Einstieg
Voraussetzung für die Zulassung zum Masterstudium Europäische Ethnologie ist der Abschluss eines fachlich in Frage kommenden Bachelorstudiums oder eines fachlich in Frage kommenden Fachhochschul-Bachelorstudienganges oder eines anderen gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung. Der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife gilt durch den Nachweis dieser Zulassungsvoraussetzung jedenfalls als erbracht. Über die Zulassung entscheidet gemäß § 60 Abs. 1 UG das Rektorat.
Information
Das Fach Europäische Ethnologie versteht sich als eine empirische Kulturwissenschaft, die Kultur im Kontext der alltäglichen Wirklichkeit, der sozialen und historischen Bedingungen der Lebenswelten versteht und interpretiert. Das heißt, dass die Theorien, mit denen dieses Fach arbeitet, näher am Boden der realen Tatsächlichkeiten bleiben müssen als das in anderen, abstrakteren Zugängen zu Kultur der Fall ist. Neben einer historisch-philologischen und topographischen sowie komparativen Tradition vertritt das Fach heute verstärkt Konzepte der Sozialwissenschaften, der Kulturanthropologie und der Cultural Studies, die als Modelle hinsichtlich ihrer empirischen Relevanz reflektiert werden.
Der integrale Ansatz des Faches untersucht sowohl historische als auch hochkomplexe rezente Gesellschaften, wobei stets Formen, Inhalte und deren Bedeutungen sowie die Entstehensweisen von Kultur und Lebensweise im Mittelpunkt stehen.
Die Spezifik des Faches ergibt sich aus dem Verständnis von Kultur als einer jeweils gesellschaftsbedingten Ausdrucksform und aus einem überwiegend qualitativen methodischen Zugang.
Aufbau
Das Masterstudium Europäische Ethnologie dauert vier Semester und umfasst gem. § 54 Abs. 3 UG einen Arbeitsaufwand von 120 ECTS-Anrechnungspunkten. Gemäß § 12 Satzungsteil Studienrechtliche Bestimmungen der Karl-Franzens-Universität und § 51 Abs. 2 Z. 26 UG entspricht ein ECTS-Anrechungspunkt einem Gesamtaufwand von 25 Arbeitsstunden. D
Qualifikationsprofil
Die Studierenden erwerben die Fähigkeit, kulturelle Prozesse und Symbole zu verstehen, zu deuten und zu vermitteln. Ein wesentliches Ziel ist es, die Kompetenz zu erwerben, einen Beitrag zur Lösung soziokultureller Probleme leisten zu können. Die Ausbildung dient sowohl der Vorbereitung auf bestimmte Berufe als auch der theoretischen und praktischen Vertiefung und Spezialisierung kulturwissenschaftlichen Forschens, Argumentierens und Handelns. Sie zielt somit auf die Befähigung ab, sich auch selbständig die unterschiedlichsten Felder der Kulturarbeit zu erschließen und wissenschaftliche Leistungen zu erbringen.
Fachliche und methodische Qualifikationen, die erworben werden sollen:
- Vertiefte Kenntnisse in theoretischen Modellen kulturwissenschaftlichen Arbeitens
- Vertiefte Kenntnisse der Feldforschung
- Vertiefte Kenntnisse des Lesens und Interpretierens archivalischer Quellen
- Vertiefte Kenntnisse europäischer Kulturen
- Vertiefte Kenntnisse auf dem Gebiet gesellschaftlicher Veränderungen
- Vertiefte Kenntnisse kulturwissenschaftlicher Praxis
- Befähigung zur eigenständigen Darstellung komplexer Sachverhalte
- Befähigung zum eigenständigen wissenschaftlichen Arbeiten
Allgemeine Qualifikationen, die erworben werden sollen:
- Soziale und personale Kompetenz durch die Absolvierung unterschiedlicher Lehrveranstaltungstypen mit Teamarbeit und Einzelarbeit, Präsentationen und Diskussionen
- Soziale Kompetenz durch Kenntnisse auf dem Gebiet eigener und fremder Kulturen und Mentalitäten
Berufsfeld
Der Bedarf der Gesellschaft an kultureller Kompetenz ist sichtbar wachsend. Die Berufsaussichten der Absolventinnen und Absolventen sind daher im Zusammenhang mit der während des Studiums geschulten Fähigkeit zu sehen, erworbenes Wissen und angeeignete Kulturkompetenz flexibel einzusetzen und den Bedürfnissen entsprechend auf dem Arbeitsmarkt anzubieten. Durch die vertiefende Vermittlung von Theorien und speziellen Forschungsmethoden zielt das Masterstudium auf die Befähigung zur kulturwissenschaftlichen Grundlagenforschung (z. B. Projektmitarbeit, eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten), die Vorbereitung auf bzw. Qualifikation für ein Doktorats- oder PhD-Studium und/oder die qualifizierte Tätigkeit in einem der nachfolgend angeführten Berufsfelder: Medien, Verlags- und Bibliothekswesen, Kulturmanagement, Museumsarbeit und Ausstellungspraxis, Interkulturelle Kommunikation, Erwachsenenbildung und Unternehmenskultur, Orts-, Stadt- und Regionalplanung, Tourismus sowie weitere Arbeitsfelder im kulturellen und sozialen Bereich.
Mögliche Alternativen zu diesem Masterstudium in Steiermark
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