Öffentliche und private Einrichtungen für Information, Dokumentation (Medien, Museen, Bibliotheken, Reiseveranstalter, PR-Institutionen)
- Institutionen für Erwachsenenbildung und des tertiären Bildungsweges
Mögliche Alternativen zu diesem Masterstudium in Steiermark
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